Zielführende Kommunikation

Verstehen statt überzeugen!

Sie brauchen eine Lösung für ein Problem, haben aber völlig andere Vorstellungen vom Lösungsweg als Ihr Gesprächspartner? Wie Sie es mit der richtigen Gesprächsstrategie dennoch schaffen, die beste Lösung zu finden anstatt nur zu versuchen, ihn zu überzeugen, erfahren Sie im Beitrag von Christian Marx.
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In Projekten gibt es oft so viele unterschiedliche Meinungen wie es Projektbeteiligte gibt. Viele Projektleiter sehen darin eine große Herausforderung und stellen sich die Frage, wie sie mit den vielen verschiedenen Meinungen der Projektbeteiligten konstruktiv umgehen können. Zu häufig wird viel Energie und Zeit damit verschwendet, gute fachliche Argumente für den eigenen Standpunkt zu suchen, um die Beteiligten von der Richtigkeit zu überzeugen. Das bringt meist nur mäßige bis keine Erfolge und der Preis auf der Beziehungsebene ist extrem hoch. Das muss nicht sein. Es gibt einen leichteren Weg.

In diesem Artikel erfahren Sie anhand der Geschichte von Projektleiter David, wie es auch Ihnen gelingt, auf Gemeinsamkeiten basierende, konstruktive Lösungsvorschläge für ein Problem zu erarbeiten, die von allen Beteiligten getragen werden. Dazu gehen Sie in fünf Schritten vor:

  1. Kreiere deinen optimalen Zustand!
  2. Lass dich ganz auf Andere ein – höre aktiv zu
  3. Verstehe die Gründe für das Verhalten und die Argumente des Gegenübers
  4. Äußere klar deine Wünsche, ohne zu erwarten, dass sie so erfüllt werden
  5. Nutze das Ziel als gemeinsamen Wegweiser

Ausgangssituation

Projektleiter David sucht im Gespräch mit seinem Team nach einer Lösung für ein Produkt, das nicht rechtzeitig in der geplanten Qualität fertig wird. Sein Ziel ist, das Produkt noch rechtzeitig fertigzustellen. Er würde Abstriche bei der Qualität in Kauf nehmen. Seinen Mitarbeitern ist hingegen wichtig, dass die Qualität stimmt.

Kreiere deinen optimalen Zustand!

Mit zunehmender Erfahrung ist David bewusst geworden, wie entscheidend ein positiver mentaler Zustand für ein Gespräch ist und wie oft diese Tatsache in der Praxis unterschätzt wird. Bevor David ein Gespräch beginnt, stellt er daher als erstes sicher, dass er in einem solchen Zustand ist. Er setzt dazu auf folgende kurze Übung:

  1. Als erstes atmet David dreimal tief durch, wobei er etwas langsamer aus- als einatmet.
  2. Als nächstes bringt er sich in eine aufrechte Sitzposition und zieht ganz bewusst seine Schultern etwas nach hinten unten.
  3. Danach fokussiert er seine Aufmerksamkeit für 10 bis 15 Sekunden auf ein für ihn positives Ereignis, z.B. an ein positives Feedback eines kritischen Kollegen, mit dem er nicht gerechnet hat. Dadurch aktiviert er die positiven Gefühle, die mit dem Ereignis einher gingen, sodass ein freudvoller und entspannter emotionaler Zustand entsteht (siehe auch Artikel Moment of Excellence, Projekt Magazin 06/2015).

Nun nimmt sich David noch einen Moment Zeit, um seinen ganzen Körper vom Scheitel bis zur Sohle zu spüren. Da er mittlerweile um die Bedeutung des guten Zustands weiß, hat er für sich die Regel aufgestellt: Der eigene Zustand hat immer Vorrang! Wenn er merkt, dass er in einen schlechten Zustand gerät und nicht mehr ganz präsent ist, nimmt er sich eine Minute Zeit, um die oben genannten Schritte ganz bewusst zu durchlaufen. Erst wenn er für sich wieder in einen guten präsenten Zustand gefunden hat, geht er zum nächsten Schritt über.

Machen Sie nicht den Fehler einfach ins Gespräch

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