Prozesse verschlanken, Leistung steigern

Scrum und Kanban sinnvoll kombinieren

Scrum und Kanban kommen in der Softwareentwicklung immer häufiger zum Einsatz und haben in der Familie der Agilen Methoden inzwischen ihren festen Platz eingenommen. Doch sind diese beiden Ansätze überhaupt miteinander vereinbar? Und wenn ja, wie kann dies in der Praxis aussehen? Dr. Arne Roock erklärt in diesem Beitrag die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Methoden und zeigt vier verschiedene Kombinationsmöglichkeiten auf. Projektleiter und Manager erhalten so eine Orientierung, welcher Weg für sie geeignet sein könnte. Und Teams, die bereits Scrum einsetzen, erhalten Anregungen, wie sie sich durch Kanban weiter verbessern können.

Das agile Framework Scrum führt schon länger kein Nischen-Dasein mehr, sondern ist inzwischen in vielen Bereichen der Software-Branche akzeptiert und wird immer mehr zum Mainstream. Aber dem aufmerksamen Beobachter bleibt kaum eine Verschnaufpause – denn kaum hat er sich mit den (ziemlich revolutionären) Scrum-Ideen angefreundet, hört er immer öfter von Kanban. Besonders seit dem Erscheinen des Buches "Kanban" von David Anderson im Jahr 2010 (deutsche Übersetzung 2011) hat Kanban einen festen Platz in der Familie der Agilen Methoden eingenommen.

Gehört Scrum damit der Vergangenheit an? Müssen sich Teams und Unternehmen zwischen Scrum und Kanban entscheiden? Oder lassen sich Scrum und Kanban miteinander kombinieren? Dieser Artikel beschreibt Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Scrum und Kanban und zeigt verschiedene Möglichkeiten auf, wie sich beide Ansätze sinnvoll kombinieren lassen.

Projektleiter und Manager, die ihre Teams und IT-Abteilungen agiler machen möchten, erhalten so eine Orientierung, welcher Weg für sie geeignet sein könnte. Und Teams, die bereits Scrum einsetzen, erhalten Anregungen, wie sie sich durch Kanban weiter verbessern können.

Was ist Scrum?

Bei Scrum geht es darum, iterativ und inkrementell Software zu entwickeln (obwohl man Scrum im Prinzip auch für andere Zwecke verwenden kann, z.B. für die Planung einer Hochzeit). Entscheidend sind dabei die kurzen Feedback-Zyklen: Es werden neue, kleine funktionsfähige Häppchen (Inkremente) der Software erstellt und begutachtet (im besten Fall sogar gleich produktiv gestellt). Das Feedback, das man zu den letzten Inkrementen bekommt, geht dann in die weitere Entwicklung mit ein. Der Workflow von Scrum ist dabei so einfach gestaltet, dass er sogar auf einen Bierdeckel passt (Bild 1).

Bild 1: Die Grundlagen von Scrum sind so einfach, dass sie auf einen Bierdeckel passen.

Der Gedanke dahinter ist, dass wir ein neues Software-Produkt niemals auf der "grünen Wiese" komplett spezifizieren können. Vielmehr starten wir mit den Dingen, die wir schon sicher wissen, sammeln unterwegs Feedback und spezifizieren dann nach und nach jeweils gerade so viel, wie wir für die nächsten paar Wochen benötigen.

Wie etliche Erfahrungsberichte zeigen, führen erfolgreiche Scrum-Implementierungen zu mehr Effektivität, höherer Qualität und deutlich fokussierterer Arbeit – und somit letztlich zu besseren Produkten und höherer Kundenzufriedenheit. Allerdings ist Scrum kein Selbstgänger, und in etlichen Fällen scheitern Scrum-Einführungen oder bleiben auf halbem Wege stehen (oft "ScrumBut" genannt). Der Grund dafür ist

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