Viele Augen sehen mehr als zwei

Crowdtesting als Chance im Projekt

Kennen Sie das? Kaum ist die neue Software eingeführt, schon melden die Anwender erste Fehler. Das können Sie verhindern, indem Sie mehr Zeit in die Tests investieren. Eine Testmethode ohne Laborbedingungen ist das Crowdtesting, bei dem eine Vielzahl an Testern die Software unter die Lupe nimmt. René Wanner schildert Chancen und Stolpersteine an einem praktischen Beispiel.

Wie testet man eine neue Software, die hunderte von neuen Nutzeroberflächen und Funktionalitäten enthält? Wie erhält man die notwendige Akzeptanz der Mitarbeiter für dieses neue Produkt? Und wie kann man die Vorteile vieler Mitarbeiter im eigenen Unternehmen und deren Fachwissen nutzen? Vor diesen Fragen stand eine genossenschaftlich organisierte Schweizer Großbank, als sie beschloss, eine Banken-Software mit einer neu entwickelten grafischen Oberfläche einzuführen.

Die Großbank entschloss sich neben dem klassischen Testing für den Einsatz von Crowdtesting innerhalb des eigenen Unternehmens. In diesem Artikel werden die Erfahrungen mit der Methode, die Vorteile sowie die Stolpersteine beim praktischen Einsatz näher erläutert.

Crowdtesting

Als Crowdtesting bezeichnet man das Betatesten von Software durch eine Masse von Testern über das Internet/Intranet (siehe Wikipediaeintrag). Auch innerhalb von großen Unternehmen kann die Methode genutzt werden.

Viele kennen Produkttests durch Kunden im Konsumgüter-Bereich. Die Methodik kann auch in der Software-Entwicklung eingesetzt werden. Vorwiegend geschieht dies im Internet- oder Mobilfunkbereich, da dort eine große Anzahl an Anwendern einfach erreichbar ist. Neben klassischen funktionalen Tests für die Suche nach Fehlern können spezielle Zielgruppen, z.B. für Usability-Tests, angesprochen werden.

Ausgangslage im Beispiel

Bislang verwendeten die knapp 10.000 Mitarbeiter der Bank ein firmeninternes System mit zum Teil alter Benutzeroberfläche. Nun führt das Unternehmen Avaloq als neue Front-End-Applikation ein. Die neue grafische Oberfläche soll dem Benutzer eine intuitive Bedienung des Systems ermöglichen. Ziel war auch, den Mitarbeitern die funktionale Baseline der alten Software weiterhin zur Verfügung zu stellen.

Für die Mitarbeiter wird es eine "Big Bang"-Einführung sein: Sie müssen das System von heute auf morgen beherrschen. Bei einer Retailbank mit einer genossenschaftlichen Struktur sind zum Teil Systemfunktionalitäten notwendig, die sich nicht mit

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