Stimmungsmanagement in Krisenprojekten

Teil 2: Mit Toxin Handling und Ritualen raus aus dem Gefühlstief
Ist ein Projekt in eine Krise geraten, kann ein Turnaround nur gelingen, wenn das Team positiv auf diesen Kraftakt eingestimmt wird. Im ersten Teil ihres Beitrags hat Dr. Monika Setzwein gezeigt, wie man als Basis für ein erfolgreiches Turnaround-Management Stimmungen in Projekten erfassen kann. In Teil 2 stellt sie nun Maßnahmen des aktiven Stimmungsmanagements vor. Lesen Sie, wie Turnaround-Manager mit Hilflosigkeit, Frust oder Wut umgehen und ein positives Projektklima schaffen. Viele der vorgestellten Maßnahmen können auch während der normalen Projektabwicklung durchgeführt werden, um die Stimmung im Team hoch zu halten.

Um in Krisenprojekten den Turnaround zu schaffen, ist ein bewusster und zielgerichteter Umgang mit Emotionen unerlässlich. Dazu gehört die systematische Erfassung von Stimmungen ebenso wie Maßnahmen des Toxin Handlings und die Einführung von Ritualen. Im ersten Teil dieses Beitrags habe ich gezeigt, wie man Stimmungen in Projekten erfassen und sichtbar machen kann. In Teil 2 stelle ich Maßnahmen des aktiven Stimmungsmanagements vor. Im Folgenden erfahren Sie, wie sich destruktive Gefühle auflösen lassen und wie es gelingt, ein positives Projektklima herzustellen.

Toxin Handling: Negative Stimmungen auflösen

Eine wichtige Säule des Stimmungsmanagements ist der konstruktive Umgang mit negativen Gefühlen. Der Turnaround-Manager muss "toxische" Emotionen im Projekt identifizieren, ihre Ursachen aufspüren und beheben. Damit übernimmt er bewusst die Rolle des "toxin handlers" (Frost 2003): Er hilft anderen, negative Gefühle abzubauen bzw. damit umzugehen. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es zwei Strategien: die Umwandlung destruktiver Emotionen und die Behebung ihrer Ursachen.

Destruktive Emotionen umwandeln

Negative Emotionen im Berufsleben sind - wie in allen anderen Lebensbereichen auch - unvermeidlich. Ihre Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Negative Emotionen an sich sind nicht das Problem. Schwierig wird es erst, wenn man mit ihnen nicht angemessen umgehen kann. Im privaten Bereich verfügen wir in der Regel über Bewältigungsstrategien oder können auf professionelle Hilfe zurückgreifen, wenn wir mit Gefühlen wie Trauer oder Angst alleine nicht mehr zurecht kommen.

In Unternehmen wird dagegen nur selten überlegt, wie sich negative Emotionen und Stimmungen (auch strukturell) bewältigen oder mildern lassen. Dabei können schon kleine Maßnahmen helfen. Um destruktive Emotionen in positives Befinden umzuwandeln, haben sich die folgenden Interventionen bewährt.

Freiräume schaffen

Gerade in Zeiten hoher Belastung ist es wichtig, den Projektmitarbeitern die Möglichkeit zu geben, in definierten Freiräumen neue Kraft zu schöpfen und emotionalen Stress abzubauen. Solche Freiräume können z.B. regelmäßige Frühstücksrunden oder gemeinsame Pausen beim Tischfußball sein. Als besonders wirkungsvoll erleben wir in unseren Projekten sportliche Unterbrechungen: eine Runde joggen, ein kurzes Volleyballmatch, ein ambitionierter Spaziergang, ein paar Frisbeewürfe usw.

Der Turnaround-Manager kann z.B. während eines Meetings vorschlagen, für die Besprechung eines konkreten Problems 90 Minuten zu reservieren. Davon sollen 60 Minuten mit einem gemeinsamen Spaziergang und 30 Minuten mit einer strukturierten Gruppendiskussion verbracht werden. Sind alle einverstanden, verschickt der Turnaround-Manager offizielle Einladungen per E-Mail. Der Spaziergang hilft

Anzeige
Jetzt kostenlos weiterlesen!
Abonnenten des Projekt Magazins wissen mehr!
Starten Sie jetzt unser 4-wöchiges Kennenlern-Angebot: Die Anmeldung dauert nur ein paar Minuten – Sie können also gleich weiterlesen.
  • KostenlosDas Kennenlern-Angebot kostet Sie nichts.
  • Kein RisikoSie können jederzeit kündigen, ohne dass Ihnen Kosten entstehen.
  • Einen Monat lang alles lesen4 Wochen Online-Zugriff auf alle Inhalte des Projekt Magazins.
Tech Link