Programm-Management – Cockpit zur Umsetzung strategischer Ziele mit Projekten

Das Programm-Management stellt die "Brücke" zwischen Portfolio-Management und klassischem Einzel-Projektmanagement dar. Ein professionelles Programm-Management bündelt Einzelprojekte, die dasselbe übergeordnete bzw. strategische Ziel verfolgen, und deckt bisher nicht genutzte, verborgene Potenziale auf. Es dient u.a. dazu, anspruchsvolle Produkte in einer komplexen Umgebung zu entwickeln. Dirk Heese stellt dar, welchen Nutzen Programm-Management stiftet, welche Einsatzgebiete es gibt, was die führenden Standards unter Programm-Management verstehen und grenzt dieses begrifflich gegen Projekt- und Portfolio-Management ab.

Im Zeichen der Globalisierung werden die Verflechtungen und Abhängigkeiten zwischen Unternehmen im In- und Ausland enger und enger, ohne dass ein Ende dieser Entwicklung absehbar wäre. Derzeit erleben wir immer neue Rekordmarken bei der Zahl ausgelagerter Auftragsproduktionen und Dienstleistungen, der Zunahme von Franchise- und Lizenzgeschäften und dem Anteil transnationaler Konzerne an der Weltwirtschaft.

Das stellt das Management vor neue Herausforderungen: Es muss nicht nur unterschiedliche Unternehmen und Fachbereiche, sondern auch verschiedenste Kulturen, Verfahren und Standards erfolgreich integrieren. Da ein Großteil der Entwicklungs- und Produktionsvorhaben in Form zeitlich begrenzter (Groß-)Projekte organisiert wird, muss auch das Projektmanagement in den Unternehmen an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden. Vor diesem Hintergrund hat sich das Programm-Management etabliert und gewinnt immer mehr an Bedeutung.

"Brücke" zwischen Portfolio-Management und klassischem Einzel-Projektmanagement

Programm-Management dient also u.a. dazu, anspruchsvolle Produkte in einer komplexen Umgebung zu entwickeln. Viele Programme werden von dezentralen Teams bearbeitet, die in unterschiedlichen Netzwerken über verschiedene Zeitzonen hinweg arbeiten und diverse Sprachen sprechen. Das Programm-Management stellt dabei die "Brücke" zwischen Portfolio-Management und klassischem Einzel-Projektmanagement dar, konkret zwischen strategischer Planung und operativer Umsetzung.

In Deutschland hat die GPM/IPMA den Begriff "Multiprojektmanagement" etabliert. Darunter werden alle Aspekte des Projektmanagements in einem Unternehmen zusammengefasst und die verschiedenen Projektmanagement-Ebenen anschaulich dargestellt. Programm-Management fungiert in diesem Zusammenhang als dem Einzelprojektmanagement übergeordnete Koordinationsebene für die operative Umsetzung der Arbeitspakete (Bild 1).

Bild 1: Multiprojektmanagement (Quelle: Gemünden u.a., 2011).

Mehrere Projekte, die dasselbe übergeordnete bzw. strategische Ziel verfolgen, müssen sinnvoll koordiniert werden. Das Programm-Management ermöglicht es, den Nutzen des im Programm definierten Gesamtvorhabens für das Unternehmen frühzeitig zu überwachen.

Das Programm-Management bietet Projektleitern auch einen übergeordneten Informations- und Steuerungsmechanismus und die notwendige Struktur, um die Schnittstellen und Abhängigkeiten zwischen einzelnen Arbeitspaketen zu koordinieren. Im Rahmen der Programmplanung werden die Arbeitspakete aller beteiligten Projekte im Zusammenhang betrachtet. So lassen sich die Abhängigkeiten auf der Detailebene

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