Was Sie beim Aufbau von Startup- und Innovationsprogrammen beachten sollten So klappt’s auch mit den Startups

So klappt’s auch mit den Startups

Unser erster Beitrag hat gezeigt, dass praktisch alle deutschen Großunternehmen diverse Startup- und Innovationsprogramme betreiben. Die Vorteile einer Zusammenarbeit mit Startups liegen auf der Hand: Startups sind innovativ, flexibel, agil und nah am Puls der Zeit. Und doch macht die Entwicklung solcher Programme nur dann Sinn, wenn sie gut durchdacht und effizient aufgebaut sind.

Was Sie beim Aufbau von Startup- und Innovationsprogrammen beachten sollten So klappt’s auch mit den Startups

So klappt’s auch mit den Startups

Unser erster Beitrag hat gezeigt, dass praktisch alle deutschen Großunternehmen diverse Startup- und Innovationsprogramme betreiben. Die Vorteile einer Zusammenarbeit mit Startups liegen auf der Hand: Startups sind innovativ, flexibel, agil und nah am Puls der Zeit. Und doch macht die Entwicklung solcher Programme nur dann Sinn, wenn sie gut durchdacht und effizient aufgebaut sind.

Viele Startup- und Innovationsprogramme werden klammheimlich wieder beendet, da sie die Erwartungen des Unternehmens nicht erfüllen und daher nicht erfolgreich sind. Ein wesentliches Problem: die eigenen Erwartungen sind dem Unternehmen selbst oftmals gar nicht klar. Eindeutige Ziele: Fehlanzeige. "Macht mal was mit Startups!", reicht da nicht aus.

Das Wichtigste zuerst: Was wollen Sie damit erreichen?

Wie bei allen anderen Investitionsentscheidungen sollten Sie sich als Erstes auch hier überlegen: Was wollen wir mit unserem Programm konkret erreichen? Für den Aufbau solcher Programme kann es ganz unterschiedliche Motivationen geben, zum Beispiel:

  • Branding: Nutzen Sie den "Halo-Effekt" (Abstrahleffekt) von Startups und projizieren Sie die positiven Attribute auf Ihr eigenes Unternehmen. Dies kann dabei helfen, Ihr Unternehmen bei aktuellen und zukünftigen Kunden sowie Mitarbeitern als jung/ dynamisch, agil, disruptiv, innovativ, fokussiert und kundenorientiert zu positionieren. Allerdings: Nur wer diese Werte auch annimmt und glaubhaft lebt, wird einen positiven Branding-Effekt spüren – alles andere wirkt aufgesetzt und ist eher schädlich.
  • Kultureller Wandel: Wenn Sie als (Groß-)Unternehmen Startup-Eigenschaften annehmen, kann dies einen positiven Einfluss auf Ihre Unternehmenskultur haben. Zudem werden Sie für potenzielle Arbeitnehmer interessanter. Einschränkung auch hier: Krawatte und Anzug gegen Sneaker zu tauschen reicht nicht – echter kultureller Wandel wirkt tiefgreifender und dauert.
  • Innovation: Durch Zusammenarbeit mit Startups sind Sie näher dran an Innovationen und Trends. Zudem erhalten Sie potenziell Zugang zu geistigem Eigentum der Startups. Das Spannende dabei: Was heute wie eine Spinnerei wirkt, kann morgen schon ‚das nächste große‘ Ding sein. Offenheit auch für radikale Ideen ist wichtig.
  • Umsatz: Auch finanziell können Sie von einer Partnerschaft mit Startups profitieren, sei es durch die Gewinnung der jungen Unternehmen als Kunden, Verbesserung der eigenen Produkte/ Services, einer Erweiterung Ihres Produktportfolios oder der Nutzung der Vertriebskanäle der Startups.
  • Investment: Durch eine Beteiligung an Startups können Sie an deren positiver Entwicklung partizipieren. Beachten Sie allerdings: Die Sterberate bei Startups ist hoch!

Mit Ihrem Startup-Programm können Sie auch mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen, allerdings ist es ratsam, sich auf wenige Ziele zu konzentrieren und sich diese sehr bewusst zu machen.

Die oben genannten Motivationen sollten in konkrete, messbare Ziele nach der SMART-Methode überführt werden – zum einen um sich selbst über das zu Erreichende klar zu werden, aber auch um andere im Unternehmen mitzunehmen.

Und dann: Welche Startups wollen Sie überhaupt?

Wenn die Ziele erst einmal klar sind stellt sich die Frage, mit welchen Startups sich diese erreichen lassen. Ganz offensichtlich: Startup ist nicht gleich Startup. Um die für Sie geeigneten zu finden, sollten Sie sich bewusst machen: Wen suche ich eigentlich? Es gibt zahlreiche Auswahlkriterien, bspw.:

  • Reifegrad (Phase im Lebenszyklus): Startups durchlaufen einen Lebenszyklus von der Orientierung bis zur Reife. Suchen Sie ganz junge Gründer mit einer Idee, Unternehmen, die bereits ein Produkt gelaunched haben, oder solche, die sich bereits in der Phase des schnellen Wachstums befinden?

Auch Startups durchlaufen einen Lebenszyklus

Bild 1: Auch Startups durchlaufen einen Lebenszyklus

  • Regionaler Fokus: Sind sie offen für Startups aus Mumbai und New York? Oder doch eher nur Europa oder Deutschland? Berlin als hippe Startup-Hauptstadt? Das Ruhrgebiet mit einer Vielzahl eng verbundener Städte? Das Rhein-Main-Gebiet oder doch eher der Süden Deutschlands mit der Münchener Region? Wie wichtig sind Ihnen räumliche, kulturelle oder sprachliche Nähe?
  • Industriesektor/Branche: Suchen Sie nach Unternehmen aus bestimmten Sektoren wie z.B. Energie & Umwelt, Finanzen, Immobilien, Medien, Pharma, Verkehr & Logistik, Software, E-Commerce, Telekommunikation, Tourismus etc.?
  • Zielsegment: Möglicherweise wollen Sie sich auf Startups konzentrieren, die wiederum bestimmte Kundensegmente im Fokus haben. B2C oder B2B ist eine einfache, erste Unterscheidung, idealerweise können Sie das Zielsegment des Startups noch präziser definieren (nationaler oder globaler Markt etc.)
  • Business Model: Wollen Sie sich auf Startups konzentrieren, die Wert in einer bestimmten Art und Weise erzeugen, z.B. Unternehmen, die sich über Subskriptionsmodelle differenzieren? Oder suchen Sie vielleicht solche Startups, die ihre Software als SaaS-Modell anbieten?
  • Finanzierung und Investoren: Wichtig könnte zudem sein, wie gut das Unternehmen mit Kapital ausgestattet wurde und auch wie namhaft die Investoren sind.

Neben einem klaren Zielbild (was wollen Sie erreichen und wen suchen Sie?) existieren weitere Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt. Diese werden wir in unseren folgenden Blogbeiträgen bzgl. Herausforderungen und Erkenntnissen/Tipps aus der Praxis aufgreifen.

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