Planning Poker

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Planning Poker

Planning Poker ist eine effektive Methode zur relativen Aufwandsschätzung von User Storys bzw. Aufgaben in kleinen Gruppen. Die agile Herangehensweise ermöglicht eine direkte Bestimmung des Aufwands durch die Mitglieder des Umsetzungsteams. Die vorhandene Fachexpertise der einzelnen Personen wird eingesetzt, um ein zu schätzendes Thema in der Arbeitsgruppe aus unterschiedlichen Aspekten, Hintergründen und im Mehr-Augen-Prinzip zu bewerten.

  • Initiale Aufwandsschätzung aller Anforderungen in Form von User Storys
  • Regelmäßige (Neu-)Bewertung noch offener und/oder neuer Aufgaben, um gezielt auf Änderungen des Kontextes oder der Projektziele reagieren zu können
  • Einschätzung aus unterschiedlichen Perspektiven, je nach Zusammenstellung des Teams
  • einfaches Setup
  • kann in verteilten Teams (z.B.: via Video-Web-Session) eingesetzt werden
  • fördert die Teilnehmer-Identifikation mit den Anforderungen
  • Die Bewertungsergebnisse sind nur durch eine entsprechende Übersetzung in absolute Maßzahlen (monetär, finanziell) oder in andere Managementsysteme (z.B. Risikoplanung) übertragbar.
  • Unter fünf Personen verliert die Methode ihre kontextbezogenen Vorteile.
  • Bei über elf Personen wird die Bewertung unübersichtlich und aufwendig.
  • Ohne ausreichenden fachlichen Hintergrund der Teilnehmer wird die Schätzung spekulativ.
  • grundsätzliche Akzeptanz der Methode bei den Teilnehmern
  • ungestörter, ruhiger Arbeitsraum in für die Teilnehmerzahl ausreichender Größe
  • Alle Teilnehmer benötigen Kenntnis der Grundregeln des Planning Pokers.
  • Neue Teilnehmer benötigen zwei bis drei Übungsrunden, um mit der Methodik vertraut zu werden und sie effizient einsetzen zu können.
  • Der Leiter des Workshops sollte einschlägige Moderationserfahrung haben.
  • User Storys, normalerweise in Form eines Product Backlogs bzw. Sprint Backlogs
  • Erfahrungswissen der Teilnehmer (idealerweise aus ähnlichen Aufgabenstellungen)
  • Expertenwissen der Teilnehmer über die einzusetzenden Realisierungstechniken
  • Planning Poker Skala (z.B. Fibunacci-Zahlen, T-Shirt Größen) zur Sicherstellung der Vergleichbarkeit der Ergebnisse
  • Story Points für jede geschätzte User Story. Die Story Points sind eine relative Maßzahl zur Abschätzung des Aufwands der User Storys und können nicht direkt mit Arbeitstagen oder monetären Werten gleichgestellt werden. Mit Hilfe von projektspezifischen Umrechnungsformeln können auf Basis der ersten Ist-Werte absolute Aufwandswerte geschätzt werden und als Input für andere Bereiche verwendet werden (z.B. Ressourcen und Einsatzplanung).
  • Hinweise auf Unsicherheiten und mangelnde Klarheiten bei den Anforderungen. Liegen die einzelnen Schätzwerte für eine User Story trotz ergänzender Informationen und mehrfacher Schätzrunden weit auseinander, wird dieser mangelnde Konsens in der User Story dokumentiert.
  • Ergänzte Dokumentation der User Storys. Bei der Besprechung der User Storys und bei der Schätzung entstehen neue Informationen, die in der Dokumentation der User Storys (Beiblatt, Excel-Liste, Software …) festgehalten wird.

  • Pinnwand zur Sammlung und Sortierung einzelner Ergebnisse
  • Moderationsmaterialien (Karten, Flip-Chart, Stifte) zur Bearbeitung und Darstellung der Ergebnisse
  • Ausreichende Anzahl an Kartensets für Planning Poker. Auf den Karten sind die Zahlenwerte aufgedruckt, die zur Schätzung einer User Story dienen. Sonderkarten (z.B. Karte "Kaffeetasse") können zur Steuerung des Ablaufs eingesetzt werden.
  • Moderationskarten mit den unter "Benötigte Informationen" genannten User Storys.
  • Evtl. Material für Varianten bei der Bewertungstechnik (z.B.: Poker-Chips, T-Shirt in den Größen XS-XXXL)
  • (Optional) Software, die Planning Poker unterstützt bzw. die Planning-Poker-Karten ersetzt (siehe: "Software")

Im Falle des Einsatzes einer Collaboration Plattform (Skype, Google Hang-out...) für verteilte Teams:

  • Webcam, Headset
  • Einen für Videokonferenzen geeigneten, ungestörten Arbeitsplatz
  • Software, die internetbasierte Audio- und Video-Kommunikation unterstützt (z.B.: Skype, Webex, Sametime...) – inklusive eines entsprechenden Accounts.

Schritt 1: Bereiten Sie den Planning-Poker-Workshop vor!

Überprüfen Sie, ob die User Storys in der aktuellen Fassung und vollständig vorliegen. Stellen Sie sicher, dass alle zu behandelnden User Storys auf Moderationskarten gedruckt / geschrieben werden.

Achten Sie darauf, dass alle nachfolgenden Teamrollen besetzt sind:

  • Product Owner: Er vertritt die Seite des Auftraggebers, priorisiert User Storys und steht den Schätzern zur Verfügung, um User Storys detailliert zu erläutern. Der Product Owner gibt keine Schätzungen ab.
  • Scrum Master: Üblicherweise organisiert er das Planning Poker, achtet auf die Einhaltung der Spielregeln und dokumentiert die Ergebnisse.
  • Entwickler: Sie realisieren später die User Storys. Durch ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen aus anderen Projekten liefern sie den essenziellen Beitrag für das Planning Poker. Die Entwickler liefern die Schätzungen, ggf. geben auch Spezialisten Schätzungen ab (s.u.).
  • Spezialisten (z.B. Analysten): Ist Ihnen vorab bekannt, dass bei den Entwicklern fachliche Wissenslücken vorhanden sind, können Sie die Runde durch Experten für diese Themen ergänzen. Diese unterstützen

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Planning Poker mit alternativen Bewertungstechniken (z.B. Poker-Chips...

Die Methode wurde 2002 von James Grenning initiiert und von Mike Cohn (Eigentümer von "Mountain Goat Software") verbreitet (Lant, Michael: Estimate Story Size by Playing Agile Planning Poker, http://michaellant.com/2010/07/13/agile-planning-poker, zuletzt besucht am 10.8.2015.

Mountain Goat Software hält die eingetragene Marke auf Planning Poker Karten, sowie auf die Standard-Zahlenwerte: 0, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 20, 40 und 100 (https://www.mountaingoatsoftware.com/agile/planning-poker/license, zuletzt besucht am 10. Juni 2015).

Die Methode wird primär dem agilen SCRUM-Vorgehen zugeordnet, kann aber auch in klassischen Projektvorgehensweisen angewandt werden. Aufgrund des einfachen Settings und dem direkten Feedback im Kreis der verantwortlichen Bearbeiter werden anspruchsvolle, nicht vollständig spezifizierte Aufgaben zu einem beliebigen Zeitpunkt des Projektverlaufs diskutiert und deren Aufwand bewertet. Planning Poker liefert nicht nur einen, dem Teilnehmerkreis entsprechend qualifizierten Erfahrungswert, sondern fördert durch die Stimmabgabe auch die inhaltliche Identifikation der Teilnehmer mit der Aufgabenstellung.

alternative Methode zur agilen Aufwandsschätzung
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