SMART

Das Akronym "SMART" benennt die Eigenschaften einer guten Zieldefinition: Specific, Measureable, Achievable, Relevant, Time-bound ist die am häufigsten anzutreffende Auflösung des Akronyms.

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Die Verwendung des Akronyms ist in der Literatur uneinheitlich. So finden sich insbesondere für die Buchstaben "A" und "R" weitere Bedeutungen wie z.B. "attainable", "agreed", "action-oriented", "realistic", "reasonable" u.a.m. Gemäß des englischen Wikipedia-Eintrags zu "SMART" geht das Akronym auf George T. Doran aus dem Jahr 1981 zurück. (Doran, G. T.: "There's a S.M.A.R.T. way to write management's goals and objectives". Management Review (AMA Forum), 1981, 70 (11), S. 35–36.). Doran führt das Akronym mit den Begriffen "Specific, Measurable, Assignable, Realistic, Time-related" aus.

S wie "Specific" und M wie "Measurable"

Weitgehende Einigkeit herrscht darüber, dass Ziele eindeutig und messbar sein müssen. Damit erfüllen sie die notwendige Bedingung von Qualitätskriterien bzw. Abnahmekritierien. Das bloße Benennen von Erwartungen oder . Anforderungen genügt nicht aus, um z.B. den Erfolg eines Projekts überprüfen zu können.

Deutsche Transkriptionen

Im deutschen Sprachraum werden für die Buchstaben "S" und "M" einheitlich die Begriffe "spezifisch" und "messbar" verwendet.

A wie "Assignable", "Achievable", "Attainable", "Ambitious" u.a.

Das im Original verwendete "assignable" drückt aus, dass ein Ziel so formuliert sein sollte, dass sich daraus problemlos eine Arbeitsanweisung an eine bestimmte Person (oder Organisationseinheit) ableiten lassen kann. Dies ist eine zweifellos wichtige Eigenschaft für Ziele, ergibt sich aber als logische Konsequenz der anderen Eigenschaften von selbst: Ein klar beschriebenes, realistisches und messbares Ziel kann stets jemandem übertragen werden.

Die am weitesten verbreitete Interpretation des "A" als "achievable“/ "attainable" übernimmt die Funktion von"R" wie "realistic" in der ursprünglichen Formulierung, das nunmehr am häufigsten als "relevant" interpretiert wird. Wenn ein Ziel nicht erreichbar ist, hat es auch keinen Sinn, es überhaupt zu formulieren. Allerdings unterliegt das Kriterium "achievable" einem breiten Interpretationsspielraum: Was für den einen "unmachbar" erscheint, ist für den anderen lediglich eine "Herausforderung". Aus Projektmanagementsicht lässt sich das Kriterium "achievable" in Form einer Wahrscheinlichkeitsaussage fassen: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Projekt sein Ziel erreichen kann? "Achievable" bedeutet dann: Die Wahrscheinlichkeit, dass das Projekt scheitert, ist geringer als die Risikobereitschaft der Trägerorganisation.

Eine Steigerung von "achievable" stellt die Interpretation "ambitious" dar. Damit ist vermutlich der Ansatz verbunden, dass das Setzen eines ehrgeizigen Ziels motivierender ist als ein Ziel, das sicher erreicht werden kann. Dies mag in bestimmten Zusammenhängen korrekt sein, als allgemeine Regel für alle Zielformulierungen erscheint dies allerdings wenig sinnvoll.

Deutsche Transkriptionen

Im Bemühen, das Akronym auch mit deutschen Begriffen sinnvoll zu gestalten, gibt es für das "A" zahlreiche Vorschläge. Sinngemäß mit "achievable" übereinstimmend sind Begriffe wie "ausführbar" oder "angemessen". Die ebenfalls anzutreffende Interpretation "anspruchsvoll" stimmt in etwa mit "ambitious" überein. Für das originale "assignable" wäre die Übersetzung "anordenbar" möglich, diese wird aber nicht verwendet.

Häufig – und sogar in der deutschen Definition von Wikipedia aufgenommen (Stand: März 2016) – ist die Interpretation als "akzeptiert". Diese Interpretation ist jedoch aus zwei Gründen nicht sinnvoll:

  1. Zum einen kann ein Ziel erst akzeptiert werden, nachdem es formuliert worden ist. Die SMART-Formel dient ja gerade dazu, ein Ziel so zu formulieren, dass es akzeptiert werden kann. Insofern stellt "akzeptiert" gewissermaßen den Zweck einer Zielformulierung dar: Nur wenn ein Ziel spezifisch, messbar, ausführbar, relevant und terminiert formuliert ist, kann es akzeptiert werden. Es ist somit logisch unmöglich, ein Ziel bereits "akzeptiert" zu formulieren, da der Vorgang des Akzeptierens erst nach dem Vorgang des Formulierens starten kann.
  2. Zum anderen steht hinter "akzeptiert" notwendigerweise eine Person, die das Ziel akzeptiert. Dass der Ersteller einer Zielformulierung diese akzeptiert, ist trivial. Würde nun aber auch noch gefordert, dass der Empfänger eines Ziels dieses immer akzeptiert, wären Ziele insgesamt in Frage gestellt. Kern einer Zielvereinbarung ist es ja gerade, dass ein Empfänger das Ziel auch ablehnen kann. Der Auftraggeber hat dann die Wahl, entweder das Ziel anzupassen oder einen anderen Ausführenden zu finden, der das gesetzte Ziel in seiner ursprünglichen "SMARTen" Formulierung akzeptiert.

R wie "Realistic", "Relevant", "Resourced", "Reasonable" u.a.

Dass ein Ziel "realistic", d.h. erreichbar sein sollte ist unstrittig und sollte deshalb auch in der SMART-Formel enthalten sein. Die Uminterpretation von "assignable" zum mehrheitlich verwendeten "achievable" erlaubt allerdings, dem "R" andere Kriterien zuzuweisen. Am häufigsten ist dies die Eigenschaft "relevant". Dies drückt aus, dass es nicht sinnvoll ist, Selbstverständlichkeiten oder Banalitäten zum Ziel zu erklären. So ist es z.B. nicht sinnvoll, den Verbrauch des Projektbudgets zum Ziel zu erklären: Der Verbrauch des zur Verfügung stehenden Budgets ist eine unangenehme aber unvermeidbare Folge wertschöpfender Tätigkeit und weder deren Ursache noch deren angestrebtes Ergebnis. Ein weiterer Aspekt ist, dass bei einer Zielvereinbarung der Empfänger der Aufgabe von deren Relevanz überzeugt sein sollte, um sie motiviert durchzuführen.

Die Bedeutung "reasonable" erscheint hingegen wenig hilfreich, da es keinen zusätzlichen Aspekt zu den anderen Eigenschaften liefert. Auch "resourced" im Sinne von "mit den erforderlichen Ressourcen ausgestattet" sollte bei der Formulierung eines Ziels noch keine Rolle spielen, da die Zuordnung von Ressourcen erst in einem weiteren Schritt nach der Formulierung erfolgt.

Deutsche Transkriptionen

Da die deutschen Übersetzungen von "realistic" und "relevant" ebenfalls mit "R" beginnen, finden sich bei den deutschen Interpretationen hauptsächlich die Begriffe "realistisch" und "relevant". Die anderen englischen Begriffe finden keine entsprechenden deutschen Interpretationen.

T wie "Time-related", "Time-bound", "Time-based" u.a.

Das "T" wird einheitlich für ein zeitbezogenes Kriterium verwendet. Da das englische Wort "terminate" jedoch nicht "mit einem Termin versehen", sondern "beenden" bedeutet, muss mit einer Wortkombination zum Ausdruck gebracht werden, dass bei einer Zielformulierung auch der Zeitpunkt erforderlich ist, zu dem es erreicht werden soll.

Deutsche Transkriptionen

Mit "terminiert" steht zwar ein deutsches Wort zur Verfügung, das mit "T" beginnt und auch in etwa die Bedeutung zum Ausdruck bringt, allerdings kann es missverstanden werden. So bedeutet "terminieren" nicht nur "einen Termin vereinbaren oder setzen" sondern auch – und dies sogar im ursprünglichen Sinne – "begrenzen, befristen". Weiterhin wird es, beeinflusst durch das gleichlautende englische "terminate", fälschlich auch im Sinne von "beenden" verwendet.

Von daher erscheint es empfehlenswert, auch im Deutschen besser ein zusammengesetztes Wort zu verwenden, wie z.B. "termingebunden" oder "terminbezogen".

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 31.03.2016.
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