Imaginäres Brainstorming – Probleme auf den Kopf gestellt

Mit Brainstorming kann ein Team in kürzester Zeit Lösungsansätze für ein bestimmtes Problem finden. Doch gelegentlich gibt es Fälle, in denen sich partout keine zufriedenstellende Lösung für die anstehende Fragestellung finden will. Für eine solche Situation eignet sich das sog. "Imaginäre Brainstorming". Marko Zotschew stellt Ihnen in diesem Tipp diese Kreativitätsmethode vor.

Brainstorming ist die Kreativitätstechnik schlechthin: Egal, ob man Probleme lösen, bestehende Produkte weiterentwickeln oder im Rahmen des Risikomanagements mögliche Gegenmaßnahmen ermitteln möchte – gemeinsam im Team erhält man mit dieser Methode meist zahlreiche Lösungsansätze in kürzester Zeit. Doch es gibt auch Fälle, in denen sich partout keine zufriedenstellende Lösung für die anstehende Aufgabenstellung finden will? Für diesen Fall eignet sich das sog. "Imaginäre Brainstorming", das Arthur F. Keller Anfang der siebziger Jahre entwickelte.

Kreative Ideen in drei Schritten

Im Kern besteht das Imaginäre Brainstorming aus drei Schritten:

  1. Man verfremdet das Ausgangsproblem und ersetzt es durch ein "imaginäres Problem".
  2. Für diese neue Situation suchen die Beteiligten nun nach Lösungen.
  3. Die gefundenen imaginären Lösungen werden schließlich auf das reale Problem adaptiert.

Die Methode eignet sich besonders gut, wenn die Gruppe mit den bestehenden Denkmustern nicht weiterkommt. Denn der Vorteil dieser Technik liegt darin, dass durch den Perspektivenwechsel ein Umdenken stattfinden muss, wodurch neue Sichtweisen entstehen.

Vorzugsweise sollten etwa vier bis acht Personen an einem Imaginären Brainstorming teilnehmen. Bei mehr als acht Personen lohnt es sich, Teilgruppen zu bilden, die sich dann separat mit der Ausgangssituation beschäftigen. Je nach Umfang der Aufgabenstellung sollten Sie 30 Minuten bis zu zwei Stunden (inkl. Pausen) in das Imaginäre Brainstorming investieren – länger sollte das Meeting jedoch nicht dauern, da das kreative Denken mit zunehmender Dauer anstrengend wird und an Effizienz verliert.

Schritt 1: Das Ausgangsproblem verfremden

In einem ersten Schritt müssen Moderator und Team die wesentlichen Merkmale und Begebenheiten des Ausgangsproblems radikal verändern, um eine völlig neue Ausgangssituation, sozusagen ein "imaginäres Problem" zu erstellen, für das es nun Lösungen zu finden gilt. Dieses neue Problem kann eine völlig neue Situation sein, die a) mit den ursprünglichen Inhalten nichts mehr zu tun hat oder b) die Ausgangssituation im Kern surreal verfremdet.

Wenn das reale Problem z.B. lauten würde: "Wie schaffen

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