Keine Angst vor dem Scheitern

Was zeichnet eine positive Fehlerkultur aus?

Teil 2: Die neue Kultur verankern
Fehler sind toll! Sie decken bisher ungeahnte Potentiale auf und sind Wegbereiter für Innovationen. Wer keine Angst vor Fehlern hat, denkt kreativ, probiert etwas aus und generiert neue Ideen. Wichtig ist nur, dass die Unternehmenskultur den Mitarbeitern diesen Raum auch bereitstellt – und genau hier hapert es in vielen Organisationen. Worauf ein Unternehmen bei der Etablierung einer positiven Fehlerkultur achten sollte, zeigen Birgit Mallow und Dr. Gerd Kopetsch im zweiten Teil. Zudem stellen sie die letzten drei Stufen ihrer Fehlerkultur-Reifegradskala vor.

"Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist,
immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen."
Dietrich Bonhoeffer, dt. Theologe (1906 - 1945)

Wer von uns hat in seiner Arbeit nicht schon den einen oder anderen Bock geschossen? Fehler passieren nun mal und lassen sich nicht kategorisch vermeiden. Doch in vielen Unternehmen herrscht beim Thema "Fehler" ein Klima der Angst vor – die Bremse schlechthin für Innovationen. Die großartige Möglichkeit, in Fehlern Chancen zu sehen und Verbesserungspotentiale zu erkennen, wird in einem solchen Arbeitsklima gnadenlos zunichte gemacht.

Dass dies auch anders geht und der Weg zu einer positiven Fehlerkultur überaus lohnend ist, zeigt dieser zweiteilige Beitrag. Der erste Teil beleuchtete den Begriff des Fehlers und die fatalen Auswirkungen einer negativen Fehlerkultur. Zudem stellte der Beitrag die ersten Stufen eines Fehlerkultur-Reifegradmodells vor, dass von einer negativen bis hin zu einer äußerst positiven Fehlerkultur reicht. Im zweiten Teil erfahren Sie nun, wie die letzten drei Stufen des Reifegradmodells aussehen und Sie erhalten darüber hinaus Tipps für die Umsetzung einer positiven Fehlerkultur in der Praxis.

Stufe 3 – Fehler als Chance & Fehler bringen Innovation

Auf Stufe 3 ist die Einstellung, auf Fehler zu blicken, eine gänzlich andere. Hier werden Fehler als Lernchance und Innovationspotential betrachtet. Dazu ist es wichtig, die Natur des Fehlers zu achten. Selbstverständlich sind Wiederholungsfehler wie Vertipper im Journal des Hauptbuchs oder ständige Auswahl falscher Spalten in einem Tabellenkalkulationsprogramm keine Inspiration für Innovationen.

Eine positive Fehlerkultur bedeutet auf Stufe 3 nicht, Fehler bedingungslos willkommen zu heißen – aber es bedeutet, bei ihrem Auftreten nicht zunächst die Ursachen, sondern ihre Bedeutung für die Gestaltung der organisatorischen und menschlichen Abläufe festzustellen. Führt diese Analyse zu neuen Erkenntnissen und Ideen, sind hier Innovationen möglich, die für Kunden oder die eigene Organisation einen Mehrwert schaffen.

In beiden Fällen ist die Haltung und Vorgehensweise kulturgestaltend und wirkt darauf, dass die Menschen sich trauen, Fehler zu machen, während sie gleichzeitig drängend darauf bedacht sind, "dumme" Fehler wie die Vertipper im Hauptbuch zu vermeiden. Stufe 3 spart damit schon das leidige Geld für a) das Finden des Schuldigen, b) Verteidigung des Schuldigen sowie Suchen eines anderen und c)

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