Mit einem geeigneten Team den Innovationsprozess starten Wie Unternehmen in 6 Schritten Innovationen entwickeln

Innovationen im Unternehmen entwickeln | 6 Schritte

Innovationen sind der Umsatz von übermorgen. Sie sind für Unternehmen die einzige Möglichkeit, langfristig am Markt zu bestehen. Ein Vorgehen aus sechs Schritten kann helfen, mit Kreativität und Umsetzungsstärke erfolgreich zu innovieren.

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Mit einem geeigneten Team den Innovationsprozess starten Wie Unternehmen in 6 Schritten Innovationen entwickeln

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Innovationen sind der Umsatz von übermorgen. Sie sind für Unternehmen die einzige Möglichkeit, langfristig am Markt zu bestehen. Ein Vorgehen aus sechs Schritten kann helfen, mit Kreativität und Umsetzungsstärke erfolgreich zu innovieren.

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Ein Innovationsworkshop: Erwartungsvoll stehen die sorgfältig ausgewählten Teilnehmer:innen vor einer Pinnwand. "Wie wir Produkt X innovieren und fortan kundenfreundlicher gestalten" ist die Aufgabenstellung. "Also, nach meiner Überzeugung …", beginnt jemand. "Ich kann gern aus meinem Dashboard ein paar Zahlen beisteuern …", bietet jemand anderes an. "Ich kenne mich in der Zielgruppe bestens aus. Für mich ist vollkommen klar …", sagt sehr überzeugend eine dritte Person.

Halt! Innovationen und ein damit verbundener überragender Kundennutzen entstehen nicht dadurch, dass man eigene Annahmen einbringt und persönlich gefärbte Antworten gibt. Wer Kundenbelange wirklich verstehen will, braucht einen intensiven Austausch mit bestehenden, verlorengegangenen und potenziellen Kund:innen, sollte diese also eingehend involvieren. Oder, besser: sie beobachten. Oder, am besten: im Blindtest zum Kunden des eigenen Unternehmens werden.

Letzteres hat die Schweizer Bundesbahn (SBB) schon vor Jahren gemacht: 100 Führungskräfte schlüpften in die Rolle des Fahrgasts und absolvierten zehn verschiedene Reisearten, etwa das Reisen ohne Fahrausweis oder das Reisen mit Sperrgepäck. Über ihre Eindrücke und Erlebnisse führten sie Tagebuch. Dies schärfte ihr Verständnis für die Bedürfnisse der echten Kundschaft exorbitant. Notwendige Verbesserungen mussten gar nicht erst durch die Instanzen, sie wurden oft noch am gleichen Tag in Angriff genommen (Büeler & Heyden, 2019).

So stellen Sie ein Innovationsteam zusammen

Wer Innovationen in den Markt bringen will, muss eingetretene Denkpfade verlassen, bestehende Grenzen verschieben, etwas riskieren und ergebnisoffen experimentieren. Denen mit einer gesunden Innovationskultur ist es dabei egal, woher die zündenden Ideen kommen. Insofern sind nicht nur Leute aus der Innovation Unit gefragt. Mit an Bord gehen vordenkende, Pionierarbeit leistende und das Übermorgen gestaltende Personen aus allen Bereichen. Junge Talente sind für die Suche nach Neuem besonders geeignet, weil sie nichts Altes verteidigen müssen. Frisch eingestellte Mitarbeitende und smarte Praktikant:innen sind ebenfalls wertvoll, weil ihr Blick noch unverstellt ist von dem, wie die Dinge unternehmenskulturell laufen.

Kreativgruppe für die Ideenfindung – Umsetzungsgruppe für die Verwirklichung

Idealerweise haben größere Innovationsprojekte zwei voneinander getrennte Phasen: die Phase der Ideenfindung und die Phase der Überführung in die Realität. Die Zusammensetzung des Kernteams kann dabei variieren:

  • Die Kreativgruppe besteht aus Menschen, die eine besondere Eignung für Neuanfänge, Übergänge und das Vorreitertum haben. Sie geben den kreativen Input und entwickeln einen Vorwärtsdrang. Sie stellen die abwegigsten Fragen, sie denken das Undenkbare und träumen sich in die schönsten Luftschlösser rein. Sie sehen in allem Neuen ein Eldorado von Chancen und nicht gleich Gefahr. Für Routinevorgänge und Kleinteiligkeit fehlt diesem Typ Mensch das Talent. Superkreative ziehen oft derart viel "Kick" aus dem reinen Erfindungsprozess, dass sie die Lust verlieren, sobald es an kleinteiliges Umsetzen geht.
  • Die Umsetzungsgruppe besteht aus Menschen, die pragmatisch, strukturiert und umsetzungstalentiert sind. Denn im Zuge der Realisierung heißt es, auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren. Hierbei geht es um Machbarkeit und eine detaillierte Umsetzungsplanung. Dies erfordert einen anderen Menschentyp: Routiniers und Macher:innen mit Sinn für Genauigkeit und Präzision. Werden diese zu früh in ein Projekt einbezogen, ersticken sie jede verrückte Idee schon im Keim. Sie stellen jedoch sicher, dass an alles gedacht wird und am Ende das Ganze gut funktioniert.

In beiden Gruppen ist eines entscheidend: psychologische Sicherheit. Nur dann fällt es den Menschen leicht, sich voll und ganz einzubringen. Sie sagen offen ihre Meinung, experimentieren mit neuen Vorgehensweisen, reden über ihre Fehler, holen Feedback ein und bitten um Hilfe – so kann sich ihre Innovationskraft voll entfalten.

Fehler zugeben, eine andere Meinung äußern und auch mal "dumme" Fragen stellen – das ist im Job oft nicht möglich, ohne negative Reaktionen befürchten zu müssen. Sabina Lammert erklärt, warum es sich für Teams lohnt, einander zu vertrauen.

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So starten Sie einen Innovationsprozess

Es gibt eine Vielzahl von Dingen, die man innovieren kann: interne Strukturen und Prozesse, Produkte und Services, Nachhaltigkeitslösungen und Geschäftsmodelle. Innovationen können einfach oder komplex sein. Sie können den operativen Alltag oder die Strategie eines Unternehmens betreffen. Je nach Branche sind die Abläufe dafür verschieden. Doch fast immer hilft eine Basisstruktur aus sechs Schritten:

  1. Analysieren
  2. Ideieren
  3. Priorisieren
  4. Prototypisieren
  5. Testen
  6. Realisieren

Diese Hauptphasen eines Innovationsprozesses (Bild 1) schauen wir uns im Folgenden an.

Die Abfolge eines Innovationsprozesses
Bild 1: Die Abfolge eines Innovationsprozesses

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