Erfolgsrezept im Hochbau: Die Planung planen

In Bauprojekten steht die Planung des Bauwerks unter hohem Zeitdruck. Um sie dennoch solide aufzusetzen, muss man sie sorgfältig vorbereiten – zugespitzt kann man hier von der "Planung der Planung" sprechen. Leider wird diese zugunsten eines möglichst raschen Starts der Bauplanung oft vernachlässigt, was zu Mehrarbeit, Zusatzkosten und Verzögerungen im eigentlichen Planungsprozess führen kann. Dr. Thomas Mathoi beschreibt in seinem Beitrag, welche Bedeutung die "Planung der Planung" für den Projekterfolg hat und wie man sie im Hochbau Schritt für Schritt umsetzt.

 

Erfolgsrezept im Hochbau: Die Planung planen

In Bauprojekten steht die Planung des Bauwerks unter hohem Zeitdruck. Um sie dennoch solide aufzusetzen, muss man sie sorgfältig vorbereiten – zugespitzt kann man hier von der "Planung der Planung" sprechen. Leider wird diese zugunsten eines möglichst raschen Starts der Bauplanung oft vernachlässigt, was zu Mehrarbeit, Zusatzkosten und Verzögerungen im eigentlichen Planungsprozess führen kann. Dr. Thomas Mathoi beschreibt in seinem Beitrag, welche Bedeutung die "Planung der Planung" für den Projekterfolg hat und wie man sie im Hochbau Schritt für Schritt umsetzt.

 

"Niemand plant zu versagen, aber die meisten versagen beim Planen", warnt der bekannte amerikanische Manager Lee Iacocca. In Bauprojekten bleibt für die Planung in der Regel sehr wenig Zeit. Um sie dennoch solide aufzusetzen, ist es wichtig, die Planung gut vorzubereiten - zugespitzt kann man hier von der "Planung der Planung" sprechen. Leider wird diese in der Praxis oft zugunsten eines möglichst raschen Starts der Bauplanung vernachlässigt bzw. begleitend zu den einzelnen Planungsphasen im "trial and error"-Verfahren vorgenommen. In der Folge kann es zu Mehrarbeit, Zusatzkosten und Verzögerungen im eigentlichen Planungsprozess kommen. Die konsequente "Planung der Planung" in der Vorbereitungsphase des Projekts ist somit neben der Bedarfsplanung und der Zieldefinition eine wesentliche Grundlage für den Projekterfolg.

Im Folgenden werden die Phasen der Planung bei einem Hochbauprojekt skizziert. Danach wird auf die eigentlichen Aufgaben der "Planung der Planung" eingegangen. Den Schwerpunkt bildet dabei der Planungsterminplan. Zudem werden auch andere zentrale Inhalte behandelt, wie Leistungsbilder, Mock-up und Planungsorganisation.

Begriffsklärung

Hier wird unter "Planung" der eigentliche Planungsprozess in einem Bauprojekt verstanden (Bauplanung). Ihr Ergebnis sind die Planunterlagen, also der Bauplan sowie die zugehörigen Berechnungen und Beschreibungen. Aus diesen Unterlagen geht u.a. hervor, wie, wann und wo ein Bauwerk zu erstellen ist. Folglich enthält der "Plan für die Planung" die organisatorischen sowie zeitlichen Vorgaben und Ziele für die Bauplanung.

Externe und interne Projektbeteiligte

Bauprojekte sind meist technisch hoch komplex, die Gebäude Unikatfertigungen. Für die Planung eines Bauwerks benötigt ein Auftraggeber daher zahlreiche Fachplaner (z.B. Architekten, Tragwerksplaner, Gebäudetechniker, Fassadentechniker) und Berater/Konsulenten (z.B. Verkehrsplaner, Bauphysiker, Geologen). Das sind die internen Projektbeteiligten. Zu den externen Projektbeteiligten gehören u.a. Behörden, Energieversorgungsunternehmen oder Nachbarn. All diese Personen bilden das so genannte Projektumfeld. Neben den technischen Schnittstellen müssen bei der Planung also auch viele interne und externe Informationsschnittstellen beherrscht werden.

Planungsprozess und Planungsphasen

Man kann sich den Planungsprozess grundsätzlich wie eine galileische Spirale vorstellen: Das zu planende Bauwerk wird entlang der Spiralwindungen von außen nach innen ins Zentrum der Spirale - quasi vom Groben ins Feine - detailliert. Damit ist die kontinuierliche Weiterentwicklung der Pläne in den so genannten Planungsphasen (Vorentwurf, Entwurf, Ausführungsplanung) symbolisiert. So werden z.B. mit fortschreitender Planung die Maßstäbe immer größer, die Berechnungen und Kostenermittlungen genauer (Bild 1).

Bild 1: Planungsspirale.

Entlang der Spiralwindungen durchläuft die Planung mehrere Phasen, die in sich abgeschlossene Leistungspakete für die Fachplaner darstellen. Beispielsweise gliedert sich der Vorentwurf bei einem Hochhausprojekt in

  • den Architektur-Vorentwurf,
  • das statisch-konstruktive Konzept,
  • die Vorplanung für die Technische Ausrüstung des Gebäudes (Heizung, Klima, Lüftung, Sanitär, Elektro),
  • das bauphysikalische Planungskonzept,
  • die Vorplanung für die Fassadentechnik und
  • bei Bedarf in ein Verkehrskonzept (vgl. dazu z.B. HOAI).

Das Honorar der Fachplaner teilt sich entsprechend der einzelnen Planungsphasen auf und wird mit Abschluss der jeweiligen Planungsphase fällig. Bei langen Planungsphasen sind Abschlagszahlungen möglich. Durch Meilensteine wird der Planungsprozess in inhaltlich übersichtliche und terminlich voneinander abgegrenzte Phasen eingeteilt. Bei Erreichen eines Meilensteins werden die in den jeweiligen Phasen produzierten Planungsunterlagen dem Auftraggeber zur Prüfung bzw. Freigabe vorgelegt. Somit symbolisieren die Meilensteine auch Entscheidungspunkte des Auftraggebers.

Planungsphasen

Die Planungsphasen begleiten das gesamte Bauprojekt - vom Planungsbeginn bis zum Abschluss der Bauausführung. Man unterscheidet bei Bauprojekten üblicherweise folgende Planungsphasen:

  • Grundlagenermittlungsphase: Ziel ist es, eine grundsätzliche Aussage über die Machbarkeit eines Bauvorhabens zu treffen - unter Berücksichtigung der technischen, wirtschaftlichen, zeitlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Das Ergebnis dieser Phase wird meist in einer Machbarkeitsstudie (engl.: feasibility-study) zusammengefasst.
  • Vorentwurfs-/Vorplanung: Hier werden mehrere Lösungsmöglichkeiten für die gestellte Projektaufgabe verglichen, um die Planungsvariante zu identifizieren, die weiter verfolgt werden soll. Systemwissenschaftlich wird der Vorentwurf als Planungsvorbereitung bezeichnet.
  • Entwurfsplanung: Die am Ende des Vorentwurfs beschlossene und vom Auftraggeber freigegebene Variante wird nun bis zur Genehmigungsfähigkeit geplant. Dabei werden technische, wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen berücksichtigt. Systemwissenschaftlich wird der Entwurf als System- und Integrationsplanung bezeichnet.
  • Genehmigungs-/Einreichplanung: Nun werden alle Unterlagen erstellt bzw. zusammengestellt, die notwendig sind, um die für den Bau und Betrieb des Objekts erforderlichen Genehmigungen zu erhalten. Basis bildet eine vom Auftraggeber geprüfte und freigegebene Entwurfsplanung.
  • Ausführungsplanung: Die Planung wird so weit verfeinert, dass die Auftragnehmer damit ihre eigene Werks- bzw. Detailplanung durchführen können. Die Ausführungsplanung auf der Seite des Auftraggebers umfasst im Wesentlichen Polier- und Detailpläne der Architektur, Konstruktionspläne…

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