Projektmanagement-Methode
Alle Methoden

Zukunftswerkstatt

Die Zukunftswerkstatt regt Gruppen dazu an, phantasievolle Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu entwickeln. Bei Projekten kann diese Methode eingesetzt werden, um Stakeholder in die Definition von Inhalt, Umfang, Lösungsweg und Abnahmekriterien einzubeziehen. Eine Gruppe von idealerweise 25 Teilnehmenden nimmt dabei gedanklich das Projektziel vorweg und erarbeitet in zwei bis drei Tagen Empfehlungen und erste Ansätze, um dieses zu erreichen.

Zukunftswerkstatt

Zukunftswerkstatt

Die Zukunftswerkstatt regt Gruppen dazu an, phantasievolle Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu entwickeln. Bei Projekten kann diese Methode eingesetzt werden, um Stakeholder in die Definition von Inhalt, Umfang, Lösungsweg und Abnahmekriterien einzubeziehen. Eine Gruppe von idealerweise 25 Teilnehmenden nimmt dabei gedanklich das Projektziel vorweg und erarbeitet in zwei bis drei Tagen Empfehlungen und erste Ansätze, um dieses zu erreichen.

Zukunftswerkstatt

Einsatzmöglichkeiten

  • Schaffen eines Problemverständnisses bei bestimmten Stakeholdergruppen
  • Entwickeln langfristiger Perspektiven in einem Veränderungsprozess
  • Erarbeiten von Lösungsansätzen für konkrete Probleme
  • Beteiligung unterschiedlicher Interessensgruppen an der Gestaltung von Zukunftskonzepten
  • Stärkung der Eigenverantwortung von Betroffen und Beteiligten

Im Projektumfeld gibt es prinzipiell drei Möglichkeiten, diese Methode einzusetzen:

  1. Durchführung eine Zukunftswerkstatt zu einem Thema oder Problem, um Ideen für Projekte zu gewinnen. Ergebnis der Zukunftswerkstatt sind Ideen und Vorschläge für Projekte, die dann in der Organisation in Projektaufträge umgesetzt werden müssen. In diesem Fall ist die Gruppe frei in der Gestaltung der Zukunft, hat aber nur wenig Einfluss darauf, welche Ideen wie umgesetzt werden.
  2. Einsatz für die Lösung eines Problems oder die Gewinnung von Ideen für ein Projekt. Hier gibt das Projekt den Rahmen und die Fragestellung vor. Ergebnis der Zukunftswerkstatt sind zusätzliche Vorschläge und Ideen für die Ausgestaltung des Projekts. Sofern die Teilnehmer Mitglieder des Projektes sind, haben sie Einfluss auf die Umsetzung der Ergebnisse.
  3. Einsatz zum Projektmarketing. In diesem Fall wird die Zukunftswerkstatt verwendet, um die Stakeholder zum Mitdenken bei der Projektlösung zu motivieren. Dabei sollte gewährleistet sein, dass durch die Zukunftswerkstatt eine Beteiligung an der Ausgestaltung des Projekts möglich ist.

 

Vorteile

  • Hohe Partizipation der Teilnehmer bei der Erarbeitung der Lösung
  • Für alle Stakeholdergruppen (z.B. unabhängig von Alter oder Beruf) einsetzbar
  • Unterdrückte Fähigkeiten und Kräfte werden bei den Teilnehmern aktiviert
  • Neue Sichtweisen ermöglichen ungewöhnliche und überraschende Problemlösungen
  • Der Gruppenprozess fördert die Motivation und lässt ein Gruppengefühl entstehen
  • Gemeinsamkeiten stehen im Vordergrund, so dass gegenseitiges Verstehen gefördert wird

Grenzen, Risiken, Nachteile

  • Gruppendynamische Probleme können verhindern, dass die Gruppe kreativ und konstruktiv arbeitet.
  • Nicht für jedes Problem lassen sich leicht Utopien entwickeln.
  • Unter Umständen werden zu hohe Erwartungen an die Umsetzung geweckt, die nicht erfüllt werden können.
  • Für die entwickelten Utopien werden u.U. keine Umsetzungsmöglichkeiten gefunden.

Ergebnis

  • Kategorisierte und priorisierte Liste von Kritikpunkten
  • Beschreibung von Utopien, in denen die Kritikpunkte aufgelöst sind
  • Handlungsempfehlung für die Lösung eines Problems oder Vorschlag für die Zukunftsgestaltung
  • Dokumentation des Verlaufs und der Ergebnisse der Zukunftswerkstatt

 

Voraussetzungen

  • Hierarchiefreier Raum, d.h. die Stellung der Teilnehmenden in Gesellschaft oder Unternehmensorganisation soll keinen Einfluss auf den Gruppenprozess haben.
  • Freiraum für die Erarbeitung einer Empfehlung, d.h. es darf keine Vorgaben an die Gruppe bzgl. des Lösungsansatzes geben.
  • Bereitschaft der Teilnehmenden, sich konstruktiv auf den Gruppenprozess einzulassen

 

Qualifizierung

Moderationsausbildung und Teilnahme oder Hospitation an einer Zukunftswerkstatt.

Ausbildungen zur Moderation von Zukunftswerkstätten bietet der "Zukunftswerkstätten – Verein zur Förderung demokratischer Zukunftsgestaltung e.V." (http://www.zukunftswerkstaetten-verein.de/ ) an.

Benötigte Informationen

  • Beschreibung der Problemstellung
  • Wissen der Teilnehmenden
  • Ggf. weitere vorhandene Informationen zur Problemstellung, z.B. eine Projektumfeldanalyse oder ein Business Case

 

Benötigte Hilfsmittel

  • heller, freundlicher und störungsfreier Raum in ausreichender Größe für die Teilnehmerzahl (typischerweise ca. 30) und zwei Nebenräume für Gruppenarbeiten
  • Pinnwände, Flip-Charts, Whiteboards o.ä. in ausreichender Zahl (abhängig von Teilnehmerzahl und geplanter Zahl von Kleingruppen)
  • Pinnwandbögen, Flip-Chart Papier, Papierfahnen (Endrollen von Zeitungspapier)
  • Beamer, Notebook, Kopierer, Fotoapparat
  • Stifte: Pastell Ölkreiden (ca. 3 Packungen je 24 Stück)
  • Scheren, Krepp-Klebeband (ca. 5 Rollen), Klebestifte (ca. 5)
  • Papier: DIN A4 (ca. 300 Blatt), DIN A 3 (ca. 500 Blatt), farbiges Papier
  • Klebepunkte (ca. 10 pro Teilnehmer)
  • Material zum Basteln (z.B. Knetgummi, Bunt- und Krepp-Papier, Woll- und Stoffreste)

 

Durchführung ...

Praxistipps ...

Varianten ...

Herkunft

Die Idee zur Zukunftswerkstatt und ihre Grundlagen wurden in den 1960iger Jahren vom Zukunftsforscher Robert Jungk (1913-1994) entwickelt. In den 1970iger Jahren systematisierten und erprobten vor allem Rüdiger Lutz und Nobert R. Müllert die Methode (Kuhnt, Beate und Müllert, R. Norbert: Moderationsfibel Zukunftswerkstätten verstehen, anleiten, einsetzen. Das Praxisbuch zur sozialen Problemlösungsmethode Zukunftswerkstatt, Neu Ulm 1996). Die Zukunftswerkstatt wird seit den 80iger Jahre vorwiegend im sozialen und politischen Bereich eingesetzt. Sie kann vor allem bei Projekten eingesetzt werden, bei denen wichtige Stakeholdergruppen aus dem öffentlichen und sozialen Bereich kommen und bei denen die Akzeptanz durch die betroffenen Stakeholder der entscheidende Erfolgsfaktor ist.

Bewertungen und Kommentare

Diese Funktion steht nur eingeloggten Nutzern zur Verfügung. Jetzt einloggen
0 Kommentare anzeigen & selbst mitreden!
Gesamt
Bewertungen 0
Kommentare 0