Alternative Konfliktbehandlung im Bauprojektmanagement

Warum Sie Mediation statt Rechtsstreit vor Gericht wählen sollten

Schnell ist man bei einem größeren Konflikt geneigt, sich einen Anwalt zu nehmen und den Streitpunkt notfalls per Gerichtsurteil zu klären – oft der teurere und vor allem nicht nachhaltige Weg zur Konfliktlösung. Hendrik Hilmer stellt Ihnen die Mediation als alternative Methode vor, die eine konstruktive Lösung sucht, mit der beide Seiten zufrieden sind. Er zeigt zudem auf, wo die Tücken bei der Anwendung im Bauprojektmanagement lauern.
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Projekte sind der perfekte Nährboden für Konflikte. Denn die Bedingungen in Projekten – die Neuartigkeit der Aufgabe, die Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten, der Erfolgsdruck oder die Tatsache, dass sich durch das Projekt etwas ändert – sind in besonderem Maße dazu geeignet, Konflikte zwischen den Beteiligten oder dem Projektteam und seinem Umfeld hervorzurufen.

Stellen Sie sich einen Bauherren vor, der ein Restaurant wegen der guten Aussicht in einer Ortsrandlage errichten möchte. Hier tun sich mehrere potentielle Konfliktfelder auf: 1. Einigen Anwohnern wird nun die freie Sicht auf die schöne Landschaft verbaut; 2. Der ortsansässige Landwirt befürchtet bei einer Projektumsetzung ständige Beschwerden wegen Geruch und Lärm; 3. Eine Umweltschutzvereinigung schätzt die vorgesehenen Kompensationsmaßnahmen für den Verlust von Naturraum als ungeeignet ein. Rechtlich betrachtet sind alle drei eindeutig und relativ einfach abzuhandelnde Konfliktfelder. Faktisch können sie jedoch – auch nach juristischer Klärung – zu erheblichen Belastungen für das Projektmanagement und den Bauherrn werden, z.B. wenn sich die Betroffenen nicht ausreichend berücksichtigt fühlen.

Vor diesem Hintergrund ist Konfliktkompetenz für Projektmanager und Teammitglieder besonders wichtig. In diesem Artikel stelle ich die Mediation als alternatives Verfahren zur Konfliktbehandlung vor. Die Mediation wird vor dem Hintergrund größerer bis großer (öffentlicher) Bauprojekte betrachtet, da diese einige Besonderheiten aufweisen, die verschiedene Auswirkungen auf die praktische Anwendung des Mediationsgesetzes von 2012 haben. Beispiele sind u.a. das öffentliche Interesse und die gesetzliche Rahmensetzung.

Laut Ergebnisbericht der Reformkommission Bau von Großprojekten des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird empfohlen, außergerichtliche Streitbeilegungsverfahren fest in die Verträge mit den Projektbeteiligten zu verankern (S. 64-66). Die Mediation ist eine von mehreren dort vorgestellten und denkbaren Verfahren zur Entlastung der Beteiligten. Dabei wird insbesondere auf die Vorteile der außergerichtlichen Streitbeilegung in Hinblick auf Zeit und Kosten verwiesen (S. 64).

Was ist Mediation?

Die Mediation ist ein strukturiertes, freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung von Konflikten auf der Grundlage in Einklang gebrachter Interessen. Die Parteien (auch: Medianden) verhandeln ihre Anliegen autonom und gleichberechtigt. Der Mediator ist allparteilicher Vermittler zwischen den Parteien und ihren Anliegen. Er bringt keine eigenen Lösungsansätze ein. Seine Aufgabe ist die Einhaltung des Mediationsprozesses und die Beachtung der Prinzipien der Mediation.

Die Mediation eignet sich grundsätzlich für alle Projektarten in allen Phasen und unter Beteiligung sehr unterschiedlicher Teilnehmerkreise. Grenzen bzw. verminderte Einigungschancen sind lediglich dort vorhanden, wo keine Einigungsbereitschaft oder Ideologien aufeinander treffen. Dann ist die Bereitschaft, die Perspektive des Gegenübers zu verstehen, meist nicht gegeben. Dies ist jedoch

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