Wissen auf den Tisch bringen

Die Moderationsmethode "World Café"

In Projekten besteht häufig nur eine vage Vorstellung von der Lösung eines anstehenden Problems. Besonders bei komplexen Themen oder schwierigen Fragen würden sich viele Projektleiter wünschen, das kollektive Wissen einer großen Gruppe ausschöpfen zu können. Dies ist mit der Methode des "World Café" möglich. Nicolai Rathmann stellt den Nutzen und die Einsatzmöglichkeiten dieser Methode in Projekten vor und zeigt, wie die richtige Umsetzung in der Praxis gelingt.

Kommt Ihnen das bekannt vor: Ihr Projekt steht vor einer ziemlich unkonkreten, aber bedeutsamen Fragestellung, z.B.: "Unser Auftraggeber fusioniert mit dem Unternehmen XY. Wie können wir diese Entwicklung im Projekt nutzen?" Die Mitglieder des Projektteams verarbeiten die Nachricht, indem sie an allen möglichen Stellen Gesprächsrunden bilden – vor allem rund um die Kaffeeautomaten – und dort über die neue Situation diskutieren. Nach einiger Zeit und vielen Gesprächen kommen sie zur Ruhe und manchmal entwickeln sich sogar ganz konkrete Ideen, dieser Situation zu begegnen.

Für so einen Fall wäre es schön, wenn es eine systematische Vorgehensweise gäbe, mit der sich die Ideen einer großen Gruppe leicht sammeln lassen könnten. Hier eignet sich die in Deutschland noch recht unbekannte Methode des "World Café". Die Unternehmensberater und Kommunikationsexperten Juanita Brown und David Isaacs entwickelten diese Methode Anfang der 90er Jahre.

Verkürzt gesagt, handelt es sich beim World Café um eine organisierte Form von kleinen Gesprächsrunden ("Kaffeerunden") mit mehrmals wechselnden Teilnehmern. Diese diskutieren dabei über eine für alle relevante Frage. Nach Ansicht von Brown und Isaacs liegt das Erfolgsgeheimnis der Kommunikation in Gruppen in einigen Regeln begründet. Für die Methode des World Cafés haben sie diese Regeln in sechs Gestaltungsgrundsätzen definiert.

Dieser Artikel stellt das World Café als Moderationstechnik im Projekt vor, zeigt Nutzen sowie Einsatzgebiete und beschreibt die Vorbereitung und Durchführung dieser Methode. Der Beitrag richtet sich an Projektleiter und Führungskräfte in Linienfunktionen, die offene Fragestellungen mit einer großen Gruppe bearbeiten möchten.

Nutzen von World Cafés

In Projekten stehen wir häufig vor der Herausforderung, nur vage Vorstellungen von der Lösung der anstehenden Probleme zu haben, z.B. bei Forschungs- und Entwicklungs-Projekten. In solchen Situationen ist es hilfreich, die Kreativität, das Wissen oder die Erfahrung möglichst vieler Menschen zu nutzen. Viele bekannte Moderationsmethoden, auch für große Gruppen, stoßen jedoch leider an ihre Grenzen, wenn die zu bearbeitende Aufgabenstellung (noch) unscharf ist oder die Gruppen zu groß werden.

World Cafés sind für Projekte oder ganze Organisationen eine interessante Möglichkeit, das gesammelte Wissen und die kollektive Erfahrung einer Gruppe zu nutzen, neue Sichtweisen und Handlungsoptionen zu entwickeln und neue Dinge zu lernen. So ermöglicht es diese

Anzeige
Jetzt kostenlos weiterlesen!
Abonnenten des Projekt Magazins wissen mehr!
Starten Sie jetzt unser 4-wöchiges Kennenlern-Angebot: Die Anmeldung dauert nur ein paar Minuten – Sie können also gleich weiterlesen.
  • KostenlosDas Kennenlern-Angebot kostet Sie nichts.
  • Kein RisikoSie können jederzeit kündigen, ohne dass Ihnen Kosten entstehen.
  • Einen Monat lang alles lesen4 Wochen Online-Zugriff auf alle Inhalte des Projekt Magazins.
Tech Link