Mediation durch neutrale Mitarbeiter

Teil 1: Prinzipien, Vorteile und Grenzen
Die Klärung von Konflikten zwischen Teammitgliedern sowie die Lösung von Problemen mit dem Auftraggeber sind Herausforderungen, denen sich ein Projektleiter im Alltag stellen muss. Bringt seine Vermittlung nicht den erhofften Erfolg, sollte er einen unabhängigen internen Vermittler einschalten. Brigitte Gans und Sabine Wolff erklären im ersten Teil der Artikelserie, was Mediation ist, stellen ihre wichtigsten Prinzipien vor und benennen die Kompetenzen, die ein interner, aber neutraler Dritter ohne Mediationsausbildung mitbringen muss. Auch zeigen sie die Vorteile, aber auch die Grenzen einer Mediation durch interne Dritte auf.

Projektteams werden immer heterogener, da die Projektbeteiligten sowohl verschiedenen Fachbereichen angehören als auch immer häufiger verschiedenen Kulturen. Dies macht es für einen Projektleiter anspruchsvoll, ein solches Team zu steuern. Die Bewältigung von Krisen und das Schlichten interner Auseinandersetzungen gehören für ihn zur Tagesordnung. Doch was, wenn seine Vermittlung nicht die erhoffte Klärung des Konflikts bringt? In diesem Fall lohnt es sich, wenn er einen internen Dritten als Vermittler hinzuzieht, der neutral ist und den alle, die am Konflikt beteiligt sind, in dieser Rolle akzeptieren können.

Im ersten Teil der Artikelserie erfahren Sie, was Mediation ist und welches ihre wichtigsten Prinzipien sind. Er stellt dar, welche Kompetenzen ein interner, aber neutraler Dritter ohne Mediationsausbildung mitbringen muss, um in Projekten bei Konflikten erfolgreich vermitteln zu können. Dabei zeigt er die Vorteile, aber auch die Grenzen und Ausschlussgründe einer Mediation durch interne Dritte auf und gibt Hinweise, wann eine externe Mediatorin ins Haus geholt werden sollte. Abschließend erfahren Sie, welche weiteren Bereiche es gibt, in denen Mediatoren wirkungsvoll eingesetzt werden können.

Was ist Mediation?

Mediation als eine Form der Vermittlung in Konflikten hält zunehmend in Unternehmen Einzug. So besteht z.B. seit 2008 der Round Table "Mediation und Konfliktmanagement", ein Arbeitskreis von Unternehmensvertretern, die sich regelmäßig darüber austauschen, wie sie Mediation als Teil ihres unternehmensinternen Konfliktmanagement-Systems etablieren. Mitarbeiter namhafter Unternehmen, wie z.B. SAP AG, E.ON Kernkraft GmbH, AUDI AG, Bombardier Transportation GmbH, Deutsche Bahn AG, EnBW AG, Fraunhofer Gesellschaft und Siemens AG, arbeiten dort mit.

Mediation schließt die Lücke zwischen denjenigen Möglichkeiten, wie Konfliktbeteiligte versuchen können, ihre Konflikte selbst zu lösen, z.B. in Verhandlungen, Teamsitzungen, Workshops oder Coaching, und solchen Möglichkeiten, einen Dritten mit der Schlichtung des Konflikts und damit einer Entscheidung zu betrauen, z.B. einen Vorgesetzen oder ein (Schieds-)Gericht.

Mediation ist deshalb so wirkungsvoll, weil ein unbeteiligter Dritter den gerade im Konflikt so schwierigen Prozess, zu einer gemeinsamen Entscheidung zu gelangen, formal steuert, die inhaltliche Entscheidungsgewalt jedoch bei den Betroffenen (den Medianden) bleibt.

Für die Mediation ist es wichtig, dass die vermittelnde Person die Konfliktthemen klar strukturiert. Vor allem aber sollte sie Techniken zur Deeskalation beherrschen. So kann sie z.B. einen Konfliktbeteiligten bitten, zunächst nur zu ihr zu sprechen, wenn er seine Position darstellt, und Aussagen von ihm, die den anderen Konfliktbeteiligten abwerten, so umformulieren ("übersetzen"), dass er sich auf

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