Agile Methoden im traditionellen Projektmanagement-Umfeld einsetzen

Agile Vorgehensweisen sind in der Softwareentwicklung weit verbreitet. Doch die Restriktionen des traditionellen Unternehmensumfelds schränken den Einsatz dieser Methoden häufig ein. Lassen sich agile Vorgehensweisen in einem solchen Umfeld überhaupt einsetzen? Welchen Nutzen können Unternehmen davon haben? Und was bedeutet das für die traditionelle Rolle des Projektmanagers? Thomas Müller und Benedict Gross beschreiben in ihrem Beitrag, wie sich beide Konzepte in Einklang bringen lassen.

Projekte kämpfen heutzutage mit Innovations- und Marktdruck. Das Projektergebnis kann anfangs oft nur abstrakt beschrieben werden. Technische Rahmenbedingungen und Kundenwünsche verändern sich im Projektverlauf. Und die Engpass-Ressource sind gute Mitarbeiter mit hohen und seltenen Qualifikationen. Wo diese Faktoren zusammenkommen, werden seit einigen Jahren agile Vorgehensweisen angewandt, hauptsächlich Scrum und Extreme Programming (XP).

Diese Methoden kommen aus der Softwareentwicklung und werden bisher größtenteils auch genau dort eingesetzt. Jedoch ist der Trend erkennbar, dass agile Ansätze über die IT-Abteilungen auch ihren Weg zur Anwendung in anderen Unternehmensbereichen finden – und sogar in Branchen Einzug halten, die als besonders auf Sicherheit bedacht und starr bekannt sind, wie z.B. Banken, Versicherungen, Medizintechnik oder Rüstungsunternehmen. Gerade weil agile Ansätze immer weiter verbreitet werden, können sich auch hartgesottene Profis im traditionellen Projektmanagement diesen Ideen nicht mehr verschließen.

Aber was macht den agilen Ansatz aus Sicht des traditionellen Projektmanagements so reizvoll? Und wie lassen sich agile Vorgehensweisen auch in traditionellen Projektmanagement-Umgebungen einsetzen? Was bedeutet das für die Rolle des klassischen Projektmanagers? Diesen Fragen widmet sich der vorliegende Beitrag, der Projektverantwortlichen und Organisationsgestaltern Anregungen geben soll, wie sich agile Methoden auch in ein traditionelles PM-Umfeld integrieren lassen und beide Konzepte von dieser Kombination profitieren können.

Kurze Übersicht: Was sind agile Vorgehensweisen?

Die heute als agil bezeichneten Vorgehensweisen (Scrum, Extreme Programming, die Chrystal-Familie und einige andere) haben alle eine eigene Entwicklungsgeschichte. Ihre Wurzeln liegen in den 90er Jahren. Im Februar 2001 kamen die führenden Denker dieser Methoden zusammen und verabschiedeten ein gemeinsames Credo, das sog. "Agile Manifest" (www.agilemanifesto.org). Seitdem werden diese Methoden unter dem Sammelbegriff "Agile Vorgehensweisen" zusammengefasst und sind hauptsächlich für die Softwareentwicklung beschrieben. Dabei lässt das Agile Manifest in seiner Formulierung keinen Zweifel, dass es von Softwareentwicklern für Teams in der Softwareentwicklung verfasst wurde.

Eine Umdeutung als generellen Ansatz für das Projektmanagement erfahren die agilen Methoden erst in den letzten Jahren. Dieser schließen sich die Urheber der Vorgehensweisen sowie Berater und Buchautoren bereitwillig an. Am ergiebigsten aus Sicht des Projektmanagements ist wohl "Scrum", da es hauptsächlich einen einfachen Planungs- und Steuerungsprozess für das Management eines Entwicklungsprojekts beschreibt. Die anderen agilen Ansätze gehen hingegen sehr spezifisch auf Methoden der Softwareentwicklung ein. Aus diesem Grund scheint Scrum auch die weiteste Verbreitung zu erfahren.

Die agilen Vorgehensweisen heben sich vom klassischen Projektmanagement zunächst in der Betonung ihrer vier "agilen Werte" ab, die im Agilen Manifest als

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