Selbstmarketing mit Linkedin, Xing und Co. So präsentieren Sie sich kompetent im Netz

So präsentieren Sie sich kompetent im Netz

Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Auftraggeber, Kollegen oder Stakeholder Ihre Fähigkeiten unterschätzen? Selbstmarketing im Netz kann Ihre Sichtbarkeit bei Kollegen und in der Fachwelt erhöhen. Dies nützt neben Ihrer Karriere auch Ihren Projekten, da Sie als anerkannter Experte Ihre Interessen besser durchsetzen können.

Management Summary

  • Durch Selbstmarketing schärfen Experten und Führungskräfte ihr Profil. Dies nützt der eigenen Karriere und auch den Projekten, da ein anerkannter Experte seine Interessen leichter durchsetzen kann.
  • Ein aussagekräftiges Basisprofil liefert alle wichtigen Informationen, um sich in sämtlichen Medien übereinstimmend zu präsentieren.
  • Es gibt viele Möglichkeiten, um in der digitalen Welt präsent zu sein. Angefangen bei der Teilnahme an sozialen Netzwerken, wie XING oder Linkedin, bis hin zu einer eigenen Internetseite.

Selbstmarketing mit Linkedin, Xing und Co. So präsentieren Sie sich kompetent im Netz

So präsentieren Sie sich kompetent im Netz

Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Auftraggeber, Kollegen oder Stakeholder Ihre Fähigkeiten unterschätzen? Selbstmarketing im Netz kann Ihre Sichtbarkeit bei Kollegen und in der Fachwelt erhöhen. Dies nützt neben Ihrer Karriere auch Ihren Projekten, da Sie als anerkannter Experte Ihre Interessen besser durchsetzen können.

Management Summary

  • Durch Selbstmarketing schärfen Experten und Führungskräfte ihr Profil. Dies nützt der eigenen Karriere und auch den Projekten, da ein anerkannter Experte seine Interessen leichter durchsetzen kann.
  • Ein aussagekräftiges Basisprofil liefert alle wichtigen Informationen, um sich in sämtlichen Medien übereinstimmend zu präsentieren.
  • Es gibt viele Möglichkeiten, um in der digitalen Welt präsent zu sein. Angefangen bei der Teilnahme an sozialen Netzwerken, wie XING oder Linkedin, bis hin zu einer eigenen Internetseite.

Erfolgreiche Projektleiter machen einen guten Job. Sie werden als Menschen wahrgenommen, denen man vertraut und zutraut, dass sie Projekte erfolgreich managen. Ihr Erfolg besteht neben der guten Arbeit auch darin, dass andere ihre Arbeit wahrnehmen.

Wie Sie im Unternehmen, bei Ihren Kunden und in der Projektleiter-Community wahrgenommen werden, können Sie selbst beeinflussen: durch Selbstmarketing. Dabei stellen Sie sich als Persönlichkeit dar, um bei Ihren Stakeholdern Vertrauen aufzubauen. Dieses hilft Ihnen insbesondere dann, wenn es mal weniger gut läuft und schwierige Situationen gemeistert werden müssen, sei es persönlich oder bezogen auf Ihr Projekt.

Dieser Beitrag beschreibt, wie Sie sich mit einem aussagekräftigen Profil in den digitalen Medien präsentieren können.

Warum Selbstmarketing?

Wenn Ihnen im Unternehmen ein Mitarbeiter begegnet, den Sie kaum kennen, und er Sie mit Namen anspricht, heißt das nicht nur, dass er ein gutes Namensgedächtnis hat, sondern auch, dass Sie einen bleibenden guten Eindruck hinterlassen haben. Genau das ist das Ziel eines Brands, also einer Marke. Coca-Cola oder Apple haben es geschafft, einen starken Brand zu etablieren: Viele kaufen die Produkte, weil sie mit diesen ein positives Image verbinden.

Auch Ihr Ziel sollte es sein, ein unverwechselbares Image in Ihrem Themengebiet zu bekommen. Dadurch erarbeiten Sie sich einen Vertrauensvorschuss, der es Ihnen leichter macht, Ihre Themen zu platzieren oder andere von Ihrer Meinung zu überzeugen. Selbstmarketing heißt nicht, sich selbst schönzureden, sondern Ihren Leistungen und Ihrer Person ein gutes Image geben.

So entwickeln Sie Ihr Profil

Das Kernstück des Selbstmarketings ist ein Profil, das die Punkte betont, mit denen Sie bei anderen wahrgenommen werden wollen. Bei Facebook, Xing und allen anderen sozialen Netzwerken werden Sie vor allem durch Ihr Profil sichtbar.

Erarbeiten Sie sich ein Basisprofil

Statt für jedes Netzwerk ein neues Profil zu entwickeln, empfehle ich ein Basisprofil zu erstellen. Das spart Zeit und Sie können dieses auch verwenden, um sich bei einem Meeting oder zu Beginn einer Präsentation vorzustellen, oder um einem neuen Kontakt via E-Mail eine kurze Information zu sich zu geben.

Ihr Basisprofil sollte (neben Ihrem Namen) Folgendes beinhalten:

Foto: Ein Bild prägt den ersten Eindruck. Lassen Sie Fotos deshalb immer von einem Profi machen. Je besser das Bild die Persönlichkeit trifft, die Sie verkörpern möchten, umso mehr unterstützt es Ihr Profil. Achten Sie darauf, dass Kleidung und Haltung die Rolle widerspiegeln, die Sie verkörpern: Eine Führungskraft sollte sich im Anzug fotografieren lassen und einen energischen, zielstrebigen Eindruck machen. Ein Experte dagegen kann leger gekleidet sein. Überlegen Sie sich, welchen Eindruck Sie erreichen wollen. Sehen Sie sich Beispiele in sozialen Netzwerken an, um Anregungen für Ihre eigene Darstellung zu bekommen.

Ausbildung und Berufserfahrung: Dokumentieren Sie Ihre Schulbildung, Abschlüsse von Universitäten, Berufsausbildungen und die wichtigsten Stationen Ihres Arbeitslebens. Die Aufzählung dieser Entwicklungsstationen sollte ein roter Faden verbinden, der belegt, wie Sie sich kontinuierlich zu einem Experten in Ihrem Fachgebiet entwickelt haben.

Fachgebiete: Beschreiben Sie hier Ihre Fachgebiete und Schwerpunktthemen. Stellen Sie sich dazu die Frage: Was macht mich einzigartig? Mit welchen Projekten und Themen hatte ich die größten Erfolge? Was sind meine Qualitäten und Stärken als Experte? Um Ihre Stärken zu ermitteln, können Sie die Methode der SWOT-Analyse nutzen.

Interessen: Ihre Interessen sollten stimmig mit Ihren Fachthemen sein oder diese ergänzen. Mit Ihren Interessen zeigen Sie die Richtung an, in die Sie sich entwickeln wollen, und welche Personen oder Unternehmen für Sie interessant sind.

Alleinstellungsmerkmal: Beschreiben Sie möglichst in einem Satz, was Sie einzigartig macht. Dieser Satz sollte beim Leser ein Bild entstehen lassen, das Aufmerksamkeit erregt. Beispiel: "Führen bedeutet für mich, mein Team erfolgreich zu machen." Oder: "Ich engagiere mich für meine Leidenschaft: Projektmanagement." Das Selbstmarketing soll dafür sorgen, dass möglichst viele Personen diese Aussage mit Ihrem Namen verknüpfen.

Kontaktdaten: Stellen Sie die (Web-)Adressen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern zusammen, über die Sie erreicht werden wollen.

Planen Sie für das Erstellen eines Basisprofils einen halben Tag ein, selbst wenn Sie durch einen guten CV alle Daten präsent haben. Ergänzen Sie das Basisprofil und Ihre Profile im Netz immer dann, wenn sich in Ihrem beruflichen Lebensweg etwas getan hat.

So nutzen Sie Ihr Profil

Je weniger Sie als Person in Ihrer persönlichen Arbeitsumgebung präsent sind (bedingt z.B. durch Homeoffice), umso wichtiger ist es, die Medien für Ihre Präsenz zu nutzen. Manche Unternehmen haben beispielsweise inzwischen ein eigenes firmeninternes soziales Netzwerk. Nutzen Sie vor allem dieses, um Ihre Präsenz im Unternehmen zu steigern.

Die Pflicht: Profile in Netzwerken anlegen

Eine gute Präsenz im Unternehmen und in den sozialen Netzwerken ist auch hilfreich, wenn Sie einen Stellenwechsel anstreben. Wenn Sie sich auf eine andere Stelle im Unternehmen bewerben, sind Sie kein Unbekannter mehr. Vielleicht spricht man Sie sogar vor einer Ausschreibung darauf an, ob Sie Interesse an einer Stelle haben. Inzwischen nutzen auch viele Recruiter die sozialen Netzwerke, um nach geeigneten Kandidaten für eine Stelle zu suchen.

In der digitalen Arbeitswelt sollten Sie vor allem in den sozialen Netzwerken präsent sein. Für den deutschsprachigen Raum ist XING die beste, weil meistgenutzte, Plattform. Sind Sie international tätig, sollten Sie in Linkedin aktiv sein. Aber auch andere Plattformen wie Twitter oder Facebook können Sie für Ihr Selbstmarketing nutzen.

Sichtbar werden Sie in diesen Medien durch Ihr Profil. Mit dem Basisprofil fällt es Ihnen leicht, das Profil für diese Netzwerke auszufüllen. Denken Sie auch immer daran, das Profil aktuell zu halten. Dies hat zwei Vorteile: Erstens haben die Leser des Profils immer die aktuellen Informationen und zweitens informieren die Netzwerke Ihre Kontakte automatisch, wenn sich an Ihrem Profil etwas ändert. Das ruft Sie wieder in Erinnerung. Wenn es die Profilseite erlaubt, sollten Sie auch hier den Satz einfügen, der Ihr Alleinstellungsmerkmal wiedergibt.

Die Kür: Aktiv sein in Gruppen und den eigenen Internetauftritten

Netzwerke leben von Geben und Nehmen. XING und Linkedin haben viele Funktionen, um aktiv in den Plattformen sein zu können. Bei Xing sind dies Gruppen, in denen Sie sich an Diskussionen beteiligen können. Hier eine kleine Auswahl von XING-Gruppen, die für Projektleiter interessant sein können:

Wenn Sie hier besonders aktiv sein wollen, können Sie auch eine eigene Gruppe eröffnen. Überlegen Sie sich, bevor Sie einer Gruppe beitreten, ob Sie für eine aktive Mitarbeit genügend Zeit haben und der erwartetet Effekt den Aufwand lohnt. Sie sollten dafür mindestens 30 Minuten pro Woche einplanen.

In Linkedin können Sie Personen, die Sie kennen, empfehlen (z.B. als Experte) oder etwas zu wichtigen Ereignissen oder Themen posten. Sowohl Linkedin wie auch XING informieren die vernetzten Personen über solche Posts, aber auch über Veränderungen in Profilen. All dies sind gute Möglichkeiten, um Ihre Kontakte zu pflegen und sich regelmäßig ins Gedächtnis zu rufen.

Persönliche Website und Blog

Alle Ihre Online-Auftritte sind Visitenkarten im Netz. Achten Sie daher darauf, dass Internetauftritte aus Ihrem privaten Bereich (z.B. bei Facebook) zum Bild in den beruflichen Netzwerken passen. Dies gilt vor allem für Bilder, die Sie in Ihrer privaten Facebookseite oder Instagram veröffentlichen. Die Wirkung Ihrer Präsenz können Sie verstärken, indem Sie Ihre Auftritte in den Netzwerken oder Ihren privaten Seiten untereinander vernetzen.

Neben den Netzwerken können Sie auch einen eigenen Blog betreiben oder sogar eine eigene Web-Seite erstellen. Blogs haben sich als ein gutes Instrument bewährt, um Fachkompetenz zu zeigen. Eine Möglichkeit, um mit relativ wenig Aufwand in der Projektmanagement-Community sichtbar zu werden, ist Fachbeiträge im Netz zu kommentieren. Beispielsweise können Sie Kommentare zu den Artikeln im projektmagazin schreiben. Aufwändiger ist das Verfassen eigener Fachbeiträge (als Redaktion unterstützen wir Sie dabei natürlich und wir freuen uns immer über neue Autoren!).

Während ich bei T-Systems für das Thema Fachkarriere zuständig war, betrieb ich einen Blog, der sehr hoch im Google-Ranking war. Dadurch wurde ich für das Thema als Experte wahrgenommen und immer wieder dazu angefragt, auch von Journalisten. Jedoch war der Aufwand sehr hoch, daher lohnt sich das vor allem für Berater.

Fazit und Ausblick

Mit Selbstmarketing unterstützen Sie Ihre Karriere, aber auch Ihre Projekte. Denn als anerkannter Experte haben Sie es leichter, sich mit Ihrer Meinung durchzusetzen. Andererseits kostet Selbstmarketing auch Zeit. Lassen Sie Ihre Selbstmarketingaktivitäten nicht zu einem Zeitfresser werden. Überlegen Sie, wie viel Selbstmarketing Ihnen nutzt und legen Sie fest, wie viel Zeit Sie dafür investieren wollen.

Machen Sie Selbstmarketing zu einer Angewohnheit, um mit wenig Aufwand regelmäßig Werbung in einer Sache zu betreiben. Nutzen Sie Vorstellungsrunden in virtuellen Meetings, um sich positiv zu präsentieren. Sagen Sie mehr als nur Ihren Namen und Ihre Funktion: Stellen Sie heraus, welchen Beitrag Sie in diesem Meeting leisten können. Auch jeder Anruf bei einem Kollegen, den Sie nicht kennen oder bei einem Kunden, ist eine Chance zur Selbstvermarktung. Stellen Sie sich ausführlich vor, bevor Sie Ihr Anliegen nennen. So fallen Sie nicht gleich mit der Tür ins Haus und vermitteln gleichzeitig ein Bild von Ihnen. Das gilt auch für E-Mails an Unbekannte: Nutzen Sie den ersten Absatz dazu, etwas über sich und Ihrer Kompetenz zum Thema zu schreiben. Nutzen Sie die E-Mail-Signatur als Werbefläche. Hier können Sie nicht nur Ihre Kontaktdaten aufführen, sondern auch den Satz, der Ihr Alleinstellungsmerkmal wiedergibt.

Literatur

Bohinc, Tomas: Der erfolgreiche Karrierestart: Praxistipps für Berufseinsteiger, Gabal-Verlag, Offenbach 2014

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