Projektmanagement-Methode
Alle Methoden

Personas

English
Personas

Eine Persona ist eine fiktive, aber detailliert beschriebene Person, die eine Kundengruppe repräsentiert. Die Persona hat konkrete Bedürfnisse, ausgeprägte Eigenschaften und verkörpert ein spezielles Benutzerverhalten mit Erwartungen und Befürchtungen. Der Einsatz von Personas ermöglicht es Produktverantwortlichen, Empathie für die Benutzergruppe entwickeln und sich in diese hineinzuversetzen. Hierzu werden Personas möglichst konkret mit einem Namen, einem Gesicht und sozialen Hintergrundinformationen ausgestattet.

Personas

English
Personas

Eine Persona ist eine fiktive, aber detailliert beschriebene Person, die eine Kundengruppe repräsentiert. Die Persona hat konkrete Bedürfnisse, ausgeprägte Eigenschaften und verkörpert ein spezielles Benutzerverhalten mit Erwartungen und Befürchtungen. Der Einsatz von Personas ermöglicht es Produktverantwortlichen, Empathie für die Benutzergruppe entwickeln und sich in diese hineinzuversetzen. Hierzu werden Personas möglichst konkret mit einem Namen, einem Gesicht und sozialen Hintergrundinformationen ausgestattet.

Einsatzmöglichkeiten

Personas dienen als Kommunikationsmittel, sowohl intern als auch zum Kunden. Sie sind für alle Anwendungsfälle geeignet, bei denen Benutzergruppen und deren Verhalten analysiert werden. Dies sind unter anderem:

  • Zielgruppenanalyse
  • Software- und Produktentwicklung
  • Requirements Engineering
  • Stakeholdermanagement
  • Entwicklung und Optimierung von Vertriebsprozessen
  • Akzeptanzmanagement
  • Service-Management
  • Ideenfindung für neue Produkte und Dienstleistungen

Vorteile

  • Personas richten den Fokus der Projektbeteiligten auf die Zielgruppen und unterstützen so die Kundenorientierung
  • Durch das visuelle Konzept erhält der Kunde /Stakeholder ein Gesicht und ist dadurch den Teammitgliedern gegenwärtiger, als wenn er nur in Textform (z.B. Liste von Anforderungen) beschrieben wird.
  • Die Methode ist intuitiv anzuwenden.
  • Personas können vielfältig angewendet werden und den gesamten Produktlebenszyklus begleiten.

Grenzen, Risiken, Nachteile

  • Je genauer die Persona definiert ist, desto kleiner ist die von ihr repräsentierte Gruppe.
  • Es besteht die Gefahr, dass Personas zu stereotyp oder nicht ausreichend realistisch beschrieben werden.
  • Um möglichst alle Stakeholder oder Kunden zu erfassen kann der Aufwand groß werden, da viele Personas definiert werden müssen.
  • Fiktive Personen sind meist von den persönlichen Erfahrungen ihrer Ersteller geprägt. Es besteht die Gefahr, dass die Persona nicht auf präzisen Fakten beruht.

Ergebnis

  • Eine oder mehrere Beschreibungen fiktiver Personen, die eine Benutzergruppe mit ihren Wünschen, Erwartungen und Befürchtungen repräsentieren
  • Visualisierungen dieser Personen in Posterform, je nach Erstellung rein grafisch oder mit Textelementen. Ggf. in Form einer ausgefüllten Vorlage.

Voraussetzungen

  • Es müssen ausreichend Informationen über die Zielgruppen vorliegen, z.B. durch Marktanalysen oder Kundenbefragungen (s. benötigte Informationen).
  • Bereitschaft aller Teammitglieder, gemeinsam im Team am Entstehungsprozess mitzuwirken
  • Kundenorientierung ist zentraler Bestandteil der Produkt- bzw. Unternehmensstrategie.

Qualifizierung

Es bedarf keiner speziellen Qualifikation. Beim ersten Erstellen einer Persona ist es hilfreich, ein Teammitglied dabeizuhaben, das mit der Erstellung vertraut ist.

Benötigte Informationen

  • Daten über der zu visualisierenden Personengruppe. Diese können z.B. aus Interviews, Statistiken, Recherchen, Analyse des Benutzerverhaltens oder Beobachtungen gewonnen werden.
  • Klare Definition, welche Zielgruppe mittels Persona dargestellt werden soll
  • Ggf. Vorlage zur Erstellung von Personas

Benötigte Hilfsmittel

  • Da die Personas am besten im Stehen angefertigt werden, sollten Sie eine ausreichend große Arbeitsfläche zur Verfügung haben, z.B. Flipchart oder Moderationswand.
  • Ggf. Vorlage(n) zur Erstellung von Personas
  • Haftnotizen bzw. Karten und ausreichend Stifte in mehreren Farben und Dicken passend für die Arbeitsfläche
  • Wenn Sie die Persona in einem verteilten Team erstellen, empfiehlt es sich, dass einer der Teilnehmer die Ergebnisse auf seinem Rechner dokumentiert (z.B. in einer Vorlage) und seinen Bildschirm z.B. via Video-Konferenz mit den anderen Teilnehmern teilt.

Durchführung …

Praxistipps …

Varianten …

Herkunft

Das Arbeiten mit Personas stellte Alan Cooper 1999 in seinem Buch "The Inmates Are Running the Asylum: Why High Tech Products Drive Us Crazy and How to Restore the Sanity" (ISBN 978-0672326141) vor. In diesem Werk beschreibt er die Grundideen, die Entwicklung von Personas, einige Beispielanwendungen sowie positive und negative Aspekte.

Fachartikel zur Methode

Bei der Entwicklung eines neuen Produkts fällt es Projektteams manchmal schwer, die Sicht des Kunden einzunehmen. Abhilfe schafft das Product Canvas: Es zerlegt Anforderungen in ihre grundlegenden Bestandteile und bildet diese in Form eines …
Teams, die von klassischer Projektarbeit auf Scrum umstellen, müssen nicht nur Rollen, Artefakte und Meetings einführen. Der Wechsel vom klassischen zum agilen Projektmanagement geht auch mit großen Veränderungen in der Zusammenarbeit einher. Wie …
Design Thinking eignet sich hervorragend als kreative Methode zur Problemlösung. Dr. Tomas Bohinc zeigt anhand eines Projekts, das wegen mangelnder Akzeptanz der Stakeholder zu scheitern drohte, wie er mit dem Design Thinking-Prozess eine …

Bewertungen und Kommentare

(nur angemeldete Benutzer)

Diese Funktion steht nur eingeloggten Nutzern zur Verfügung. Jetzt einloggen
Gesamt
Bewertungen 1
Kommentare 4

Alle Kommentare

Guest
Hat jemand Erfahrung wie man Personas auch für Organisationen/Firmen anwenden kann?
Christian
Botta

Antwort auf von kerntkebirgit@… (nicht überprüft)

An welche Art der Anwendung haben Sie genau gedacht? Kommt natürlich auf den Kontext und die korrekte Problemstellung an. Gerne können Sie mich hierzu kontaktieren.
Eine Persona ist eine fiktive, aber detailliert beschriebene Person, die eine Kundengruppe repräsentiert. Eine Kundengruppe kann ja auch eine Firma bzw. eine Gruppe von Firmen sein, z.B. alle Apothekene, die ich betreue. Gibt es denn Erfahrungen, ob man diese Methode ebenso anwenden kann?
Christian
Botta

Antwort auf von kerntkebirgit@… (nicht überprüft)

Wenn es Gemeinsamkeiten dieser Apotheken gibt, können Sie diese durchaus eine fiktive Apotheke erstellen, die diese vereint. Sprich, Sie können dieses Muster anwenden. Das Ergebnis würde mich sehr interessieren...
Alle anzeigen