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Feiertage berechnen mit Microsoft Excel

Microsoft Excel bietet zahlreiche Funktionen zur Datums- und Zeitberechnung und ist damit hervorragend für Terminberechnungen aller Art geeignet. Einige dieser Funktionen können dabei sogar eine Liste mit Feiertagen berücksichtigen und diese als projektfreie Tage werten. Wer diese Liste nicht manuell erstellen möchte, indem er die Feiertage aus einem Kalender abtippt, erhält mit dem von Ignatz Schels vorgestellten Feiertagskalender eine universelle und leistungsfähige Lösung, die sogar die individuellen Regelungen der deutschen Bundesländer berücksichtigt. Die fertige Lösung können Sie zusammen mit dem Artikel herunterladen.
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Feiertage berechnen mit Microsoft Excel

Microsoft Excel bietet zahlreiche Funktionen zur Datums- und Zeitberechnung und ist damit hervorragend für Terminberechnungen aller Art geeignet. Einige dieser Funktionen können dabei sogar eine Liste mit Feiertagen berücksichtigen und diese als projektfreie Tage werten. Wer diese Liste nicht manuell erstellen möchte, indem er die Feiertage aus einem Kalender abtippt, erhält mit dem von Ignatz Schels vorgestellten Feiertagskalender eine universelle und leistungsfähige Lösung, die sogar die individuellen Regelungen der deutschen Bundesländer berücksichtigt. Die fertige Lösung können Sie zusammen mit dem Artikel herunterladen.

Excel bietet zahlreiche Funktionen zur Datums- und Zeitberechnung und ist damit hervorragend für Terminberechnungen aller Art gerüstet. Einige Funktionen wie NETTOARBEITSTAGE() oder ARBEITSTAG() können dabei sogar eine Liste mit Feiertagen berücksichtigen und diese als projektfreie Tage werten (siehe "Profitipps zur Datums- und Zeitberechnung mit Microsoft Excel", Ausgabe 10/2006. Wer diese Liste nicht manuell erstellen möchte, indem er die Feiertage aus einem Kalender abtippt, erhält mit dem hier vorgestellten Feiertagskalender eine universelle und leistungsfähige Lösung, die sogar die individuellen Regelungen der deutschen Bundesländer berücksichtigt.

Excel selbst bietet keine Funktion zur Berechnung der Feiertage, was angesichts der vielen unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Ländern von einem internationalen Programm auch nicht erwartet werden kann. Hinzu kommt, dass sich die deutschsprachigen Länder noch individuelle Vereinbarungen auf Bundesland- (Deutschland, Österreich) bzw. Kantonsebene (Schweiz) leisten.

Die in diesem Beitrag vorgestellte Lösung basiert auf der Gauß'schen Osterformel und enthält eine Feiertagsberechnung nach deutschen Bundesländern. Sie besteht aus Formularelementen zur Auswahl der Bundesländer und Formelkonstruktionen. Da sie makrofrei ist, lässt sich das Lösungsblatt in jede andere Mappe kopieren und liefert über Bereichsnamen die Liste aller Feiertagsdatumswerte an andere Tabellen. Die fertige Lösung können Sie zusammen mit dem Artikel herunterladen.

Gauß und der Ostersonntag

In jedem Jahr gibt es eine bestimmte Anzahl von Feiertagen, die entweder fest terminiert sind oder auf ein bestimmtes, berechenbares Datum fallen. Gesetzliche Feiertage wie der 1. Mai oder der 3. Oktober sind unverrückbar festgeschrieben, kirchliche Feiertage sind von einem einzigen Datum abhängig, dem Datum des Ostersonntags. Diese beweglichen Feiertage gilt es für jedes Jahr aktuell zu berechnen.

Basis der Berechnung ist der julianische Kalender, das Osterdatum fällt nach der Festlegung des 1. Konzils von Nizäa (325 n. Chr) auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang. Damit ist der 22. März der früheste Termin und der 25. April der letzte Termin, auf den Ostern fallen kann.

Der Mathematiker Johann Carl Friedrich Gauß (1777-1855) hat einen Algorithmus entwickelt, der als die Gauß'sche Osterformel bekannt ist und bereits in allen Programmiersprachen der Welt programmiert wurde. Sie gilt für die Jahre 1593 (Beginn des Gregorianischen Kalenders) bis 3900, spätere Anpassungen machten sie auch für den Julianischen Kalender und die Jahre nach 3900 passend. Der errechnete Wert gibt die Entfernung vom letzten Februartag bis zum Ostersonntag in Tagen an.

Die Gauß'sche Osterformel lässt sich auch in Excel darstellen. Sie ist zwar etwas umfangreich, ermöglicht aber, die gesamte Feiertagsberechnung makrofrei zu halten. Die Basis der Berechnung ist die Jahreszahl, die in unserem Beispiel in Zelle A1 steht (Bild 1):

=DATUM(A1;3;28)+REST(24-REST(A1;19)*10,63;29)-REST(KÜRZEN(A1*5/4)+REST(24-REST(A1;19)*10,63;29)+1;7)

Die Formel liefert die Tageszahl 38823, mit dem Zahlenformat TT.MMMM JJJJ wird diese Zahl als Datum des Ostersonntags ausgegeben - im Jahr 2006 ist das der 16. April.

Bild 1: Die Gauß'sche Osterformel berechnet das Datum für den Ostersonntag.

Die kirchlichen Feiertage sind vom Datum des Ostersonntags abhängig und lassen sich aus diesem leicht berechnen (Tabelle 1). Eine Ausnahme bildet der Buß- und Bettag, der seit 1995 nur noch in Sachsen arbeitsfrei ist (das dafür höhere Beiträge zur Pflegeversicherung zahlt). Er fällt mit 11 Tagen vor dem Beginn des Kirchenjahrs (1. Advent) immer auf einen Mittwoch. Als inoffizielle Feiertage gelten der Rosenmonat und der Faschingsdienstag (48 bzw. 47 Tage vor Ostern), da diese meist auch arbeitsfrei sind. Die übrigen kirchlichen Feiertage sind wie die gesetzlichen Feiertage fest terminiert (siehe Bild 2).

Tabelle 1: Die Abhängigkeit der kirchlichen Feiertage vom Datum des Ostersonntags.
Feiertag Abstand zum Ostersonntag
Karfreitag - 2 Tage
Ostermontag + 1 Tag
Christi Himmelfahrt + 39 Tage
Pfingstmontag + 50 Tage
Fronleichnam + 60 Tage
 

Die Feiertagsliste mit der Funktion DATUM()

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