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Wie Franzosen und Deutsche erfolgreich zusammenarbeiten können

Die deutsch-französische Zusammenarbeit funktioniert in der Regel gut. Trotzdem gibt es einige Reibungspunkte zwischen beiden Kulturen, die leicht zu Missverständnissen und Verärgerung führen können. Die Deutschen halten sich z.B. gerne exakt an den Plan, was ihre französischen Kollegen oft nervt. Diese arbeiten lieber flexibel und kreativ, was wiederum die Deutschen anstrengend finden. Claudia Wabel zeigt, was man beachten muss, damit die deutsch-französische Zusammenarbeit möglichst reibungslos verläuft.

Arbeiten Angehörige zweier oder mehrere Kulturen zusammen, gestaltet sich das nicht immer einfach. Jeder handelt und reagiert zunächst automatisch so, wie es ihm aufgrund seiner kulturellen Prägung richtig erscheint. Dabei kann es passieren, dass er unabsichtlich gegen die kulturellen Spielregeln seiner ausländischen Kollegen verstößt und bei diesen negative Emotionen auslöst. Die daraus resultierenden Konflikte belasten schließlich die Projektarbeit. Ist man sich jedoch der Spielregeln der eigenen Kultur sowie der seiner Kollegen bewusst, lassen sich Ärger und Missverständnisse in vielen Fällen auflösen oder ganz vermeiden.

Während sich die Zusammenarbeit in interkontinentalen Gruppen besonders schwierig gestalten kann, funktionieren Kooperationen zwischen EU-Nachbarn wie Deutschland und Frankreich in der Regel gut. Trotzdem gibt es auch zwischen diesen Kulturen Unterschiede, die sich negativ auf den Arbeitsalltag auswirken können. In diesem Beitrag erfahren Sie, in welchen typischen Situationen Probleme entstehen können, wenn Deutsche und Franzosen zusammenarbeiten, und wie man ihnen am besten begegnet.

Die folgenden Erkenntnisse und Empfehlungen basieren auf einem Projekt, das der international operierende IT-Dienstleister Atos Wordline - eine Tochter des französischen Atos Origin S.A. Konzerns - gemeinsam mit den Beratungsunternehmen Twist Consulting Group und Marchant Human Resources & Management durchgeführt hat. Ziel war es, die Zusammenarbeit zwischen den deutschen und französischen Fach- und Führungskräften zu verbessern, die aufgrund der verschiedenen Kulturen oft unterschiedliche Auffassungen zu Projektverlauf, Entscheidungsfindung Zeitmanagement usw. hatten. An der im Rahmen des Projekts durchgeführten Befragung nahmen insgesamt 71 deutsche und französische Fach- und Führungskräfte teil. Die Ergebnisse sind zwar nicht repräsentativ, charakterisieren aber die prinzipiellen Konfliktzonen der deutsch-französischen Zusammenarbeit.

Wo klemmt´s im Alltag und was klappt gut?

Englisch als Unternehmenssprache

Jenseits aller Kulturprobleme entstehen oft Probleme, weil die französischen Mitarbeiter mit der Unternehmenssprache Englisch Schwierigkeiten haben. Informationen gehen verloren oder werden verfälscht und es entstehen Irritationen. Während an deutschen Schulen Englisch gelehrt wird, lernen französische Schüler meist Spanisch oder Italienisch. Manche der französischen Manager neigen deshalb dazu, sich vor der Konversation in englischer Sprache zu drücken. "Notfalls schicken sie lieber einen Kollegen zum Meeting, der zwar besser Englisch spricht, aber von der Materie leider wenig Ahnung hat“, schrieb ein deutscher Manager.

Planvorgaben versus Flexibilität

Für die Deutschen gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Franzosen oft schwierig, wenn es um die Einhaltung von Projektplänen und internen Deadlines geht. Für die französischen Kollegen scheint es auch in Projekten wichtig zu sein, flexibel und spontan handeln zu können. Umgekehrt empfinden die Franzosen rigide Vorgaben ihrer deutschen Kollegen ("Aber wir hatten doch vereinbart ...") als extrem unflexibel und einengend.

Unterschiedliche Lösungen im Fall eines Machtvakuums

Problematisch ist es auch, wenn der Rahmen und die

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