Inspiration Cards

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Inspiration Cards

Inspiration Cards ergänzen das traditionelle Brainstorming um neue, kreative Aspekte. Die auf Karten notierten Fragen regen die Teilnehmer dazu an, eine Problemstellung aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Hierzu versetzen die Fragen die Teilnehmer in andere Rollen oder fiktive, sogar utopische Szenarien.

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Inspiration Cards

Inspiration Cards ergänzen das traditionelle Brainstorming um neue, kreative Aspekte. Die auf Karten notierten Fragen regen die Teilnehmer dazu an, eine Problemstellung aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Hierzu versetzen die Fragen die Teilnehmer in andere Rollen oder fiktive, sogar utopische Szenarien.

Inspiration Cards

Einsatzmöglichkeiten

Inspiration Cards dienen als Ergänzung zu traditionellen Methoden der Ideenfindung wie z.B. Brainstorming, Brainwriting, Methode 6-3-5 oder Mindmapping.

Typische Einsatzbereiche sind z.B. Design Thinking Workshops und Produktentwicklungsprojekte.

Christian Botta live erleben auf der PM Welt am 21. April 2020!

Erleben Sie den Vortrag "5+ VISUELLE QUICK-HACKS - Für eine bessere Kommunikation und Kooperation" sowie 30 weitere Speaker in 7 Streams auf der PM Welt 2020.

Das Thema der Konferenz lautet
Stark durch Kooperation! Zusammen.Arbeiten.Grenzenlos.
Die Teilnehmer erhalten in den unterschiedlichen Vorträgen, Diskussionen und Workshops konkrete Anleitungen und Tipps für ihren Projektalltag.

 

Ergebnisse
  • Neue Ideen bzw. Ansätze zur Problemlösung oder Ideenfindung
  • Neue Ideen, die anschließend weiter entwickelt werden können
Vorteile
Inspiration Cards helfen durch den Perspektivwechsel, Denkgrenzen zu überwinden und neue Ansätze zu entwickeln.
Die Methode ist intuitiv und einfach anzuwenden.
Der Einsatz macht den Teilnehmern Spaß und bringt so Schwung in das gewohnte Brainstorming.
Grenzen, Risiken, Nachteile
Inspiration Cards sollten nicht schematisch, sondern kreativ benutzt werden.
Nicht jede Inspiration Card ist für jede Problemstellung tauglich. Gibt es keine sinnvolle Idee zur aktuellen Inspiration Card, sollte sie ganz einfach zur Seite gelegt werden.
Der eigentliche Fokus des Brainstormings kann ins Lächerliche abdriften.
Voraussetzungen
  • Bereitschaft aller Teammitglieder, sich auf diese experimentelle Art des Brainstormings einzulassen
  • Die zu bearbeitende Aufgabe / das zu lösende Problem muss bekannt sein.
  • Die Grundregeln des Brainstormings sollten dem Team bekannt sein.
Qualifizierung

Es bedarf keiner speziellen Qualifikation. Die Grundzüge des Brainstormings sollten allen Teilnehmern bekannt sein, die Workshop-Leitung sollte über Moderationserfahrung verfügen.

Benötigte Informationen
  • Erste Ergebnisse aus dem vorangegangenen bzw. laufenden Brainstorming (oder einer anderen Methode zur Ideenfindung)
  • Kreativität, Fachwissen und Problemverständnis des bearbeitenden Teams
Benötigte Hilfsmittel
  • Falls bereits vorhanden: mindestens zehn vorbereitete Inspiration Cards (evtl. aus anderen Workshops)
  • Festes Papier, besser Karton (z.B. Moderationskarten) für die Inspiration Cards
  • evtl. Laminiergerät zur Herstellung mehrfach einsetzbarer Karten
  • Ausreichend große Arbeitsfläche, z.B. Flipchart oder Moderationswand
  • Ungestörter Raum mit genügend Platz, so dass die Teilnehmer bequem um die Arbeitsfläche stehen können
  • Haftnotizen bzw. Karten und ausreichend Stifte in mehreren Farben und Dicken passend für die Arbeitsfläche
Herkunft

Es gibt keinen expliziten Erfinder dieser Methode. Inspirations-Karten oder Motivationskarten gibt es im Buchhandel schon seit vielen Jahren, z.B. zur Motivation für den morgendlichen Arbeitsbeginn. Als kreative Methode im Geschäftsumfeld wird sie im "Digital Innovation Playbook" (Dark Horse Innovation: Digital Innovation Playbook. Das unverzichtbare Arbeitsbuch für Gründer, Macher und Manager, 2016) beschrieben.

Durchführung: Schritt für Schritt

Schritt 1: Bereiten Sie die Inspiration Cards vor!

Stellen Sie sich ein Set an Karten mit entsprechend inspirierenden Fragen zusammen. Sie können hierzu einfache Moderationskarten verwenden oder auch hochwertige Karten, die sie z.B. anschließend laminieren. Sie können die Karten nur mit der Frage beschriften oder diese zusätzlich mit einer aussagekräftigen Grafik illustrieren. Ihrer Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt – seien Sie kreativ und "toben Sie sich aus"!

Wenn Sie bereits Inspiration Cards aus vorangegangenen Workshops haben, sortieren Sie zunächst veraltete oder unpassende Karten aus. Wählen Sie dann Ihnen für die Teilnehmer und das Umfeld geeignet erscheinende Karten aus. Ergänzen Sie dieses Set bei Bedarf mit neu erstellten Karten. Sie sollten für eine Sitzung insgesamt ca. zehn bis zwanzig Karten zusammenstellen.

Bild 1: Beispiele für Inspiration Cards

Bild 1: Beispiele für Inspiration Cards

Anregungen für mögliche, inspirierende Fragen gibt Ihnen Bild 1. Um den Teilnehmern neue Perspektiven aufzuzeigen, gibt es im Wesentlichen drei Fragetypen: Rollenkarten, Vorstellungskarten und Negative Karten. Die folgende Beschreibung der Fragetypen dient lediglich dazu, Ihre Kreativität anzuregen. Selbstverständlich können Sie weitere Fragetypen entwickeln.

Rollenkarten: "Was würde … tun?"

Rollenkarten regen die Teilnehmer dazu an, sich in reale oder fiktive Personen bzw. Rollen zu versetzen und aus deren Perspektive heraus die Aufgabe zu lösen. Achten Sie darauf, dass die Teilnehmer die Personen kennen, sie sich in diese hineinversetzen können und von ihnen zu Assoziationen angeregt werden.

Grundsätzlich spielt es keine Rolle, ob Sie Politiker (z.B. Angela Merkel oder Donald Trump), Sportler (z.B. Boris Becker), Unternehmer (z.B. Bill Gates) oder berühmte Persönlichkeiten auf der Welt der Musik, des Theaters oder der Kultur (z.B. Angelina Jolie) hernehmen. Sie können auch Unternehmen als Rollen betrachten: Wie würde die Lösung von Starbucks, BMW, Apple, Tesla oder der Bundeswehr aussehen? Auch der eigene Firmenchef, der Chef des Hauptmitbewerbers oder andere Stakeholder können Rollen darstellen. Schließlich können Sie auch allgemeine, nicht mit konkreten Personen verknüpfte Rollen verwenden: Wie würde ein Kleinkind, ein Großvater oder ein geschiedener Ehepartner handeln? Alles ist denkbar!

Sie können im Vorfeld nicht wissen, ob Ihre Karte funktioniert oder nicht. Das müssen Sie aushalten. Es wird auch Karten geben, die in der einen Gruppe funktionieren, in der anderen nicht. Zwei plakative Beispiele sollen dies veranschaulichen:

  • Je nachdem, ob Sie die Rollenkarte "Wie würde sich ein Obdachloser mit diesem Problem auseinandersetzen?" in einem Workshop mit Bank-Managern oder mit Sozialarbeitern einsetzen, werden Sie komplett unterschiedliche Ergebnisse erhalten.
  • Die Rollenkarte "Was würde Boris Becker tun?" kann ebenfalls völlig unterschiedliche Reaktionen hervorrufen: Für die einen ist er ein Vorbild an Einsatz und Kampfgeist, für die nächsten einer der erfolgreichsten Sportler Deutschlands, für wiederum andere ein Hallodri und für die nächsten jemand, der nicht mit Geld umgehen kann.

Probieren Sie auch ggf. Extreme aus – grundsätzlich sind der Methode keine Grenzen gesetzt. Achten Sie aber stets aus das Umfeld und die Teilnehmer des Workshops.

Beispiel: Wenden Sie die Methode bei einem Unternehmen in der Schweiz an, könnten gute Rollenkarten z.B. "Roger Federer", "Friedrich Dürrenmatt" oder "DJ Bobo" sein.

Vorstellungskarten: "Stell Dir vor, dass … ! Was würdest Du dann tun?"

Vorstellungskarten versetzen die Teilnehmer in eine neue Situation, in der geltende Grenzen überwunden, die Rahmenbedingungen verändert oder Gesetze außer Kraft gesetzt sind.

Sie können völlig realitätsfremde Fragen formulieren, wie z.B.: "Was wäre, wenn Menschen fliegen könnten, unsichtbar wären oder schneller laufen könnten als ein Gepard? Was wäre, wenn die physikalischen Gesetze nicht mehr gelten würden? Wenn unten und oben oder links und rechts vertauscht wären? Sie können auch übertreiben – denken Sie z.B. an Science-Fiction-Szenarien. So unsinnig die Vorstellung auch klingen mag, sie kann ein Impuls für eine neue, bahnbrechende Idee sein. Und wenn nicht, ist es auch nicht schlimm, da "Quatsch machen" oft unsere Fantasie anregt und gerade dadurch bessere Lösungen erzeugen kann.

Betrachten Sie auch die Rahmenbedingungen, unter denen Ihr Projekt stattfindet: z.B. Ressourcenengpässe, Termindruck, Budgetdeckelung, "schwierige" Kooperationspartner oder "Altlasten". Befreien Sie Ihr Team für einen Augenblick von blockierenden Zwängen wie z.B.: "Stellen Sie sich vor, sie hätten alles Geld der Welt. Wie würden Ihre Ideen dann aussehen?"

Oft gibt es bei Produktentwicklungen technische Hindernisse oder sogar als unüberwindbar bezeichnete Grenzen. Bei der Elektromobilität ist dies z.B. die geringe Speicherdichte der Batterien. Sprengen Sie diese Grenzen zumindest für eine Runde freien, kreativen Denkens: Wenn pro Kilogramm Batterie 50 km Reichweite möglich wären, wie würden wir dann ein Auto bauen?

Um die gewohnten Grenzen des Denkens zu durchbrechen, können Sie auch mit Emotionen spielen: Wie würde die lustigste Idee aussehen? Was wäre die traurigste Lösung? Welche Lösung würde bei Youtube die Massen begeistern?

Negative Karten: "Wie schade ich …?"

Negative Inspiration Cards drehen die Aufgabenstellung ins Negative und fordern die Teilnehmer dazu auf, destruktive Ideen zu formulieren. Sie können sich z.B. fragen, wie Sie Ihren Kunden am meisten schaden können oder wie Sie Ihre Firma frei nach dem Motto "Kill your Company" zugrunde richten können. Zu einem späteren Zeitpunkt versuchen Sie dann, die generierten negativen Ideen in positive umzuwandeln, bzw. positive Aspekte aus dem Negativen abzuleiten.

Schritt 2: Stellen Sie dem Team die Methode vor!

Gehen Sie wie bei einem traditionellen Brainstorming vor. Stellen Sie sicher, dass die dafür üblichen Regeln allen Teilnehmern bekannt sind:

  • Keine Kritik an den Ideen der anderen äußern oder diese bewerten
  • Möglichst viele Ideen generieren
  • Auf den Ideen der anderen aufbauen
  • Ungewöhnliche Ideen sind erwünscht

Visualisieren Sie nach Möglichkeit die Ideen, damit alle Teilnehmer sie intuitiv erfassen können.

Ausführlich erläutert die Methodenbeschreibung Brainstorming, wie Sie eine Brainstorming-Session durchführen.

Mischen Sie nun die vorbereiteten Karten und legen Sie diese verdeckt auf einen Stapel in die Mitte der bearbeitenden Gruppe.

Praxistipps ...

Ergänzende Methoden

Brainstorming

Sammeln Sie schnell eine große Anzahl an Ideen zu einem Thema! Ob im Team oder allein: Die freie Assoziation förder ungewöhnliche und neuartige Ideen zu Tage.

SCAMPER

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Design Thinking

Entwickeln Sie innovative, nutzenbringende und umsetzbare Lösungen für komplexe Aufgaben gemeinsam mit den Kunden in einem kreativen und interdisziplinären Team!

Ideenturm

Bauen Sie eine Grundidee zum vollständigen Konzept aus! Mit dem Ideenturm fokussieren Sie und Ihr Team sich auf das zentrale Thema und grenzen dessen Umfang klar gegen andere Ideen ab, die eigens zu behandeln sind.

Aufgabengebiete

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