Microsoft Excel

Was-wäre-wenn-Analysen – Alle Szenarien auf einen Blick

Um ein gewünschtes Ziel zu erreichen, muss man geeignete Maßnahmen finden und diese passend miteinander kombinieren. Doch welche der möglichen Kombinationen erzielen den größten Nutzen? Bei der Beantwortung dieser Frage bietet Microsoft Excel wirksame Unterstützung: Mit der "Was-wäre-wenn-Analyse" mit Datentabelle lassen sich die Kennzahlen verschiedener Szenarien übersichtlich in einer Tabelle darstellen und so auf einen Blick vergleichen. An einem praktischen Beispiel zeigt Ignatz Schels, wie Sie dabei vorgehen. Die zugehörige Arbeitsmappe können Sie als Vorlage zusammen mit dem Artikel herunterladen.

Die Auswahl der besten Maßnahmen aus einer Vielzahl von Handlungsoptionen gehört im Projektmanagement zu einer der wesentlichen Aufgaben. Das gilt für alle Managementebenen: Der Portfoliomanager bzw. die Geschäftsführung eines Unternehmens muss aus den Projektvorschlägen diejenigen auswählen, die mit den vorhandenen Ressourcen den größten Nutzen erzielen. Bei der Erstellung eines Business Case für ein Projekt müssen die aussichtsreichsten Vorgehensweisen unter Berücksichtigung verschiedener wirtschaftlicher Rahmenbedingungen analysiert werden. Beim Risikomanagement gilt es, durch geschickt gewählte Maßnahmen das Gesamtrisiko eines Projekts unter einen bestimmten Akzeptanzwert zu drücken sowie die Kosten für die Risikovorsorge zu minimieren.

All diese Beispiele, die sich beliebig ergänzen lassen, haben folgende Eigenschaften gemeinsam:

  • Es besteht die Aufgabe, aus einer Menge möglicher Einzelmaßnahmen eine möglichst gute Kombination herauszufinden.
  • Jede Maßnahme bringt bestimmte Vorteile (z.B. wirtschaftliche Erträge) und Nachteile (z.B. Kosten) mit sich.
  • Die Zusammenhänge von Vorteilen und Nachteilen werden durch mehrere Faktoren bestimmt, dies meist auf komplexe Weise.
  • Es gibt für die Aufgabe keine mathematisch eindeutige Lösung.

Welche Einzelmaßnahmen kombiniert werden sollen, ist letztendlich eine unternehmerische Entscheidung. Bei der Suche nach einer sinnvollen Kombination bietet ein Tabellenkalkulationsprogramm wie Microsoft Excel jedoch wirksame Unterstützung: Mit Hilfe der "Datentabelle", einer Variante der "Was-wäre-wenn-Analyse", und einigen weiteren einfachen Funktionen lassen sich die Kennzahlen von allen zur Auswahl stehenden Szenarien auf einen Blick in einer (oder mehreren) Tabellen darstellen. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie Szenarien in Microsoft Excel erstellen und wie sie diese mit Hilfe der Funktion "Datentabelle" auf einen Blick miteinander vergleichen können.

Was-wäre-wenn-Analysen in Microsoft Excel

Die Standardwerkzeuge von Excel zur Datenanalyse – angefangen vom einfachen AutoFilter bis hin zu komfortablen Berichten aus Pivot-Tabellen – sind darauf ausgerichtet, Daten auszuwerten. Mit Alternativen zu rechnen oder Varianten abzubilden ("Was-wäre-wenn-Analysen") ist dagegen eine Aufgabe, die in Excel folgenden Spezialwerkzeugen vorbehalten ist:

Der Szenario-Manager: Der Szenario-Manager archiviert Datenbereiche, wobei sich gespeicherte Werte als benannte Szenarien abrufen lassen. Er wird häufig für die Variation von Planwerten verwendet. (siehe auch: Schels, Projekt Magazin 3/2006 )

Zielwertsuche: Die Zielwertsuche variiert eine veränderliche Größe in einer Formel (Iterationsverfahren), um ein vorgegebenes Berechnungsergebnis (den Zielwert) zu erhalten.

Solver: Der als zusätzliches Add-In verfügbare Solver ist der "große Bruder" der Zielwertsuche und dient zur Lösung komplexer Rechenaufgaben mit mehreren Variablen. Er arbeitet mit Nebenbedingungen und verschiedenen Lösungsverfahren. (siehe auch: Kuhn, Rykart, Projekt Magazin 3/2005 )

Datentabelle: Ein Formelergebnis wird mit Varianten berechnet, diese können wahlweise in Zeilen oder Spalten eingetragen werden. Das Verfahren wird auch als Mehrfachoperation bezeichnet.

Das hier verwendete Beispiel aus dem Medienbereich lässt sich auf beliebige andere Bereiche mit ähnlicher Fragestellung übertragen. Es ist bewusst einfach gehalten und soll exemplarisch darstellen, wie eine Was-wäre-wenn-Analyse mit Datentabellen funktioniert. Wesentlich komplexere Berechnungen als die hier gezeigten sind ebenfalls möglich.

Beispiel: Maßnahmen zur Abonnentengewinnung

Im Rahmen eines Marketingprojekts einer regionalen Tageszeitung stand die Gewinnung von Abonnenten auf der Aufgabenliste. Das Resultat der ersten Arbeitssitzung bestand aus einer Liste verschiedener denkbarer Maßnahmen, zu denen die Marketingabteilung jeweils die Kosten, die zu erzielende Abonnentenzahl und den erwarteten Gewinn pro Abonnent schätzte (

Anzeige
Der vollständige Artikel ist für Abonnenten frei zugänglich.
Artikel kaufen (4,50 €)
  • 8 Seiten Praxiswissen
  • PDF-Download
Kostenlos weiterlesen!
  • Diesen Beitrag kostenlos lesen
  • 4 Wochen Online-Zugriff auf alle Artikel, Methoden und das Glossar
Tech Link