Fantasiereise

English
Imaginary journey

Fantasiereisen sind gelenkte Tagträume, in denen Vorstellungen assoziiert werden, um neue Ideen zu entwickeln, Probleme zu lösen oder Stress abzubauen. Sie bauen Spannungen ab und fördern Kreativität. Ein "Reisebegleiter" führt die "Reisenden" durch die Fantasiereise. Die Reisenden folgen in Gedanken der Erzählung des Reisebegleiters und lösen sich dadurch von einengenden Denkmustern. In diesem schützenden und spannungsfreien Rahmen fällt es ihnen leichter, Potentiale zu erkennen und neue Perspektiven auf Probleme zu gewinnen.

Fantasiereise

Fantasiereise

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Imaginary journey

Fantasiereisen sind gelenkte Tagträume, in denen Vorstellungen assoziiert werden, um neue Ideen zu entwickeln, Probleme zu lösen oder Stress abzubauen. Sie bauen Spannungen ab und fördern Kreativität. Ein "Reisebegleiter" führt die "Reisenden" durch die Fantasiereise. Die Reisenden folgen in Gedanken der Erzählung des Reisebegleiters und lösen sich dadurch von einengenden Denkmustern. In diesem schützenden und spannungsfreien Rahmen fällt es ihnen leichter, Potentiale zu erkennen und neue Perspektiven auf Probleme zu gewinnen.

Fantasiereise

Einsatzmöglichkeiten

Im geschäftlichen Kontext werden Fantasiereisen im Rahmen von Arbeitsgruppen eingesetzt (siehe Abschnitt "Herkunft"). Sie haben dabei keine therapeutische Funktion, sondern dienen ausschließlich dem Zweck der Entspannung und Förderung von Kreativität (siehe Abschnitt "Grenzen, Risiken, Nachteile"). Fantasiereisen können z.B. eingesetzt werden zum:

  • Entwickeln von Szenarien für künftige Entwicklungen
  • Unterstützen von Lernprozessen
  • Fördern der Persönlichkeitsentwicklung
  • Aufbereiten von Problemen
  • Entspannen nach anstrengenden Arbeitseinheiten

 

Ergebnisse
  • Entspannung von Geist und Körper
  • Neue Ideen, andere Sichtweisen auf die Realität
Vorteile
Geringer Aufwand und spontan einsetzbar
Der Zugang zu unbewussten Vorstellungen, Gedanken und Gefühlen fördert die Kreativität und das Entstehen neuer Ideen.
Es steht ein großes Angebot an Texten für Fantasiereisen für viele Anwendungsfälle zur Verfügung
Grenzen, Risiken, Nachteile
Fantasiereisen sollten nur mit Menschen durchgeführt werden, die psychisch gesund sind.
Fantasiereisen dürfen nicht zur Manipulation von Gedanken und Gefühlen von Menschen eingesetzt werden.
Voraussetzungen
  • Die Rahmenbedingungen (Zeit, Raum, Umgebung usw.) sollten so gewählt sein, dass die Reisenden ihre Fantasie uneingeschränkt schweifen lassen können.
  • Vertrauensvolle Atmosphäre innerhalb der Gruppe
  • Bereitschaft der Teilnehmenden, sich von der Arbeitsatmosphäre zu lösen und auf die persönliche Ebene einzulassen.
Qualifizierung

Grundsätzlich bedarf es keiner besonderen Qualifikation, um eine Fantasiereise zu begleiten. Seien Sie sich aber bewusst, dass es um weit mehr geht als "nur eine Geschichte vorzulesen"! Moderationserfahrung, eine ausgeglichene Persönlichkeit, Gespür für die Befindlichkeit von Gruppe und Teilnehmenden sowie eigene Erfahrung als Teilnehmer sind Voraussetzungen, um selbst eine Fantasiereise zu begleiten. Kurse zum Anleiten von Fantasiereisen werden im Rahmen von Ausbildungen zum Entspannungstrainer oder Yoga-Lehrer angeboten.

Benötigte Informationen

Kontext / Thema der Fantasiereise

Benötigte Hilfsmittel
  • Vollständig formulierter Text der Fantasiereise – entweder aus der Literatur oder selbst erstellt
  • Raum mit einer angenehmen Atmosphäre
  • Möglichkeiten für die Reisenden, eine bequeme Haltung einnehmen, in der sie sich gut entspannen können: Sitzkissen, Yogamatten, komfortable Sitzgelegenheiten o.ä.
  • Evtl. Gerät zur Audiowiedergabe (z.B. Streaming-Möglichkeit, CD-Spieler o.ä.)
  • Evtl. Klangschale
  • Material für die Auswertung, z.B. Flip-Chart und Stifte oder andere Kreativmaterialien
Herkunft

Fantasiereisen wurden ursprünglich in der Psychotherapie entwickelt. Sie werden seit den 50iger Jahren in der Verhaltenstherapie, seit den 70iger Jahren auch in der Pädagogik eingesetzt. Angewendet werden Fantasiereisen z.B. beim Superlearning und ganzheitlichem Lernen sowie beim Autogenen Training. Seit den 80iger Jahren werden Fantasiereisen auch in Kommunikations- und Führungstrainings sowie beim Coaching eingesetzt.

Weiterführende Informationen und Anleitungen finden Sie in:

  • Maaß, Evelyne und Ritschel, Karsten: Phantasiereisen leicht gemacht – Die Macht der Phantasie, Paderborn, 1996
  • Samarah, Petra: Fantasie- und Körperreisen für Therapie und Supervision, Semons Verlag, Neukrichen-Vluyen, 2014

Durchführung: Schritt für Schritt

Diese Methodenbeschreibung ist aus der Sicht des Reisebegleiters geschrieben. Aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit wird im Folgenden meist die grammatikalisch männliche Form (Reisebegleiter, Teilnehmer) verwendet. Es sind dabei aber stets Personen jeden Geschlechts gemeint.

Mit einer Fantasiereise leiten Sie eine Gruppe von Menschen an, Vorstellungen aus allen Sinnes-bereichen zu entwickeln (auditive und kineastische Vorstellungen sowie Geschmacks- und Geruchs-vorstellungen). Der Inhalt der Vorstellung ist abhängig vom Thema der Fantasiereise. Die Fantasierei-se selbst ist ein Text, der die Reisenden anleitet, Vorstellungen und Assoziationen zu bestimmten As-pekten des Themas zu entwickeln.

Fantasiereisen haben überwiegend einen der folgenden Themenbereiche zum Inhalt: Identität, Entwicklungswege, Gefühle und Körperbotschaften, Lebenswelt (ich und andere), Krisen und Verän-derungen, Ziele, Herausforderungen, Entspannung.

In der Regel wird die Fantasiereise von einem Reisebegleiter geleitet. Dieser wählt das Thema der Fantasiereises aus und sucht einen dazu passenden Text aus oder schreibt diesen selbst. Der Reisbe-gleiter führt die Teilnehmenden durch die Stationen der Fantasiereise und wieder zurück in die Reali-tät.

Die Reisenden dürfen nicht gedrängt oder gar gezwungen werden, die Fantasiereise durchzufüh-ren. Es ist wichtig, dass sie der Reise aus eigenem Antrieb folgen und stets die Eigenverantwortung behalten. Der Reisebegleiter sollte in seiner Einführung immer darauf hinweisen, z.B. mit folgenden Worten: "Diese Fantasiereise und ihre Stationen sind eine Einladung. Du bestimmst selbst, wie inten-siv du sie erleben willst. Du kannst auch ganz einfach nur zuhören, ohne die angesprochenen Vorstel-lungen zu entwickeln. Es gibt lediglich eine Regel: Bleib still, sodass sich die anderen ungestört ganz auf die Fantasiereise begeben können."

Die folgenden Schritte enthalten die Aufgaben des Reisebegleiters einer Fantasiereise.

Schritt 1: Bereiten Sie die Fantasiereise vor!

Bestimmen Sie den Rahmen und den Zweck der Fantasiereise. Falls möglich, sollten die Teilneh-menden die Thematik eingrenzen, z.B. indem sie die Probleme benennen, die sie mit der Fantasierei-se ergründen möchten oder ihre Erwartungshaltungen formulieren.

Wählen Sie aus dem Angebot an Fantasiereisen einen für die Gruppe oder für den Anlass passen-den Text aus. Die meisten Bücher mit Fantasiereisen enthalten Hinweise und Kriterien für die Aus-wahl der Fantasiereise. Lesen die Fantasiereise für sich – am besten laut – und versuchen Sie, sich deren Wirkung auf die Zuhörenden vorzustellen. Passen Sie ihn bei Bedarf an Ihre Situation an oder schreiben Sie einen eigenen Text.

Achten Sie dabei auf folgende Punkte:

  • Bereiten Sie den Raum vor: Lüften, Temperatur einstellen, Kommunikationstechnik deakti-vieren, Schild mit Bitte um Ruhe an die Tür hängen usw.
  • Sorgen Sie für bequeme Sitz- oder Liegemöglichkeiten.
  • Bereiten Sie bei Bedarf die Technik vor und testen Sie diese.
  • Legen Sie bei Bedarf Material für die Auswertung der Fantasiereise bereit.
  • Bereiten Sie sich selbst darauf vor, dass Sie die gesamte Fantasiereise entspannt und ohne Unterbrechung anleiten können.

Schritt 2: Stimmen Sie die Teilnehmer ein!

Führen Sie die Teilnehmer in die Methode der Fantasiereise ein, falls diese damit noch keine Er-fahrung haben. Erklären Sie den Nutzen der Fantasiereise, deren Verlauf und wie die Erlebnisse aus-gewertet werden.

Damit sich die Teilnehmer entspannen können, sollten diese die Augen schließen und gleichmä-ßig ein- und ausatmen. Die Gedanken aus dem Alltag sollten in den Hintergrund treten, damit sich die Teilnehmer auf eine Reise in eine andere Welt einlassen können. Diese Phase dauert drei bis fünf Mi-nuten.

Beispiel für eine Einleitung

Der folgende Beispieltext dient zur Anregung, um eine eigene, auf die jeweilige Gruppe abge-stimmte Einleitung zu erstellen. Die Auslassungsunkte "…" bedeuten, dass hier die Stimme gesenkt und eine Pause gemacht wird.

"Du wirst dich jetzt auf eine Reise begeben. Dazu werde ich eine Geschichte vorlesen. Sie soll dich anregen, die Reise so lebendig wie möglich vorzustellen. Nimm dazu eine bequeme Haltung ein, in der du dich wohl fühlst und deine Aufmerksamkeit nach innen richten kannst. …

Nimm wahr, an welchen Stellen du den Boden berührst.

Schließe die Augen. Wenn dir das unangenehm ist, dann fixiere mit deinen Augen einen Punkt im Raum. Atme jetzt langsam ein- und aus. …

Nimm wahr, wie du ein- und ausatmest. …

Spüre die Bewegung deines Atems, wie er gerade ist. …

Wenn jetzt Gedanken auftauchen, die dich beschäftigen, dann stelle diese auf die Seite, wie in ein Regal, damit du diese nach der Reise wieder zur Verfügung hast. …

Während sich dein Körper weiter entspannt, achte auf deine Körperempfindungen. …

Wenn du das Gefühl hast, ganz entspannt zu sein, ganz bei dir zu sein, hast du Zeit für dich, Zeit für eine Reise in ein Land, in dem du dir die Unterstützung holen kannst, die du brauchst."

Achten Sie darauf, dass die Teilnehmer ruhig sind, bevor Sie mit der Fantasiereise beginnen. Spre-chen Sie langsam und deutlich, aber ohne Übertreibung (s.u.). Lassen Sie zwischen den Bildern genü-gend Zeit, damit die Reisenden ihre eigenen Vorstellungen entwickeln können.

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