Zukunft der Wissens- und Projektarbeit

Neue Organisationsformen in vernetzten Welten

Informationen zum Buch
Zukunft der Wissens- und Projektarbeit
Autor: Weßels, Doris (Hg.)
ISBN: 3863296206
Verlag: Symposion Publishing
Jahr: 2014
Seitenanzahl: 289 Seiten
Medienart: gebunden
Preis: 49,00 EUR
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Verlagstext

Das Projektmanagement der Zukunft – es hat heute bereits begonnen. Die jüngsten Technologiesprünge der IT und die Selbstverständlichkeit, mit der die Generation Y damit umgeht, lassen erahnen, welcher Wandel für die Arbeitswelt von morgen bevorsteht. Das Fundament dieser Revolution bildet ein „magisches Dreieck“ aus Vernetzung, Wissensmanagement und Projektarbeit. Doch was bedeutet das für Projektmanager? Wie werden Wissen und Arbeit in Zukunft organisiert? Schon heute ist klar: Netzwerke auf allen Ebenen, in allen Lebens- und Organisationsbereichen, bringen etablierte Techniken, Methoden und Verhaltensweisen ins Wanken. Als Folge von Globalisierung und wachsendem Innovationsdruck erfahren Wissensmanagement und Projektarbeit in Unternehmen immer mehr Bedeutung. Die zentralen Fragen dieses Buches lauten daher: Wie sollten sich die Akteure im Projekt- oder Wissensmanagement verhalten, wenn sie sich erfolgreich in diese neuen Strukturen einbringen oder weiter qualifizieren möchten? Was bedeuten diese neuen Entwicklungen für Unternehmen und das Führungsverhalten ihrer Verantwortlichen? Dieses Buch bietet spannende Einsichten in aktuelle und zukünftige Entwicklungen von Wissens- und Projektarbeit und liefert nützliche Hinweise für individuelle und korporative Verhaltensstrategien im Zeitalter vernetzter Welten.



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  1. Kurz gesagt: Mit dem Buch „Zukunft der Wissens- und Projektarbeit“ gelingt es der Herausgeberin Doris Weßels, einen Überblick über tiefgreifende Veränderungen unserer Arbeitswelt zu vermitteln – ohne den Leser dabei zu verwirren oder gedanklich auf der Strecke zu lassen. Die hohe Dynamik der in diesem Buch behandelten Themen – wie es Frau Weßels in ihrem Vorwort formuliert, ist in jedem Abschnitt deutlich spürbar. Auch wenn Titel und Vorworte nahelegen, dass der Fokus des Kompendiums in erster Linie auf der Arbeit in Projekten und dem darin betriebenen Wissensmanagement liegt, so sind dessen Aussagen und Inhalte in den meisten Kapiteln deutlich weitreichender formuliert und ziehen keine engen Grenzen: Genau das ist es, was das Buch lesenswert macht. Dabei hat die Herausgeberin mit der Themenwahl der unterschiedlichen Kapitel eine gute Wahl getroffen, die an das Zusammenspiel der einzelnen Gänge bei einem Menü erinnert: Jeder Beitrag für sich stellt einen lesenswerten Teil dieses Buches dar, ohne dass es wie Stückwerk wirkt - was in manchen Kompendien tatsächlich der Fall ist - und insgesamt eine sehr gut aufeinander abgestimmte Folge bildet. Nach einem kurzweiligen, nicht wirklich überraschenden Überblick über aktuelle Trends des Projektmanagements folgt ein beeindruckend klar formulierter Beitrag über „Entgrenzte Arbeit“. Hierin werden auf eindringliche Weise Entwicklungen der Arbeitswelt - die in unterschiedlichen Ausprägungen sicherlich viele Leser bereits bemerkt oder selbst erlebt haben – in einen Gesamtkontext gestellt, der die Dimension der Veränderungen und ihre Auswirkungen herausarbeitet. Der Autor Andreas Nachgabauer beschränkt sich jedoch nicht auf das Aufzeigen der Problematik, die sich aus der von ihm beschriebenen grenzenlosen Flexibilisierung ableiten lässt, sondern diskutiert Lösungsansätze sowohl für Projektleiter/innen wie auch Unternehmen. Im darauf folgenden Abschnitt wird die Thematik der Flexibilisierung weitergeführt und der Ansatz einer fließenden, „Fluiden Organisation“ und der damit verbundene Wertewandel vorgestellt. Hierin wird der Leser an eine ideale, von Netzwerkstrukturen geprägte Organisation heran geführt, die aktives Netzwerken auf allen Managementebenen erfordert. Laut Weßels ist diese Organisation zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Generation Y, die zur Jahrtausendwende im Teenageralter war und der eine hohe Technologieaffinität zugeschrieben wird. Ein Zukunftsszenario, das vor dem Bild starrer Managementstrukturen Strukturen in Konzernen und Organisationen oder in der heutigen Arbeitsrealität sehr schwer erreichbar erscheint – doch anhand des Szenarios umso erstrebenswerter wirkt. Die Forderung von Doris Weßels nach einer diesem Trend angepassten, verbesserten Weiterbildungs- und Qualifikationsmöglichkeit an Hochschulen erhält dadurch Nachdruck, dass vor dem Hintergrund er in dem Buch beschriebenen Entwicklungen zukünftig ein wesentlich breiterer Kompetenzbedarf zu erwarten ist, den Projektmanager und Führungskräfte der „alten Schule“ nicht befriedigen können. Wie dieser Kompetenzbedarf im Bezug auf die Entwicklung des Berufsbildes Projektmanager zu verstehen ist, wird im folgenden Kapitel „Generation Y in der Projektarbeit“ noch weiter fortgeführt. Die Notwendigkeit nach zeitgemäßen, den zu erwartenden Entwicklungen angepassten Arbeitsmodellen zeichnet sich in den beschriebenen Szenarien bereits ab – eine Diskussion der dadurch aufgeworfenen Fragen folgt auch prompt in den nächsten beiden Kapiteln. Zunächst werden die Möglichkeiten einer Flexibilisierung der Karrierewege durch attraktive Fachlaufbahnen diskutiert und neu gestaltete Karrieremöglichkeiten als Anreiz für qualifiziertes Personal gefordert, um als Arbeitgeber für Mitarbeiter der Generation Y auf Dauer attraktiv zu bleiben. Direkt im Anschluss daran werden die negativen Einflüsse als belastende Faktoren für Mitarbeiter aller Generationen durch die aufgezeigte Verdichtung, Entgrenzung und Komplexitätszunahme ebenso eindringlich behandelt. In der zweiten Hälfte des Buches stehen die Themen Wissen und Wissensarbeit im Vordergrund. Eingeleitet wird dieser Themenkreis durch die Betrachtung so genannter „Wissenspathologien“ – eine empfehlenswerte Lektüre - die die Notwendigkeit von Qualitätsmanagement in der Informationserzeugung und –verarbeitung verdeutlicht. Nach diesem äußerst interessanten Ausflug in die Kognitionspsychologie fällt die Lektüre des darauf folgenden Textes über Design Thinking, Lean, Agile zwar deutlich schwerer, bleibt aber aufgrund der leidenschaftlich vorgetragenen Forderung nach strategischem Innovationsmanagement und den vorgestellten Ansätzen weiterhin spannend. Die Lektüre gewinnt danach wieder an Leichtigkeit, wenn mit dem Blick auf Technik und Lösungen die auf den ersten Eindruck banal erscheinende technische Unterstützung bei Veranstaltungen thematisiert wird. Was zunächst wenig spannend erscheint, entpuppt sich jedoch als Mauerschau des Forschungsprojekts „Event Network Advancement“. Nach dieser Perspektive auf Vernetzung werden im nächsten Beitrag Ansätze für Netzwerkmanagement und Netzwerkcontrolling vorgestellt, die gedanklich den Grundsatz der fluiden Organisation aus dem ersten Teil aufgreift und weiter entwickelt; keine leichte Kost – doch ebenfalls lesenswert. Die Frage nach den Risiken, die sich hier aus der Sicht des Controllers stellt, wird aus der Perspektive der Finanzierung beantwortet im darauf folgenden Kapitel: Hier wird die Perspektive des Risikomanagements in vernetzten Strukturen eröffnet und eine Möglichkeit zur Risikoverteilung in Großprojekten aufgezeigt. Die gedankliche Reise endet mit zwei Erfahrungsberichten, die sehr pragmatische Themen behandeln: Welche IT-Plattformen und welche räumlichen Bedingungen sind geeignet, Wissensmanagement in Unternehmen und Organisationen funktionsfähig umzusetzen? Der Leser erhält einen kurzen Einblick in funktionale Umsetzungen von Wissensmanagement am Beispiel eines Unternehmens-Wikis und einer wissensorientierten räumlichen Gestaltung eines Wissenschaftsparks – zwei interessante Lösungen, die die Lektüre schließlich abrunden. Insgesamt finden sich in dem Buch viele wertvolle Denkanstöße, die Appetit machen auf eine weitere Vertiefung der darin angerissenen Themen - was anhand der umfangreichen aktuellen Literaturangaben auch kein Problem sein dürfte.
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    von Cornelia Niklas am 01.06.2014
Für die Richtigkeit der Angaben übernimmt die Redaktion keine Gewähr.
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