Qualitätssicherung an Schnittstellen

Die Staffelübergabe innerhalb des Projekts

Unerwartete Probleme entstehen häufig bei der Übergabe von Zwischenergebnissen innerhalb eines Projekts. An diesen Schnittstellen können inhaltliche Lücken auftreten, manchmal wurden auch Arbeiten doppelt ausgeführt. Um die Lücken zu schließen bzw. Überschneidungen zu klären, ist zusätzlicher, ungeplanter Arbeitsaufwand erforderlich. Dirk Heche erklärt, wie ein Projektleiter mit einem angepassten Regelwerk die Qualitätssicherung an Schnittstellen gewährleisten und dadurch den zusätzlichen Aufwand minimieren kann.
Qualitätssicherung an Schnittstellen

Die Staffelübergabe innerhalb des Projekts

Unerwartete Probleme entstehen häufig bei der Übergabe von Zwischenergebnissen innerhalb eines Projekts. An diesen Schnittstellen können inhaltliche Lücken auftreten, manchmal wurden auch Arbeiten doppelt ausgeführt. Um die Lücken zu schließen bzw. Überschneidungen zu klären, ist zusätzlicher, ungeplanter Arbeitsaufwand erforderlich. Dirk Heche erklärt, wie ein Projektleiter mit einem angepassten Regelwerk die Qualitätssicherung an Schnittstellen gewährleisten und dadurch den zusätzlichen Aufwand minimieren kann.

Viele Probleme in Projekten entstehen an gänzlich unerwarteter Stelle, nämlich bei der Übergabe von Ergebnissen. An diesen so genannten Schnittstellen kann es entweder zu inhaltlichen Lücken oder Überschneidungen kommen, deren Beseitigung mitunter in einen zeitraubenden Kraftakt ausartet.

Der Projektleiter muss diese Situation nach Möglichkeit vermeiden. Je stärker er sich dabei auf ein existierendes formales Regelwerk stützen kann, desto leichter wird ihm seine Aufgabe fallen. Aber auch ohne ein Regelwerk muss er nicht akzeptieren, dass Leistungserwartung und -erbringung nicht zueinander passen.

Schnittstellen - die heimlichen Konfliktquellen in Projekten

Der Bau eines Hauses ist eine anspruchsvolle und zeitaufwändige Angelegenheit, mit anderen Worten: ein komplexes Projekt. Viele Beteiligte arbeiten im wahrsten Sinne des Wortes Hand in Hand. Dabei treten viele Abhängigkeiten auf, die zu beachten sind: Das Parkett darf nicht verlegt werden, bevor der Estrich durchgetrocknet ist. Der Bebauungsplan muss berücksichtigt werden, eine Baugenehmigung muss vorliegen.

Vieles davon regelt die VOB, die Verdingungsordnung Bau. Sie setzt einen verbindlichen Rahmen, in dem unter anderem das Zusammenspiel der Gewerke und die Verhaltensweisen der Beteiligten beschrieben werden.

Software-Projekte folgen grundsätzlich den gleichen Regeln wie Bauprojekte: Das Arbeitsergebnis eines Beteiligten ist die Voraussetzung für die Arbeit des nächsten. Wie Staffelhölzer werden die Zwischenergebnisse weitergereicht, bis am Zieldurchlauf das Endergebnis des Projekts vorliegt.

Problematisch wird es, wenn ein Zwischenergebnis nicht den Erwartungen des oder der Empfänger entspricht. Software-Projekte kennen für diesen Fall keine rechtsverbindliche Richtlinie wie die VOB im Bauprojektmanagement. Deswegen muss aber ein Software-Projekt keineswegs unvorbereitet in ein Problem bei der Ergebnisübergabe laufen.

Zwei verschiedene Szenarien sind möglich, die gleichermaßen zu Übergabeproblemen an den Schnittstellen führen: die Lücken und die Überschneidungen. Der rein fachlichen Fehler hingegen hat seine Ursache nicht in der Schnittstelle, er wird deshalb hier nicht betrachtet.

Lücken

Bei der Übergabe von Ergebnissen treten häufig Lücken auf. Das ist insbesondere dann zu beobachten, wenn von einer generalisierten Konzeptionsstufe auf eine spezialisierte gewechselt wird, wie zum Beispiel beim oben gewählten Übergang vom Fach- zum DV-Konzept. Lücken führen zu einer Kette von Problemen:

Zunächst fehlt eine notwendige Vorgabe, auf deren Grundlage der Projektgegenstand weiterentwickelt werden soll. Das Schließen der Lücke erfordert einen Arbeitseinsatz, der nicht eingeplant war. Damit verbunden ist die Beantwortung einer wichtigen Frage: Muss, kann oder darf der Empfänger die Lücke selbst schließen?

Beispiel: Herr Deko beschreibt in seinem DV-Konzept die Benutzungsoberfläche, die so genannten Masken. Für jedes Eingabefeld muss er die erlaubten Eingabewerte festlegen. Leider hat Herr Effko es unterlassen, in seinem Fachkonzept die gültigen fachlichen Wertebereiche der Datenfelder vorzugeben. So ist nicht bekannt, ob bestimmte Geldbeträge auch negative oder sehr hohe oder niedrige Werte annehmen dürfen. Soll Herr Deko selbst entscheiden, was korrekt ist und was nicht? Oder soll er bei Herrn Effko, der sicher nicht begeistert sein wird, die Informationen nachfordern?

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