Wie Sie die natürliche Sprache bändigen

Die SOPHIST-Satzschablone: Funktionale Anforderungen präzise formulieren

Um in Entwicklungsprojekten die Wünsche des Kunden bestmöglich umzusetzen, benötigen sowohl Entwickler als auch Tester exakt formulierte Anforderungen. Am leichtesten gelingt dies mit der natürlichen Sprache, da diese von allen Beteiligten verstanden wird. Nachteilig wirkt dabei, dass so formulierte Anforderungen oft Spielraum für Interpretationen lassen. Mit der SOPHIST-Satzschablone stellt Matthias Kulke eine einfach zu erlernende Methode vor, mit deren Hilfe Sie Anforderungen in wenigen Schritten eindeutig und vollständig dokumentieren können.

Einen entscheidenden Grundstein für den Erfolg eines Entwicklungsprojekts stellen richtig dokumentierte Anforderungen dar: Sie sorgen dafür, dass alle Projektbeteiligten das gleiche Verständnis von den Kundenwünschen haben, sodass der Kunde am Ende genau das bekommt, für das er bezahlt hat.

In Software-Entwicklungsprojekten werden funktionale Anforderungen an zu erstellende Systeme auf unterschiedlichste Art und Weise dokumentiert: Sie können z.B. in Form von konzeptuellen Modellen wie UseCase- oder Aktivitätsdiagrammen festgehalten werden. Diese haben den Vorteil, dass Anforderungen aufgrund des hohen Formalitätsgrades der Modellierungssprache sehr kompakt und eindeutig modelliert bzw. dokumentiert werden können. Voraussetzung ist allerdings, dass die Projektbeteiligten die verwendete Modellierungssprache beherrschen (s. Pohl, Rupp 2010, S. 46).

Die in der Praxis am häufigsten verwendete Dokumentationsform aber ist die natürliche Sprache. Sie hat gegenüber den konzeptuellen Modellen zwei entscheidende Vorteile (s. Pohl, Rupp 2010, S. 45):

  1. Sie wird von allen Projektbeteiligten beherrscht und muss nicht erst erlernt werden.
  2. Sie ist vielseitig einsetzbar, wodurch jegliche Anforderung ausgedrückt werden kann.

Stolpersteine beim Dokumentieren von Anforderungen

Allerdings hat die natürliche Sprache als Dokumentationsform auch einen großen Nachteil, der nicht selten zum Scheitern eines Einwicklungsprojekts führt: Die natürliche Sprache überlässt den Projektbeteiligten einen großen Spielraum für Interpretationen.

Dieser Interpretationsspielraum birgt die große Gefahr, dass dokumentierte Anforderungen vom Projektteam missverstanden und folglich falsch umgesetzt werden. Die Konsequenz ist, dass nicht geplante Systemanpassungen notwendig werden und das Projekt folglich nicht innerhalb des geplanten Zeit- und Budgetrahmens umgesetzt werden kann.

Die natürliche Sprache "bändigen"

Genau diese Situation habe ich als IT-Berater leider des Öfteren erlebt: Die Anforderungen werden natürlich-sprachig in ausschweifender Prosa formuliert, ohne dass dabei auf Eindeutigkeit, Vollständigkeit und Korrektheit geachtet wird. Dies führt zu Unklarheiten, sodass das Entwicklungsteam in den meisten Fällen die Anforderungen anders umsetzt, als der Kunde dies

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