Praxisbericht über das Scheitern einer Kooperation

Voller Euphorie begann die Kooperation eines Softwareentwicklers mit einem Berater aus dem Gesundheitswesen. Nach 18 Monaten wurde die Produktentwicklung kurz vor der Fertigstellung abgebrochen; beide Partner waren vom Verlauf des Projekts extrem enttäuscht. Olaf Clausen zeigt in seinem Praxisbericht, warum das Projekt gescheitert ist und gibt Tipps für die Zusammenarbeit in Kooperationen.

"Aus meinen Niederlagen habe ich mehr gelernt als aus meinen Siegen", sagte Boris Becker, als die Mercedes A-Klasse vor einigen Jahren von einem Elch aus der Spur gebracht wurde. In der Hoffnung, dass in dieser Aussage ein Fünkchen Wahrheit steckt, will ich in diesem Artikel über negative Projekterfahrungen berichten, Fehler beschreiben und Verbesserungsvorschläge aufzeigen.

Der Projektverlauf in Kurzform

Geplant war, gemeinsam mit einem Partner ein Softwareprodukt für den Gesundheitsbereich zu entwickeln. Einer der Partner war ein erfahrener Softwareentwickler, der andere seit einigen Jahren Berater im Gesundheitsbereich. Nach eineinhalb Jahren Entwicklungszeit kam es zum Bruch zwischen den Partnern. Die Produktentwicklung wurde kurz vor der endgültigen Fertigstellung eingestellt. Beide waren hochgradig unzufrieden und von dem Projektverlauf enttäuscht. Umsätze kamen keine zustande.

Beleuchten wir dieses Projekt nun etwas näher und schauen uns insbesondere die verschiedenen Projektphasen an.

Der Projektstart

Der Berater plante die Entwicklung eines Softwareprodukts für den Gesundheitsbereich. Schon länger suchte er nach einem geeigneten Partner für die Umsetzung seiner Idee. Über Empfehlungen wurde der Kontakt zu einem Softwareentwickler hergestellt. Der Berater begeisterte den Softwareentwickler mit seiner eigenen Euphorie und überzeugte mit den hervorragenden Absatzchancen und möglichen Gewinnen seiner Produktidee. Die Aussagen des Branchenspezialisten wurden von dem Softwareentwickler auf ihre Richtigkeit hin nicht weiter überprüft.

Mündlich wurde vereinbart, dass der Softwareentwickler die Entwicklung der Software übernimmt und der Berater sich um den Vertrieb und um die fachliche Betreuung der Produkte kümmert. Ebenso einigte man sich über einen Schlüssel bei der Gewinnaufteilung. Eine schriftliche Fixierung fand jedoch nicht statt.

Sicherlich ein typischer Sachverhalt für den Beginn einer Kooperation. Auf der einen Seite ein Partner, der das Know-how im EDV-Bereich mitbringt, auf der anderen Seite ein Partner, der ein Branchen-Know-how besitzt. Auch die Euphorie vor dem Projektstart ist normal. Besser wäre es jedoch, nüchtern und sachlich an die Kooperation heranzugehen und die realistischen Marktchancen zuerst

Anzeige
Der vollständige Artikel ist für Abonnenten frei zugänglich.
Artikel kaufen (2,50 €)
  • 5 Seiten Praxiswissen
  • PDF-Download
Kostenlos weiterlesen!
  • Diesen Beitrag kostenlos lesen
  • 4 Wochen Online-Zugriff auf alle Artikel, Methoden und das Glossar
Tech Link