Projekte effizienter steuern Machen Sie sich ein Bild – Einführung in Visuelles Management

Wer bei der Projektsteuerung auf Visualisierungen setzt, z.B. mit einem Kanban-Board, kann schwierige Sachverhalte leichter erfassen und Probleme deutlich schneller erkennen. Doch oft fehlen die Ideen, um eine passende Darstellungsform für eine bestimmte Aufgabenstellung zu finden. Egor Sviridenko beschreibt, was gute Visualisierungen ausmacht und hat wertvolle Tipps für eine aussagekräftige Darstellung parat.

 

Projekte effizienter steuern Machen Sie sich ein Bild – Einführung in Visuelles Management

Wer bei der Projektsteuerung auf Visualisierungen setzt, z.B. mit einem Kanban-Board, kann schwierige Sachverhalte leichter erfassen und Probleme deutlich schneller erkennen. Doch oft fehlen die Ideen, um eine passende Darstellungsform für eine bestimmte Aufgabenstellung zu finden. Egor Sviridenko beschreibt, was gute Visualisierungen ausmacht und hat wertvolle Tipps für eine aussagekräftige Darstellung parat.

 

Visuelle Methoden sind eine gute Möglichkeit, dem tendenziell immer komplexer werdenden Projektmanagement Herr zu werden. Denn werden schwierige Sachverhalte mithilfe einer bildlichen Darstellung sichtbar gemacht, lassen sich diese leichter erfassen und Probleme schneller erkennen. So helfen z.B. visuelle Methoden bei der Bewertung eines Projektportfolios und der damit verbundenen Entscheidungsfindung.

Doch obwohl dem Projektmanager mit Gantt-Charts, Projektstrukturplänen oder Kanban-Boards bereits einige wichtige Visualisierungsmittel zur Verfügung stehen, fehlen oft die Ideen und Mittel, um für eine bestimmte Aufgabenstellung die bestmögliche Visualisierung zu erreichen. Hierfür fehlt in der Regel Grundlagenwissen über den passgerechten Einsatz visueller Management-Methoden in der Praxis.

Abhilfe soll der vorliegende Beitrag schaffen. Er gibt eine Einführung in die Grundlagen, was gute Visualisierungen ausmacht und er zeigt, in welchen Situationen sich manche Visualisierungen gut und manche weniger gut eignen. Außerdem beschreibt der Artikel, wie sich bereits in Gebrauch befindliche Visualisierungen sinnvoll erweitern lassen.

Die unantastbare Visualisierung-Kiste

Unabhängig von der Branche oder dem Management-Framework (agil, klassisch, hybrid) gibt es Herausforderungen, die für alle Projektmanager bestehen, wie z.B. Planung, Ressourcen-, Budget- oder Risikomanagement. Für die Visualisierung dieser und vieler weiterer Themen stehen uns im Projektmanagement bereits einige Hilfsmittel zu Verfügung. Jeder Projektmanager hat eine Kiste visueller Werkzeuge zur Hand, Bild 1 listet einige davon auf.

Bild 1: Auswahl visueller Werkzeuge.

Meistens stellen wir diese visuellen Werkzeuge jedoch nicht in Frage – jeder, der in seiner Firma Kanban einsetzt, würde auch woanders mit einem Kanban-Board arbeiten und dazu evtl. noch mit einem Kummulativen Flussdiagramm (Cumulative Flow Diagram bzw. CFD) den Prozess überwachen. Ebenso sind viele Führungskräfte daran gewöhnt, ihre Planungsaktivitäten mit einem Gantt-Chart zu visualisieren. Warum auch nicht? Wir haben uns über diese visuellen Werkzeuge in cleveren Büchern informiert und uns angeschaut, wie andere sie benutzen.

Doch was ist, wenn wir all das einmal in Frage stellen und uns intensiver mit diesen Visualisierungen auseinandersetzen? Warum z.B. sparen uns manche Darstellungen erheblich Zeit und Geld, während andere offenbar nur hübsche Grafiken sind, ohne uns einen großen Mehrwert zu bieten? Wenn wir verstehen, was eine gute Visualisierung ausmacht, erlaubt dieses Wissen uns, dass wir unsere Daten beinahe wie durch Zauberei zu unseren Kollegen und Kunden sowie zu uns selbst sprechen lassen können.

Um richtig gute Visualisierungen zu erstellen, schauen wir uns also zunächst etwas Theorie an. Dazu betrachten wir zum einen das Prinzip der Visuellen Variablen und zum anderen das Prinzip der Datenorganisations-Muster (oder auch Schablonen genannt) – denn gute Visualisierungen setzen sich immer aus diesen beiden Elementen zusammen (Bild 2).

Bild 2: Variable und Muster bilden die Grundlage für gute Visualisierungen.

Daten-Visualisierung mit Visuellen Variablen

Es gibt zwei Arten von visuellen Variablen, über die wir Bescheid wissen sollten: planare und retinale Variable. Der französische Kartograph Jacques Bertin (1918-2010) entwickelte das Konzept dieser beiden Variablen.

Planare Variable

Wir alle kennen planare Variable – dabei handelt es sich um die Darstellung von zwei quantitativen Parametern eines Objekts in einer flacher Dimension (X- und Y-Achse, Bild 3).

Bild 3: Beispiel für den Einsatz planarer Variablen.

Dieses Kanban-Board zeigt uns Projekte, sortiert nach deren Priorität (Y-Achse), die durch die verschiedenen Phasen ihrer Ausführung wandern (X-Achse) (Bild 4). Es ist leicht sich hier auf die wichtigsten Projekte zu fokussieren, die gerade in Bearbeitung sind.

Bild 4: Kanban Board mit Post-Its, die Projekte darstellen.

Retinale Variable

Bewertungen und Kommentare

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Alle Kommentare (7)

Wolfgang
Besold

Kurz und prägnant auf den Punkt gebracht. Sehr hilfreichfür alle, die viel visualisieren (müssen)

 

Stefan
Pfeifer

Der Artikel ist sehr gelungen, da er aufzeigt das visualisieren nicht nur ein herumgekleckse von PPTX Formen ist, sondern oft auch viel Kopfarbeit benötigt wird.

 

Cornelia
Niklas

Klasse Text!

 

Thomas
Otto
Dipl.Ing.

Sehr hilfreich dargestellt.

 

Vielen Dank für Ihre Kommentare. Bei Fragen zu dem Thema, oder weiteren Austausch von Meinungen stehe ich gerne unter [email protected] zur Verfügung

 

Gerlinde
Michel

Sehr übersichtlich und gut dargestellt. Um mit englischen Kollegen Inhalte zu teilen, gibt es diese Artikel auch in Englisch?

 

Hallo Frau Michel, ein ähnliches Artikel in englischer Sprache habe ich noch nicht veröffentlicht, Ihre englischsprachige Kollegen könnten evtl das folgende Video mit meinem Vortrag zum gleichen Thema bei AgileOnTheBeach hilfreich finden: https://www.youtube.com/watch?v=7yzmqYoIFxw Bei Fragen können Sie sich direkt an mich wenden: [email protected] Schöne Grüsse, Egor Sviridenko