Nachhaltige Lösungen entwickeln statt Symptome behandeln Damit es im Projektteam rund läuft – Teamprozesse verstehen und steuern

Teil 1:
Wie sich Strukturelemente und Verhalten beeinflussen
Damit es im Projektteam rund läuft – Teamprozesse verstehen und steuern

Leidet das Klima durch Streitereien zwischen zwei Teammitgliedern, liegt die Vermutung eines Beziehungskonflikts nahe. Doch oft liegen die wahren Ursachen woanders und der sichtbare Konflikt ist nur das Symptom. Gero Lomnitz zeigt, wie Sie die Teamsituation anhand von Strukturen und Verhaltensweisen analysieren, um nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Eine Arbeitshilfe fasst die zentralen Punkte zusammen.

Management Summary

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Artikelserie

  1. Wie sich Strukturelemente und Verhalten beeinflussen
  2. Das Modell in der Praxis anwenden

Nachhaltige Lösungen entwickeln statt Symptome behandeln Damit es im Projektteam rund läuft – Teamprozesse verstehen und steuern

Teil 1:
Wie sich Strukturelemente und Verhalten beeinflussen
Damit es im Projektteam rund läuft – Teamprozesse verstehen und steuern

Leidet das Klima durch Streitereien zwischen zwei Teammitgliedern, liegt die Vermutung eines Beziehungskonflikts nahe. Doch oft liegen die wahren Ursachen woanders und der sichtbare Konflikt ist nur das Symptom. Gero Lomnitz zeigt, wie Sie die Teamsituation anhand von Strukturen und Verhaltensweisen analysieren, um nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Eine Arbeitshilfe fasst die zentralen Punkte zusammen.

Management Summary

Jedes Team und noch weiter gefasst alle sozialen Systeme werden grundsätzlich durch Strukturen und Verhalten beeinflusst. In Projektteams gehören z.B. die Strukturelemente Ziele, der Zeitrahmen oder die eingesetzten Methoden ebenso dazu wie der Kommunikationsstil, die Verbindlichkeit oder der Umgang mit Konflikten, um nur einige wenige zu nennen. Für die Projektarbeit ist es wichtig zu verstehen, dass Erfolg oder Misserfolg eines Teams nur selten einseitig von strukturellen Einflüssen oder Verhaltensweisen abhängt. Um ein Projektteam erfolgreich zu führen, vor allem dann, wenn es im Team nicht rund läuft, müssen deshalb beide Einflussgrößen mit den damit verbundenen Wechselwirkungen berücksichtigt werden. 

Wie Verhalten und Strukturelemente zusammenhängen, möchte ich Ihnen an einem Beispiel verdeutlichen. Vielleicht kennen Sie selbst solche oder ähnliche Situationen.

Beispiel – Produktmanagement versus Materialentwicklung

In einem Produktentwicklungsprojekt wirken sich Spannungen zwischen der Produktmanagerin (Marketing) und einem Mitarbeiter aus der Materialentwicklung (F&E) erheblich auf das Teamklima aus. Die hochmotivierte Produktmanagerin reagiert bei Bedenken und kritischem Hinterfragen des Entwicklers mit ironischen Kommentaren. Der Entwickler, ein exzellenter Techniker und eher introvertiert, wehrt die Wünsche des Produktmanagements wiederum unvermutet mit Sarkasmus ab. Andere Projektmitarbeiter haben schließlich genug von den Querelen und bitten den noch recht unerfahrenen Projektleiter, das Problem endlich zu lösen. Dieser muss bei seiner Ursachenanalyse nicht lange überlegen. Er vermutet einen Beziehungskonflikt und beabsichtigt, mit beiden ein Gespräch zu führen, um gemeinsam Kommunikationsregeln zu vereinbaren.

Im Austausch mit seiner Vorgesetzten (Head of Project Management) vermittelt diese ihm allerdings eine ganz andere Ursachenanalyse: Ihrer Einschätzung nach führen beide einen Stellvertreterkrieg. Der Entwickler akzeptiert die immer wiederkehrenden Änderungsanforderungen (moving targets) seitens des Produktmanagements nicht, da diese oft mit hohem zeitlichem Aufwand verbunden sind, den Endtermin gefährden und eine sehr starke Zusatzbelastung auch für andere Projekte bedeuten. Er kann so die Qualität in der vereinbarten Zeit nicht liefern. Die Vorgesetzten der Produktmanagerin wiederum erwarten, dass die Wünsche des Marketings im Projektteam flexibel umgesetzt werden. Auch nach dem dritten Meilenstein ("Freeze") müssten noch Änderungen möglich sein, entsprechende Regelungen im Produktentwicklungs-Handbuch seien „marktferner Papierkram“.

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Fortsetzungen des Fachartikels

Teil 2:
Das Modell in der Praxis anwenden

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