Prozesse verschlanken, Leistung steigern Scrum und Kanban sinnvoll kombinieren

ScrumScrumScrum ist ein Rahmenwerk zur Entwicklung, Lieferung und Wartung komplexer Produkte, das auf eine leichtgewichtige, iterativ-inkrementelle Vorgehensweise in kurzen Lernschleifen setzt. Das Rahmenwerk definiert Rollen, Artefakte (Planungs- und Arbeitsergebnisse) und Ereignisse (Events) sowie das Zusammenspiel dieser drei Elemente. Scrum ist keine Prozessvorgabe, sondern stellt als Rahmenwerk sozusagen ein Spielfeld mit Regeln auf – die konkrete Arbeitsweise können die Anwender von Scrum innerhalb dieses Rahmens selbst definieren. und KanbanKanbanKanban (jap.: Karte, Signalkarte) ist eine Methode zur dezentralen, selbstorganisierenden Steuerung von Materialflüssen in Fertigungsprozessen. Sie ist Grundlage der Just-in-Time-Produktion. kommen in der Softwareentwicklung immer häufiger zum Einsatz und haben in der Familie der Agilen Methoden inzwischen ihren festen Platz eingenommen. Doch sind diese beiden Ansätze überhaupt miteinander vereinbar? Und wenn ja, wie kann dies in der Praxis aussehen? Dr. Arne Roock erklärt in diesem Beitrag die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Methoden und zeigt vier verschiedene Kombinationsmöglichkeiten auf. Projektleiter und Manager erhalten so eine Orientierung, welcher Weg für sie geeignet sein könnte. Und Teams, die bereits Scrum einsetzen, erhalten Anregungen, wie sie sich durch Kanban weiter verbessern können.

Prozesse verschlanken, Leistung steigern Scrum und Kanban sinnvoll kombinieren

ScrumScrumScrum ist ein Rahmenwerk zur Entwicklung, Lieferung und Wartung komplexer Produkte, das auf eine leichtgewichtige, iterativ-inkrementelle Vorgehensweise in kurzen Lernschleifen setzt. Das Rahmenwerk definiert Rollen, Artefakte (Planungs- und Arbeitsergebnisse) und Ereignisse (Events) sowie das Zusammenspiel dieser drei Elemente. Scrum ist keine Prozessvorgabe, sondern stellt als Rahmenwerk sozusagen ein Spielfeld mit Regeln auf – die konkrete Arbeitsweise können die Anwender von Scrum innerhalb dieses Rahmens selbst definieren. und KanbanKanbanKanban (jap.: Karte, Signalkarte) ist eine Methode zur dezentralen, selbstorganisierenden Steuerung von Materialflüssen in Fertigungsprozessen. Sie ist Grundlage der Just-in-Time-Produktion. kommen in der Softwareentwicklung immer häufiger zum Einsatz und haben in der Familie der Agilen Methoden inzwischen ihren festen Platz eingenommen. Doch sind diese beiden Ansätze überhaupt miteinander vereinbar? Und wenn ja, wie kann dies in der Praxis aussehen? Dr. Arne Roock erklärt in diesem Beitrag die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Methoden und zeigt vier verschiedene Kombinationsmöglichkeiten auf. Projektleiter und Manager erhalten so eine Orientierung, welcher Weg für sie geeignet sein könnte. Und Teams, die bereits Scrum einsetzen, erhalten Anregungen, wie sie sich durch Kanban weiter verbessern können.

Das agile Framework Scrum führt schon länger kein Nischen-Dasein mehr, sondern ist inzwischen in vielen Bereichen der Software-Branche akzeptiert und wird immer mehr zum Mainstream. Aber dem aufmerksamen Beobachter bleibt kaum eine Verschnaufpause – denn kaum hat er sich mit den (ziemlich revolutionären) Scrum-Ideen angefreundet, hört er immer öfter von Kanban. Besonders seit dem Erscheinen des Buches "Kanban" von David Anderson im Jahr 2010 (deutsche Übersetzung 2011) hat Kanban einen festen Platz in der Familie der Agilen Methoden eingenommen.

Gehört Scrum damit der Vergangenheit an? Müssen sich Teams und Unternehmen zwischen Scrum und Kanban entscheiden? Oder lassen sich Scrum und Kanban miteinander kombinieren? Dieser Artikel beschreibt Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Scrum und Kanban und zeigt verschiedene Möglichkeiten auf, wie sich beide Ansätze sinnvoll kombinieren lassen.

Projektleiter und Manager, die ihre Teams und IT-Abteilungen agiler machen möchten, erhalten so eine Orientierung, welcher Weg für sie geeignet sein könnte. Und Teams, die bereits Scrum einsetzen, erhalten Anregungen, wie sie sich durch Kanban weiter verbessern können.

Was ist Scrum?

Bei Scrum geht es darum, iterativ und inkrementell Software zu entwickeln (obwohl man Scrum im Prinzip auch für andere Zwecke verwenden kann, z.B. für die Planung einer Hochzeit). Entscheidend sind dabei die kurzen Feedback-Zyklen: Es werden neue, kleine funktionsfähige Häppchen (Inkremente) der Software erstellt und begutachtet (im besten Fall sogar gleich produktiv gestellt). Das Feedback, das man zu den letzten Inkrementen bekommt, geht dann in die weitere Entwicklung mit ein. Der Workflow von Scrum ist dabei so einfach gestaltet, dass er sogar auf einen Bierdeckel passt (Bild 1).

Bild 1: Die Grundlagen von Scrum sind so einfach, dass sie auf einen Bierdeckel passen.

Der Gedanke dahinter ist, dass wir ein neues Software-Produkt niemals auf der "grünen Wiese" komplett spezifizieren können. Vielmehr starten wir mit den Dingen, die wir schon sicher wissen, sammeln unterwegs Feedback und spezifizieren dann nach und nach jeweils gerade so viel, wie wir für die nächsten paar Wochen benötigen.

Wie etliche Erfahrungsberichte zeigen, führen erfolgreiche Scrum-Implementierungen zu mehr EffektivitätEffektivitätEffektivität beschreibt die Ausrichtung des Projektportfolios auf die geschäftlichen Interessen der Trägerorganisation . Eine mögliche Messgröße für Effektivität ist das Verhältnis von tatsächlich erreichtem zu angestrebtem Nutzen durch Projektarbeit., höherer QualitätQualitätQualität ist der zentrale Begriff des Qualitätsmanagements und wird dort äußerst differenziert diskutiert. Für die Praxis im Projektmanagement ist es wichtig zu verstehen, dass "Qualität" durch vier Aspekte beschrieben ist: Die Einheit (engl.: entity), d.h. der Gegenstand der Betrachtung Die konkrete Beschaffenheit der Einheit (engl.: totality of characteristics and their values) Die Anspruchsklasse, nach der die Einheit bewertet wird Die Qualitätsforderung, an der die Beschaffenheit gemessen wird und deutlich fokussierterer Arbeit – und somit letztlich zu besseren Produkten und höherer KundenzufriedenheitKundenzufriedenheitKundenzufriedenheit ist implizit das oberste Projektziel. Der (interne oder externe) Auftraggeber muss mit der erbrachten Leistung zufrieden sein, dafür kann auch das explizit genannte Projektziel modifiziert werden. Gleiches gilt für die Entwicklung eines neuen Produkts: Der Käufer muss mit dessen Leistungen zufrieden oder sogar von ihnen begeistert sein.. Allerdings ist Scrum kein Selbstgänger, und in etlichen Fällen scheitern Scrum-Einführungen oder bleiben auf halbem Wege stehen (oft "ScrumBut" genannt). Der Grund dafür ist, dass es zwar sehr einfach ist, die sog. "Low hanging Fruits" von Scrum zu ernten (z.B. erhöhte Transparenz und bessere KommunikationKommunikationDer Austausch von Informationen zwischen den Projektbeteiligten, insbesondere innerhalb des Projektteams, ist einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren des Projektmanagements. Trotz aller technischer Hilfsmittel, die Kommunikation erleichtern, bleibt ausschlaggebend, in wie weit die einzelnen Projektbeteiligten bereit sind, ihre Erfahrungen mitzuteilen und bei Problemen die anderen zu fragen.), aber es nicht gelingt, wirkliche organisatorische Änderungen durchzusetzen – vor allem das Zulassen und Fördern der Selbstorganisation und damit die Abkehr vom Command-and-Control-Management.

Ausführliche Informationen zu Scrum finden Sie in dem Artikel "Agiles ProjektmanagementAgiles ProjektmanagementAgiles Projektmanagement bezeichnet Vorgehensweisen, bei denen das Projektteam über hohe Toleranzen bezüglich Qualität, Umfang, Zeit und Kosten verfügt und eine sehr hohe Mitwirkung des Auftraggebers bei der Erstellung des Werks erforderlich ist. Charakteristisch für Agiles Projektmanagement ist die Fokussierung auf das zu liefernde Werk und die Akzeptanz durch die Anwender. Hingegen werden geschäftliche Anforderungen, wie z.B. die Termintreue, Kostentreue oder Erfüllung eines spezifizierten Leistungsumfangs weniger oder nicht berücksichtigt.. Scrum – eine Einführung" von Ralf Wirdemann (Projekt Magazin 21/2009).

Was ist Kanban?

Ursprünglich war Kanban eine Methode zur Produktionssteuerung, die bei Toyota entwickelt wurde und in der Automobilherstellung längst zum Standard gehört. Wenn heute allerdings von Kanban im Zusammenhang mit der IT die Rede ist (oft auch "Software-Kanban" genannt), dann ist damit eine Methode des "Evolutionären Change Managements" gemeint, die David Anderson bei den Unternehmen Microsoft und Corbis entwickelt hat und die sich seit 2009 rapide um die ganze Welt verbreitet.

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Alle Kommentare (2)

Michael
Laussegger

Schöner Artikel. Danke! Mit dem Beispiel der Portfolio Story wird auch klar, dass Kanban kein simples Ticketmanagement ist. Auch wenn es oft so eingesetzt wird. Gerade hier gibt es aber auch noch viel zu entdecken. Es gibt nämlich auch Stellen im Innovationsprozess an denen mehr WIP gut ist (Ooops Ketzerei :-) Aber nur ganz wenige. Danke noch mal!