Mit System und nach Maß

In KMUs Projekt-Portfoliomanagement erfolgreich einführen

Das Meeting, in dem die Geschäftsführung eines mittelständischen Pharma-Unternehmens das Projektportfolio bespricht, erzeugt regelmäßig Frust anstatt Ergebnisse. Die Teilnehmer verlieren sich in Projektdetails, übergeordnete Entscheidungen werden oft zu spät getroffen oder erweisen sich als falsch. Die Geschäftsleitung zieht die Notbremse und entscheidet: Das Unternehmen braucht ein professionelles Projekt-Portfoliomanagement. Aber wie führt man das ein? Christian Mugrauer beschreibt am Beispiel des Pharma-Unternehmens, wie sich in KMUs ein wirkungsvolles, von allen akzeptiertes Projekt-Portfoliomanagement pragmatisch und zügig etablieren lässt. Außerdem stellt er die wesentlichen Erfolgsfaktoren und Lessons Learned vor.

"Mein Gott, war das wieder uneffektiv!" Der Geschäftsführer eines mittelständischen Pharma-Unternehmens ist unzufrieden. Das Meeting, in dem die erweiterte Geschäftsleitung die aktuellen Projekte bespricht, ist wieder einmal chaotisch verlaufen. "Wer am lautesten ruft, stellt sein Problemprojekt vor, und dann reden wir eine gute Stunde in aller Ausführlichkeit nur darüber. Danach kommt der Business-Development-Verantwortliche mit einem vermeintlich tollen Auftrag, den er noch schnell genehmigen lassen will – und dann ist die Zeit um. Das ist doch Micromanagement! Wir kommen als Geschäftsleitung gar nicht dazu, systematisch zu besprechen, auf welche Pferde wir setzen sollen."

Immer wieder kommt es vor, dass Projekte gestartet werden, die dem Unternehmen keinen besonders hohen Nutzen bringen. Projekte, die bei genauerer Betrachtung rentabler gewesen wären, werden dafür zurückgestellt. Außerdem fehlt der Geschäftsführung oft die Übersicht über die Projekte, so dass sie wichtige Entscheidungen zu spät trifft oder zu spät reagiert. "Solche Fehler kann sich das Unternehmen nicht mehr leisten", schimpft der Geschäftsführer. "Wachstum und Gewinn gehen zurück – dadurch bekommen wir Probleme mit unseren Investoren, die die Aktienmehrheit halten." Der Geschäftsführer beschließt zu handeln und Projekt-Portfoliomanagement einzuführen.

Die Ausgangssituation

In vielen mittelständischen Unternehmen wird Projektmanagement nicht systematisch, sondern pragmatisch-intuitiv eingesetzt. Das kann bis zu einer gewissen Unternehmensgröße sehr gut funktionieren – doch kommen Unternehmen irgendwann an einen Punkt, bei dem diese Form der Projektdurchführung an Grenzen stößt und den weiteren Erfolg des Unternehmens behindert. Dann ist es notwendig, das Projektmanagement weiterzuentwickeln, um möglichst schnell wieder entscheidungs- und handlungsfähig zu werden. Auch das beschriebene Pharma-Unternehmen steht nun an diesem Punkt.

Das Unternehmen

Das Pharma-Unternehmen bietet umfassende Produktentwicklungs-Dienstleistungen an und beschäftigt insgesamt etwa 500 Mitarbeiter; es hat seinen Hauptsitz in Süddeutschland, außerdem gibt es zwei weitere Standorte in Indien und Dänemark. Das Unternehmen ist international tätig und sein Business basiert hauptsächlich auf erfolgreicher Projektarbeit.

Nach einem Management-Buyout aus einem US-amerikanischen Mischkonzern, der mit Unterstützung von Investoren erfolgte, führten die beiden neuen Eigentümer und Geschäftsführer die Firma erfolgreich weiter. Das Unternehmen wuchs und die Abläufe wurden immer komplexer. Schließlich zeigte sich, dass das pragmatisch-intuitive Projektmanagement nicht mehr adäquat war und den weiteren Erfolg begrenzte. Deshalb wurde im Rahmen einer Projektmanagement-Initiative das Einzel-Projektmanagement mit Hilfe eines externen Beraters gezielt weiterentwickelt. (Das Vorgehen einer solchen Projektmanagement-Einführung ist im Artikel "Mit System und nach Maß. In KMUs Projektmanagement erfolgreich einführen", Projekt Magazin 17/2008 beschrieben. In diesem ersten Schritt wurde bewusst darauf verzichtet, gleichzeitig auch Projekt-Portfoliomanagement einzuführen. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, um den zweiten Schritt zu realisieren.

Wie schon bei der

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