Welche Sprache versteht Ihr Mitarbeiter? Wertschätzen und motivieren in 5 Sprachen

Sie loben ein Teammitglied aufgrund seiner guten Leistung vor dem gesamten Projektteam. Wenn Ihr Mitarbeiter das Ganze abwiegelt statt sich zu freuen, haben Sie offensichtlich die falsche Sprache der Wertschätzung gewählt. Gaby S. Graupner schildert Ihnen die 5 Sprachen der Wertschätzung, mit denen Sie Ihre Mitarbeiter individuell richtig motivieren.

 

Welche Sprache versteht Ihr Mitarbeiter? Wertschätzen und motivieren in 5 Sprachen

Sie loben ein Teammitglied aufgrund seiner guten Leistung vor dem gesamten Projektteam. Wenn Ihr Mitarbeiter das Ganze abwiegelt statt sich zu freuen, haben Sie offensichtlich die falsche Sprache der Wertschätzung gewählt. Gaby S. Graupner schildert Ihnen die 5 Sprachen der Wertschätzung, mit denen Sie Ihre Mitarbeiter individuell richtig motivieren.

 

In meinem letzten Teamtraining von Projektmitarbeitern erzählte eine Dame von ihrem 15-jährigen Firmenjubiläum. Der Geschäftsleiter überreichte ihr zum Dank einen riesigen "Fresskorb" mit delikaten Wurst- und Fleischwaren. Ihre Begeisterung hielt sich in Grenzen, weil Sie seit 20 Jahren Vegetarierin ist.

Ein Einzelfall? Leider nicht – oft werden solche Gesten der Wertschätzung "pragmatisch gelöst". Entweder greift man zu einem "bewährten" Geschenk oder man kennt jemanden, der jemanden kennt und bekommt es mit Rabatt. Quadratisch, praktisch – aber gut?

Auch wenn das obige Beispiel sicher ein extremer Missgriff war, ist es nicht immer einfach, Wertschätzung gegenüber Teammitgliedern auszudrücken, besonders in anspruchsvollen Projektsituationen oder bei Termindruck.

Jedem das Seine

Um Teammitgliedern und Mitarbeitern echte Wertschätzung auszudrücken, empfehle ich den Ansatz "Jedem das Seine": Jeder Mitarbeiter wird entsprechend seiner Veranlagung mit einer der fünf unterschiedlichen Sprachen der Wertschätzung angesprochen. Aus meiner Erfahrung reagiert zwar jeder von uns auf zwei oder drei der Sprachen, eine Sprache erzielt jedoch die größte Wirkung.

In diesem Beitrag stelle ich Ihnen die fünf Sprachen der Wertschätzung (und ihre "Dialekte", also verschiedene Ausprägungen) vor und erläutere an Beispielen, wie Sie damit Ihre Teammitglieder motivieren. Das Konzept "Die fünf Sprachen der Mitarbeitermotivation" stammt von Gary Chapman und Dr. Paul White. Der Ehe- und Familientherapeut Gary Chapman entwickelte zuerst "Die fünf Sprachen der Liebe" und rettete damit viele Ehen. Dr. Paul White bereicherte das Konzept mit seinem akademischen Hintergrund und Erfahrung aus der Wirtschaft. Gemeinsam veröffentlichten sie nach mehr als dreijähriger Arbeit das Buch "Motivation durch Wertschätzung".

Ich habe diese Form der erfolgreichen Kommunikation im Projektteam drei Jahre lang ausführlich in meinem Dialogmarketing-Unternehmen getestet und anschließend in vielen Unternehmen eingesetzt. Im Laufe der Jahre zeigte sich deutlich, dass der Wert von Unternehmen durch motivierte Teams gesteigert wurde.

1. Lob und Anerkennung

Obwohl sie zu den bekanntesten und theoretisch am leichtesten einzusetzenden Sprachen der Wertschätzung zählt, wird sie viel zu selten oder an der falschen Stelle angewendet. Um regelmäßig zu loben, benötigen Sie ein Gespür für den richtigen Moment.

Das heißt, dass sich die Projektleiter Zeit dafür nehmen müssen, ihre Mitarbeiter dabei zu erwischen, wenn sie eine Aufgabe "gut" erledigen und gleichzeitig muss man in der Stimmung sein, dies laut zum Ausdruck zu bringen. Das ist im hektischen Arbeitsalltag oft eine große Herausforderung. Viele Führungskräfte befürchten auch, dass das Lob falsch ankommt. Wenn jedoch ein Lob mit einer Begründung, weshalb also das Verhalten oder die Art und Weise der Aufgabenbewältigung besonders erwähnenswert ist, verbunden wird, kann man nie zu viel loben.

Haben Sie schon mal ein Teammitglied gelobt und er oder sie reagierte mit unbewegter Miene und lediglich einem kurzen "Passt schon"? Dieser Mitarbeiter kann möglicherweise wenig mit Lob und Anerkennung anfangen. Dies ist besonders bei intrinsisch motivierten Menschen der Fall. Das Loben immer und immer wieder einzusetzen, wird daran nichts ändern. Bei solchen Menschen wirkt eine der anderen vier Sprachen der Wertschätzung besser.

Es kann jedoch auch sein, dass Sie den falschen Dialekt gewählt haben: Lob und Anerkennung hat als Sprache der Wertschätzung drei Dialekte: Während manche Mitarbeiter es schätzen, vor der Gruppe ausgezeichnet zu werden, empfinden andere genau dies als unangenehm, freuen sich aber über ein Lob, das sie unter vier Augen bekommen. Beim dritten Dialekt handelt es sich um das schriftliche Lob: Sowohl ein kurzer Brief, aber auch E-Mails oder Chat-Nachrichten wirken.

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Alle Kommentare (1)

Olaf
Hilgenfeld
Zu Punkt 5 kann ich nur sagen: Nein. Ich würde es tunlichst unterlassen, jemanden zu berühren, der dazu nicht bereit ist. Insbesondere wenn ich als Mann eine Kollegin absichtlich, aber unaufgefordert berühren sollte, kann das bis zum Arbeitsplatzverlust beim Mann führen, egal wo und wie kurz!