Aktuelle Studienergebnisse

Web 2.0 verbessert die Leistung von Veränderungsprojekten

Schnell, kostengünstig und wirkungsvoll – so sollen Projekte idealerweise abgewickelt werden. Doch wie lassen sich diese teils gegensätzlichen Anforderungen erfüllen? Können Web-2.0-Instrumente, wie Wikis, Blogs oder Online-Befragungen die Projektabwicklung tatsächlich unterstützen? Eine an der Universität Stuttgart durchgeführte Online-Befragung von Projektleitern, Führungskräften und Fachexperten aus dem Bereich Neue Medien sollte diese Frage klären. Prof. Dr. Michael Reiß, Frank Ehrenmann und Dirk Steffens vom Lehrstuhl für Organisation am Betriebswirtschaftlichen Institut stellen die Ergebnisse vor und zeigen, welche Potenziale die Web-2.0-Instrumente zur Unterstützung der Projektarbeit haben.

Web-2.0-Instrumente wie z.B. Wikis, Blogs oder Online-Befragungen kommen auch im Projektmanagement immer häufiger zum Einsatz. Allerdings gibt es bisher nur wenige Erkenntnisse darüber, ob und wie diese Instrumente die Abwicklung von Projekten tatsächlich unterstützen können. Dies zeigt eine Bestandsaufnahme bereits durchgeführter Untersuchungen: Viele Studien beschränken sich entweder auf Analysen des Einsatzes sozialer Software im gesamten Unternehmen ("Enterprise 2.0") oder auf den Einsatz in einzelnen Bereichen, z.B. im Marketing oder Wissensmanagement.

Aus diesem Grund führte 2010 der Lehrstuhl für Organisation am Betriebswirtschaftlichen Institut der Universität Stuttgart gemeinsam mit der Know How! AG und der centrestage GmbH eine Online-Befragung durch, deren Ergebnisse dieser Beitrag vorstellt. Die Befragung baut auf den Ergebnissen einer ersten Erhebung aus dem Jahr 2008 auf und sollte klären, inwieweit Web-basierte Instrumente aktuell in Projekten zum Einsatz kommen und wie erfolgreich diese Medien die Umsetzung von Projekten unterstützen können. Der Beitrag richtet sich an Projektleiter, Führungskräfte und Fachexperten aus den Bereichen Projektmanagement und Neue Medien, die vor dem Hintergrund eines steigenden Effektivitäts- und Effizienzdrucks erfahren, welche Potenziale die Web 2.0-Instrumente zur Unterstützung der Projektarbeit bieten.

Was sind Web-2.0-Instrumente?

Der Begriff Web 2.0 fasst verschiedene Internetanwendungen und -technologien zusammen, bei denen der Anwender nicht auf den reinen Konsum von Hypertext-Inhalten (Web 1.0) beschränkt ist. Die Nutzer haben vielmehr die Möglichkeit, Inhalte (z.B. Text, Bilder oder Videos) selbst online zu stellen und zu editieren. Die einfache Bedienung – ohne erforderliche Programmier- oder Beschreibungssprachenkenntnisse – fördert dabei einen interaktiv-sozialen Austausch unter den Nutzern ("Mitmach-Web"). Zu den etablierten Web 2.0-Instrumenten zählen:

Onlinebefragungen (z.B. Doodle, PollPub.com), die z.B. eine effiziente Terminabstimmung und eine zeitnahe Erhebung von Meinungs- bzw. Stimmungsbildern im Projektumfeld sowie innerhalb des Projektteams erlauben.

Weblogs stellen Inhalte (Text, Bilder, Animationen, Videos etc.) in Form eines Logbuchs in chronologischer Abfolge dar. Diese Inhalte können von Lesern ergänzt und kommentiert werden. Im Rahmen der Projektarbeit können Weblogs z.B. eine räumlich verteile Zusammenarbeit, kollaborative Problemlösungen sowie eine dezentral organisierte Projektdokumentation unterstützen.

Wikis (z.B. Wikipedia, LinuxWiki, JuraWiki) erlauben eine kollaborative Erstellung, Bearbeitung und Sammlung von Inhalten und Wissen. Im Gegensatz zu Weblogs, die Einzelmeinungen abbilden, erlauben es Wikis durch gemeinschaftliche Verbesserungsprozesse der Nutzer ("Wisdom of Crowds"), kollektives Wissen zu speichern. Wikis eignen sich in der Projektarbeit z.B. dazu, eine gemeinsame

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