Der Terminplan-Machiavelli

Teil 2: Bei Terminänderungen geschickt taktieren
In jedem Projekt gibt es Verzögerungen. Sei es durch Scope-Änderungen, Krankheitsfälle, Kündigungen oder andere Probleme; Terminverschiebungen lassen sich in der Regel kaum vermeiden. Bei der Terminkorrektur stehen die Interessen von Auftraggeber und Auftraggeber einander meist entgegen. Im zweiten Teil seines Artikels zeigt Martin Okršlar, welche Möglichkeiten sowohl Auftraggeber als auch Auftragnehmer haben, um ihre Interessen durchzusetzen. Wie im ersten Teil, in dem Taktiken für die Ausschreibungsphase vorgestellt wurden, geht es auch hier um politisches Kalkül.

Der erste Teil dieses Beitrags widmete sich den Einflussmöglichkeiten des Auftraggebers und Auftragnehmers auf die Terminplanung in der Planungs- und Ausschreibungsphase eines Projekts. In diesem zweiten und letzten Teil werden Ihnen nun Einflussmöglichkeiten gezeigt, die beide Seiten haben, sobald die Zusammenarbeit beschlossen ist.

Terminplan-Lebenszyklus, Stadium 3: Ausplanung, Anpassung und Änderungen im Projektverlauf

"Ein Fürst soll also keinen anderen Gegenstand des Nachsinnens haben und sich mit nichts anderem beschäftigen als mit der Kriegskunst [...]; denn das ist die einzige Kunst, die man von dem, der befiehlt, erwartet."

Niccolo Machiavelli, "Der Fürst", Kapitel XIV

Ist der Vertrag geschlossen, sind der Anbieter und der potentielle Auftraggeber nun Geschäftspartner - was beide jedoch nicht davor bewahren wird, weiter an den Terminen zu schrauben. Der Projektverlauf bzw. die Projektdurchführung ist die Phase, in der die meisten Änderungen am Terminplan vorgenommen werden - und die Phase, in der das nur unter größeren Schmerzen möglich ist. Im Folgenden werden die klassischen Ursachen für Terminverschiebungen näher beleuchtet - jeweils mit Maßnahmen für Auftraggeber und Auftragnehmer.

Ändern sich Randbedingungen des Projekts, z.B durch Scope-Änderungen oder Beistellungen, kann der Auftragnehmer i.d.R. diese Terminverschiebungen gut erklären.

Scope-Änderung

Scope-Änderungen, also eine Änderung des Projektumfangs durch Mehrung oder Minderung von Anforderungen oder Tätigkeiten, ergeben sich meist auf Initiative des Auftraggebers. Gelegentlich schlägt auch der Auftragnehmer Änderungen vor. Entweder stellt sich heraus, dass man neue Anforderungen benötigt und/oder bestehende wegfallen. Oder es werden weitere Aufgaben angefragt, die

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