27
Apr 2018
Meilenstein – Der Projektmanagement-Blog

Projektmanagement der Zukunft mit Künstlicher Intelligenz

Von unseren Kunden und Experten hören wir oft, dass Planung und organisatorische Aufgaben im Projekt sehr viel Zeit benötigen; diese Ressourcen fehlen dann bei der eigentlichen Arbeit am Projekt. Systeme, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basieren, können hier Abhilfe schaffen, indem sie Projektmanager bei diesen Aufgaben unterstützen. Dies ermöglicht z.B. schnellere und komplexere Produktentwicklungen bei gleichzeitiger Schonung der Ressourcen.

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Software übernimmt zeitraubende Aufgaben

KI klingt zunächst nach Zukunftsmusik, ist in einfacher Form jedoch bereits bei vielen Unternehmen und im Projektmanagement fest integriert. KI-Anwendungen, die heute schon genutzt werden, sind beispielsweise von Chatbots, die Kalender oder Organizer steuern, sich dabei selbst verwalten und Termine abstimmen können, automatisch Erinnerungsbenachrichtigungen anzeigen oder Reisebuchungen vornehmen.

Damit ist die Software momentan in erster Linie auf regelhaft ausgeführte Aktionen und Prozesse beschränkt, die sie dank Mustererkennung automatisiert. Sie übernimmt somit vor allem monotone Aufgaben, die viel Zeit in Anspruch nehmen, wie beispielsweise das Pflegen von Kundeninformationen oder standardisierte bzw. auch teil-standardisierte Antworten auf Anfragen. Künftig wird intelligente Software die Organisation in allen Geschäftsbereichen erleichtern.

KI bereitet Analysen vor

Zurzeit werden Systeme verstärkt insbesondere darauf ausgerichtet, Metaphern zu erkennen und zu verstehen. Sprechen wir beispielsweise von einem Flaschenhals, hat eine Software enorme Schwierigkeiten zu entscheiden, ob wir den oberen Teil einer Flasche meinen oder Engpässe wegen fehlender Kapazitäten. Dafür werden Algorithmen so weiterentwickelt, dass sie Bilder und Sprache so gut verstehen, dass sie die Kernbotschaften eines Dokuments, z.B. einer Präsentation, herausziehen und bei Bedarf zusammenfassen können.

Gleiches gilt auch für Ton-Dokumente und Bilder – diese analysiert das System beispielsweise und identifiziert selbst passende Schlagworte und fügt diese hinzu. (Was für uns Menschen im ersten Moment banal klingt, ist für eine Maschine eine hochkomplexe Aufgabe.) Als konkrete Anwendung kann die KI so beispielsweise Kundengespräche analysieren und auf Basis des Verhaltens und der Reaktionen der Kunden Verbesserungsvorschläge für den Ablauf geben.

Was sind die nächsten Schritte? Frag die Software!

In Zukunft können die Systeme noch mehr: In einem unserer Projekte entwickeln wir z.B. gemeinsam mit einem Kunden eine KI-basierte Anwendung, die die Entscheidungsfindung unterstützen und Projektprozesse effizienter machen wird. Die Algorithmen können Daten vorschlagen und anzeigen, die für den nächsten Schritt brauchbar sein könnten.

Die fertige Software wird agilen Projektteams Anhaltspunkte geben, welche Aufgaben sie am sinnvollsten im nächsten Sprint angehen sollten. Eine solche Vorauswahl stiftet insbesondere in Verbindung mit Big Data und der allgemeinen Datenflut heutzutage einen hohen Nutzen.

Maschinelles Lernen erhöht die Qualität von Lösungen

Die neuen Systeme sind zudem lernfähig: Anhand des spezifischen Nutzerverhaltens filtern sie vorab die Informationen und zeigen nur die an, die für den jeweiligen Nutzer relevant sind. Aber das ist nur der Anfang: KI-Algorithmen lernen über ihre Erfahrungen mit dem Nutzer auch dessen Beweggründe für Entscheidungen und können mit der Zeit selbst beurteilen, wie bei bestimmten Sachverhalten idealerweise vorgegangen wird.

So werden neue Strategien ermittelt, deren Ergebnisse wiederum von der Software gespeichert und für weitere Prozesse genutzt werden. Somit wird auch die Auswahl der richtigen Lösung einfacher und die Qualität der Entscheidung erhöht, welche der Nutzer bis dato oftmals eher intuitiv und erfahrungsbasiert fällte – was häufig neue und geeignetere Strategien ausschloss. In Zukunft werden Systeme in kürzester Zeit tausende von Lösungen durchrechnen und optimale Lösungswege vorschlagen, wodurch alle Fälle abgedeckt und der beste umgesetzt wird.

Auch die Kreativität eines Teams in der Produktentwicklung kann neue Richtungen einschlagen, indem die Entwicklung eines Produkts durch KI-analysierte Bedürfnisse der Kunden und Nutzer, die den Betroffenen bis dahin eventuell noch gar nicht wirklich bewusst waren, vorangetrieben wird.

Wie verändert KI unsere Arbeitswelt?

Bei all den Vorteilen und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz im Projektmanagement kommt bei unseren Kunden manchmal die Frage auf, ob Maschinen und Programme irgendwann den Menschen ersetzen und Arbeitsplätze Kosten. Auch wenn diese kritische Haltung nachvollziehbar ist und ein Wandel im Unternehmensaufbau und Arbeitsumfeld definitiv kommen wird, sehen wir hier lediglich eine Verschiebung von Aufgaben: Die Einführung von intelligenten Algorithmen im Projektmanagement kann die Produktivität eines Mitarbeiters fördern, indem die KI diesem zeitraubende, monotone Aufgaben abnimmt und der Mitarbeiter seine Aufmerksamkeit somit auf die Hauptaufgaben legen kann.

Wir können daher beruhigen: Insbesondere Projektmanager müssen sich keine Sorge um ihre Arbeit machen, da in ihren Positionen wichtige Fähigkeiten wie Kreativität und soziale Interaktion nötig sind, welche Künstliche Intelligenz in dieser Form in absehbarer Zeit nicht leisten kann. Software kann zwar lernen und somit selbst abwägen, wie vorgegangen werden soll, von menschlicher Kreativität und Denkvermögen ist sie allerdings noch weit entfernt (siehe dazu auch die Auswertung unserer Blogparade "Projektleiter 2030: Eine schöne Vorstellung").

Bisher gibt es 5 Kommentare
Schwacher Buzzword-Artikel, der an keiner Stelle konkret wird. Ich bezweifle stark, dass es überhaupt schon praxistaugliche KI-Systeme gibt - von Expertensystemen vielleicht abgesehen, die so gut sind, wie die verwendeten Algorithmen. Zeitverschwendung!
vor 14 Wochen 2 Tagen Uwe Stahlhofen
Sehe Ich genauso. Insbesondere wird die Definition eines Projekts ignoriert (Einmaligkeit). Für das Ausführen von Aufgaben ist die KI geeignet. Bei einem Projekt hingegen möchte ich wissen, woher die KI die nötigen Informationen bekommt um überhaupt eine Empfehlung oder Entscheidung zu treffen. Dies würde bedeuten, dass sehr viele Informationen nur der KI wegen, digital erfasst und beschrieben werden müssten. Dies schätze ich als sehr ineffizient ein. Zudem müsste die Datenbasis dahinter riesig sein. Ich bezweifle, dass die Unternehmen die sensitiven Daten der Projekte einer Datenkrake überlassen, nur um eine ausreichende Datenbasis zu schaffen.
vor 13 Wochen 6 Tagen Alain Pfister Trentini
Zustimmung! Da hätten es doch ein paar Details zur in Entwicklung befindlichen KI-Entscheidungsunterstützung sein dürfen. Oder steckt dahinter nur ein Excel-Makro, das Priorität, Alter und Aufwand eines Backlog-Eintrags aufsummiert und danach sortiert?
vor 13 Wochen 3 Tagen Frank Forsten
Hm,
" KI-Algorithmen lernen über ihre Erfahrungen mit dem Nutzer auch dessen Beweggründe für Entscheidungen und können mit der Zeit selbst beurteilen, wie bei bestimmten Sachverhalten idealerweise vorgegangen wird."
Genau aber diese Vorgehensweise tritt auf der Stelle, bzw. verwendet Bestehendes (des Nutzers). So kann auf keinen Fall etwas Neues entstehen. Vorhandenes Denken wird in der komplizierter werdenen Welt nur leichter und schneller erledigt - das kennen wir schon von den Computern.
Innovationen, Kreativität, Esprit vom Mensch auf Maschinen zu übertragen - ein (hoffentlich) langer Weg.
Wir Menschen sollten uns zuerst darauf verständigen, was unter "KI" wirklich zu verstehen ist und was "KI" am Ende für uns Menschen leisten soll.
vor 13 Wochen 6 Tagen Uwe Mateja
freue mich über einen weiteren Artikel der alte- neue- Phrasen drischt....
es ist immer wieder erstaunlich dass man mit heißer Luft(Nennung von Digitalisierung und Innovation und unserer Zukunft) Anleitungen zur Umsetzung generiert.
vor 4 Wochen 5 Tagen MBA Peter Buchmayr
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