Damit dem Team die Puste nicht ausgeht

Sustainable Pace – mehr Produktivität in agilen Projekten

Ist nach Phasen der Mehrarbeit keine Erholung möglich, nimmt die Leistungsfähigkeit selbst hartgesottener Mitarbeiter drastisch ab. Ein wichtiger Grund, um auf eine angemessene Auslastung seiner Teammitglieder zu achten. Auch das Agile Manifest nimmt sich diesem wichtigen Punkt der "Sustainable Pace" – also einer dauerhaft haltbaren Arbeitsgeschwindigkeit – an. Lutz Malburg zeigt, was sich hinter diesem Begriff verbirgt und plädiert dafür, dass die Unternehmen mehr auf die Auslastung ihrer Teams achten sollten.

Dreh- und Angelpunkt der Scrum-basierten Software-Entwicklung ist das Scrum-Team bestehend aus Product Owner, Development Team und Scrum Master. Damit ein ScrumTeam kontinuierlich sehr gute Ergebnisse liefert, muss es seine Arbeitsgeschwindigkeit so wählen, dass es diese über einen langen Zeitraum aufrechterhalten kann.

Diese dauerhaft haltbare Arbeitsgeschwindigkeit wird als "Sustainable Pace" bezeichnet. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Extreme Programming und ist der Vorschlag, dass ein Entwickler nicht mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten sollte, um Leistungsfähigkeit und Motivation dauerhaft aufrechtzuerhalten. Dieser Beitrag beschreibt, was sich konkret hinter Sustainable Pace verbirgt, welche positiven Auswirkungen sie hat und die Faktoren, die sie beeinflussen.

Was ist "Sustainable Pace"?

Die folgende Analogie zeigt den Grundgedanken auf: Wer eine Strecke von fünf Kilometern möglichst schnell laufen möchte, ist gut beraten, dazu seine maximale Geschwindigkeit zu wählen, die er über die gesamte Strecke aufrechterhalten kann; dies ist seine "Sustainable Pace".

Werden während des Laufens ein langer, oder mehrere kurze Spurts eingestreut, stellen sich unweigerlich Erschöpfungszustände ein. Diese führen dazu, dass ein Läufer die Geschwindigkeit reduzieren oder den Lauf unterbrechen muss, um wieder zu Atem zu kommen. In beiden Fällen ist es im Regelfall nicht möglich, anschließend die ursprüngliche nachhaltige Maximalgeschwindigkeit wieder aufzunehmen und bis zum Ende der Strecke durchzuhalten. Insgesamt wird für die Strecke durch diese Verlangsamung mehr Zeit benötigt, als dies bei einem gleichmäßigen Lauf der Fall gewesen wäre.

Wer viel Laufen möchte, muss sich auch erholen können

Wer Woche für Woche an fünf Tagen hintereinander fünf Kilometer laufen möchte, muss sich seine Leistungsfähigkeit für die Gesamtstrecke so einteilen, dass die vorhandenen Regenerationsphasen ausreichen, um am nächsten Tag wieder dieselbe Leistung bringen zu können. Wird die Strecke jeden Tag um zwei bis drei Kilometer verlängert, nimmt die allgemeine Erschöpfung zu und die Regenerationsphasen verlängern sich ebenfalls. Mit zunehmender Dauer wird es immer schwieriger die ursprüngliche Maximalgeschwindigkeit für fünf Kilometer aufrechtzuerhalten. Stattdessen tritt eine Verlangsamung in Kombination mit einem erhöhten Verletzungsrisiko ein.

Bild 1: Lange Strecken lassen sich nur mit dem richtigen Tempo bewältigen.
© Jonas Glaubitz – Fotolia.com

Geistige Höchstleistungen nur mit ausreichend Erholung

Analog verhält es sich mit geistigen Arbeitsprozessen. Wird die Arbeit eines Menschen durch zu

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