Effektives Qualitätsmanagement

Qualitätsmaßnahmen entwickeln nach dem Good-enough-Prinzip

Teil 2: Qualitätsziele ableiten, KPIs festlegen sowie Maßnahmen planen und umsetzen
Im ersten Artikelteil hat Dr. Matthias Eberspächer das Good-enough-Prinzip für die Qualitätssteuerung zugrunde gelegt und danach mit dem Sammeln und Priorisieren von Qualitätsanforderungen die ersten beiden Schritte der (Re-)Initialisierung der Qualitätssicherung vorgestellt. Im zweiten und abschließenden Artikelteil zeigt der Autor, wie sich aus diesen Anforderungen Qualitätsziele ableiten, KPIs festlegen sowie Maßnahmen planen und umsetzen lassen. Abschließend gibt er Tipps zur Einführung dieses Prozesses in laufende Projekte.

Qualität liegt im Auge des Betrachters, "gute" Qualität auch. Um "gute" Qualität zu liefern, muss das Projekt den subjektiven Qualitätsanspruch des Auftraggebers und der wichtigsten Stakeholder verstehen und die Qualitätsmaßnahmen im Projekt auf die Erreichung und Einhaltung dieser Qualitätskriterien ausrichten. Sonst kann es passieren, dass scheinbar "objektiv gute" Qualität nicht als solche anerkannt wird.

Im ersten Teil dieses Beitrags wurde beschrieben, wie das Projektteam eine gewichtete Liste der Anforderungen an die Qualität im Projekt erarbeiten kann. In diesem zweiten Artikelteil wird gezeigt, wie sich aus dieser Liste konkrete Ziele ableiten lassen und der Erfolg der Maßnahmen zur Zielerreichung fortlaufend messen und berichten lässt. Über das Berichtswesen haben der Auftraggeber (und gegebenenfalls auch die wichtigsten Stakeholder) vollständige Transparenz über den aktuellen Stand der Qualität im Projekt und somit auch die Möglichkeit, jederzeit korrigierend einzugreifen.

Den gesamten Qualitätssteuerungsprozess zeigt Bild 1.

Bild 1: Prozess der Qualitätssteuerung.
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Schritt 3: Qualitätsziele ableiten und KPIs festlegen

Auf Basis der durchnummerierten Anforderungsliste aus dem ersten Artikelteil werden nun zu den Anforderungen der A- und B-Quadranten Qualitätsziele (Q-Ziele) abgeleitet. Ziele zu Anforderungen aus dem C-Quadranten werden erst im weiteren Projektverlauf entwickelt, falls zu ihrer Erreichung noch Budget übrig ist.

Ein Ziel kann dabei mehrere Anforderungen erfüllen, eine einzelne Anforderung kann in mehreren Zielen resultieren: So unterstützt zum Beispiel das Ziel "Die mit dem Auftraggeber vereinbarten Abnahmekriterien sind eingehalten." sowohl die Anforderung "Reibungslose Einführung der neuen Anwendung" als auch "Hohe Akzeptanz bei den zukünftigen Anwendern".

Umgekehrt ist auch die vollständige Erreichung dieses Ziels alleine wahrscheinlich nicht ausreichend, um die Anforderung

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