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Team Estimation Game

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Team Estimation Game

Das Team Estimation Game dient der relativen Aufwandsschätzung von Product Backlog Items bzw. von Arbeitspaketen eines Projekts in kleinen Gruppen. Die Methode wird hauptsächlich in agilen Vorgehensmodellen angewendet (z.B. SCRUM) und ermöglicht eine direkte Schätzung durch die Mitglieder des Umsetzungsteams. Die Methode basiert auf der Annahme, dass detaillierte Aufwandsschätzungen für die einzelnen Aufgaben eines Product Backlog Items, bzw. eines Arbeitspakets, nicht praktikabel sind. Grund dafür ist, dass die Tätigkeit der Schätzung selbst sehr aufwendig ist, da die Aufgaben bzw. Backlog Items hierzu in schätzbare Einzeltätigkeiten zerlegt werden müssen. Die relative Schätzung der User Storys durch ein Team verspricht demgegenüber eine hohe Zeitersparnis bei vergleichbar genauem Ergebnis.

Team Estimation Game

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Das Team Estimation Game dient der relativen Aufwandsschätzung von Product Backlog Items bzw. von Arbeitspaketen eines Projekts in kleinen Gruppen. Die Methode wird hauptsächlich in agilen Vorgehensmodellen angewendet (z.B. SCRUM) und ermöglicht eine direkte Schätzung durch die Mitglieder des Umsetzungsteams. Die Methode basiert auf der Annahme, dass detaillierte Aufwandsschätzungen für die einzelnen Aufgaben eines Product Backlog Items, bzw. eines Arbeitspakets, nicht praktikabel sind. Grund dafür ist, dass die Tätigkeit der Schätzung selbst sehr aufwendig ist, da die Aufgaben bzw. Backlog Items hierzu in schätzbare Einzeltätigkeiten zerlegt werden müssen. Die relative Schätzung der User Storys durch ein Team verspricht demgegenüber eine hohe Zeitersparnis bei vergleichbar genauem Ergebnis.

Team Estimation Game

Einsatzmöglichkeiten

Das Team Estimation Game wird für die Aufwandsschätzung aus zwei Perspektiven eingesetzt:

  • Bestimmung der in einem Sprint durchführbaren Arbeitspakete (nach dem Minimalprinzip: "Wie viele User Storys können wir im kommenden Sprint fertig stellen?")
  • Bestimmung des Aufwands zur Abarbeitung eines vollständigen Product Backlogs (folgend dem Maximalprinzip: "Wie viel Aufwand bedeutet die Abarbeitung aller Product Backlog Items?")

Vorteile

  • hohe Genauigkeit der Schätzung durch die kollektive Betrachtung gegenüber individuellen Schätzungen
  • Einschätzung aus unterschiedlichen Perspektiven, je nach Zusammenstellung des Teams
  • geringerer Aufwand als die Schätzung durch Zerteilung der User Storys, bzw. der Arbeitspakete in Teilaufgaben
  • einfaches Setup
  • kurzes, intuitiv verständliches Regelwerk
  • Neue Teammitglieder mit Kenntnis der Methode können direkt in Schätzrunden eingebunden werden.
  • Durch die Gestaltung als Spiel wird die aktive Mitarbeit in der Gruppe gefördert (aktives Feedback statt einseitiger Vortrag).

Grenzen, Risiken, Nachteile

  • Einmal eingeführt kann die Methode schwer ersetzt werden. Andere Schätzmethoden verwenden andere Bezugsgrößen und Bewertungsmetriken.
  • Ab einer Gruppengröße von mehr als neun Personen dauert eine Runde mehrere Minuten. Der Vorteil der schnellen Abarbeitung einzelner User Stories bzw. Arbeitspakete entfällt.
  • Ohne ausreichenden fachlichen Hintergrund der Teilnehmer wird die Schätzung spekulativ

Ergebnis

  • Nach Aufwand geordnete User Storys. Die User Storys werden anhand des geschätzten Aufwandes (niedrig – hoch) an einer Tafel oder auf einer anderen Fläche angeordnet.
  • Story-Points für jede geschätzte User Story. Die einzelnen User Storys des Product Backlogs aus dem Eingangskanal wurden bezüglich ihres Aufwands geschätzt.
  • Hinweise auf Unsicherheiten und mangelnde Klarheit bei den Anforderungen. Während des ersten Durchgangs aufkommende Unklarheiten werden geklärt oder zur Klärung zurückgestellt.

Voraussetzungen

  • ein Scrum Team, bzw. eine Gruppe von Personen, die für die Abarbeitung der User Storys in Frage kommt
  • Besprechungsraum, in dem die Schätzungen ungestört durchgeführt werden können; ausreichend Fläche zur Ablage und Sortierung der einzelnen User Storys.

Qualifizierung

  • Der Leiter des Workshops sollte einschlägige Moderationserfahrung haben.
  • Alle Teilnehmer müssen die Regeln des Team Estimation Games kennen.
  • Sind die Spielregeln des Team Estimation Games einigen Teilnehmern nicht bekannt, ist eine kurze Erklärung der Regeln notwendig.

Benötigte Informationen

  • vom Product Owner priorisiertes Product Backlog für die Schätzung eines Projekts
  • Sprint Backlog für die Überprüfung eines Sprints
  • Expertise der Teilnehmer für die zu schätzende Aufgabenstellung.

Benötigte Hilfsmittel

  • Moderationskarten mit den User Storys des Product bzw. Sprint Backlogs
  • Pinnwand zur Sammlung und Sortierung der geschätzten User Storys. Alternativ können die Karten auch an der Wand angebracht oder auf einem großen Tisch bzw. dem Boden ausgelegt werden.
  • Moderationsmaterialien (Karten, Stifte, Pin-Nadeln, Klebestreifen, Flip-Chart) zur Bearbeitung und Darstellung der Ergebnisse
  • Karten mit Zahlenwerten (z.B. Fibonacci-Zahlen) zur Bewertung der User Storys im späteren Verlauf. Die Zahlenwerte entsprechen der Messgröße Story Point und werden mit den User Storys als Ausgangsgröße übergeben

Durchführung ...

Praxistipps ...

Varianten ...

Herkunft

Die Methode geht auf Steve Bockman zurück, der sie erstmals 2008 anwendete (Agile Unlimited, http://agileunlimited.com/whoweare.php, zuletzt besucht am 19.8.2015).

Ergänzende Methoden

Fachartikel zur Methode

In der agilen Software-Entwicklung wird der Leistungsumfang üblicherweise mit User Stories beschrieben und der jeweilige Entwicklungsaufwand in der relativen Einheit "Story Point" geschätzt. Eine Methode für die Aufwandsschätzung mit Story Points …

Bewertungen und Kommentare

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Kommentare 4

Alle Kommentare

Guest
Mir ist die beschriebene Technik als "Affinity Estimating" bekannt, die 2008 von Lowell Lindstrom auf dem Scrum Trainers Gathering vorgestellt wurde. Link: http://kanemar.com/2008/04/21/scrum-trainers-gathering-44-affinity-estimating/
Guest
Mir war die Methode bisher unbekannt, ich finde sie hier aber toll erklärt! Die Darstellung ist sehr übersichtlich, man findet auf einen Blick alles, was man braucht. Damit lässt sich gut arbeiten.
Frank-Dieter
Berg

Wir haben die Methodik bisher in Projekten 2 mal durchgeführt und waren ziemlichzufrieden. Sie ermöglicht es auch mit einem nicht sehr erfahrenen Team strukturiert und in recht kurzer Zeit zu einer Einschätzung des Aufwands zu gelangen. Ich kann es nur empfehlen.

Frank-Dieter
Berg

Hie noch die Bewertung

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