Aktuelle Gehaltsstrukturen

Wer verdient wie viel im PM?

Um die eigene Situation im Projektmanagement bewerten zu können, benötigt man Orientierungspunkte: Wer verdient wie viel in welcher PM-Ebene? Wie gut sind die Karrieremöglichkeiten? Wie ist die Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber? Antworten liefert die mit über 700 Teilnehmern deutschlandweit größte Karriere- und Gehaltsstudie für Projektpersonal, die zwischen April und Juli 2011 im Auftrag der GPM durchgeführt wurde. Prof. Dr. Ulrich Vossebein und Reinhard Wagner haben wesentliche Ergebnisse der Studie für Sie zusammengefasst.
Aktuelle Gehaltsstrukturen

Wer verdient wie viel im PM?

Um die eigene Situation im Projektmanagement bewerten zu können, benötigt man Orientierungspunkte: Wer verdient wie viel in welcher PM-Ebene? Wie gut sind die Karrieremöglichkeiten? Wie ist die Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber? Antworten liefert die mit über 700 Teilnehmern deutschlandweit größte Karriere- und Gehaltsstudie für Projektpersonal, die zwischen April und Juli 2011 im Auftrag der GPM durchgeführt wurde. Prof. Dr. Ulrich Vossebein und Reinhard Wagner haben wesentliche Ergebnisse der Studie für Sie zusammengefasst.

Wer seine aktuelle Situation im Projektmanagement bewerten oder seine berufliche Zukunft planen möchte, benötigt dazu Orientierungspunkte: Wie hoch ist das Durchschnittsgehalt im Projektmanagement? Wer verdient wie viel in welcher PM-Ebene? Welche Branche zahlt die höchsten Gehälter? Antworten auf diese Fragen liefert die mit über 700 Teilnehmern deutschlandweit größte Karriere- und Gehaltsstudie für Projektpersonal, die im Auftrag der GPM deutsche Gesellschaft für Projektmanagement zwischen April und Juli 2011 durchgeführt wurde. Neben den Gehaltsstrukturen standen in dieser mittlerweile dritten Studie die Fragen nach den Karrierepfaden, die Anforderungen an PM-Arbeitsplätze sowie die Zufriedenheit mit den Arbeitgebern im Fokus.

Teilnehmer

Die Studie wurde anhand eines elektronischen Fragebogens durchgeführt. Der Altersdurchschnitt der insgesamt 702 Teilnehmer lag mit 40,5 Jahren über dem Wert von 38,3 Jahre der vorherigen Befragung von 2008/09, während der Frauenanteil mit 15,8% praktisch unverändert blieb (16,1% in 2008/09).

An der aktuellen Studie haben mit 62,0% weniger Akademiker teilgenommen als an der Studie zuvor (73,5%), wobei bei den Studienfächern der Anteil der Ingenieurswissenschaften im Vergleich zu 2008/09 weiter zurückgeht (25,9% zu 29,9%). Die Wirtschaftswissenschaften stehen mit 14,1% erneut auf Platz zwei vor Mathematik/Informatik (7,5%) und den Naturwissenschaften (5,4%).

Auch der Anteil der Befragten mit einer akademischen Zusatzausbildung ging 2011 auf 23,4% zurück, nachdem 2008/09 ein Wert von 36,6% erreicht wurde. Dagegen liegt der Anteil der Teilnehmer mit Auslandserfahrung relativ hoch: 45% der Teilnehmer waren bereits während ihres Studiums im Ausland und in rund 60% der Fälle beinhalteten die Projekte Auslandsaktivitäten.

Der größte Teil der Teilnehmer ist in der IT-Beratung/Konzeption beschäftigt (27,4 %), gefolgt von den Ingenieuren in der Projektabwicklung (22,5 %). Ebenfalls häufig genannt wurden die Funktionen Service/Beratung (17,7%), Softwareentwicklung (13,1%), Forschung und Entwicklung (12,3 %) und Qualitätswesen (9,1%). Vertrieb, Medien/PR, Personal und Logistik/Materialwirtschaft bilden das Schlusslicht mit insgesamt weniger als 10% Nennungen.

Teilgenommen hatten vor allem Projektleiter (25,2%) und Senior-Projektleiter (23,2%), aber auch Projektdirektoren (7,8%), Teilprojektleiter (4,1%) und PM-Assistenten (1,6%). Die durchschnittliche Erfahrung in Projekten beträgt 9,43 Jahren und ist gegenüber dem Wert von 2008/09 leicht angestiegen (8,75 Jahre).

Gehälter

Die Grundgehälter im Projektmanagement haben sich in den letzten Jahren nicht nennenswert verändert, wie eine Gegenüberstellung in Tabelle 1 zeigt. Das durchschnittliche Grundgehalt liegt bei der aktuellen Untersuchung mit 69.849 Euro nur unwesentlich über dem Wert von 2004/05 (69.663 Euro), wobei die Hälfte der Teilnehmer, die Angaben zu ihrem Gehalt gemacht hatten (50%-Wert), maximal 65.040 Euro verdienten (2004/05: 64.800 Euro).

Tabelle 1: Vergleich der Brutto-Grundgehälter im Zeitverlauf.

Leistungszulagen

Etwas über 50% der Befragten erhalten neben dem Grundgehalt auch Leistungszulagen. Bezieht man diese in die Betrachtungen ein, ergeben sich die in Tabelle 2 gezeigten Werte. Durchschnittlich kommen zum Grundgehalt von 69.849 Euro nochmals 15.286 Euro an leistungsbezogenen Entgelten hinzu, so dass das durchschnittliche Gesamtgehalt 85.135 Euro beträgt.

Tabelle 2: Grundentgelt und leistungsbezogene Entlohnung.

Zur besseren Verdeutlichung zeigt Bild 1 die aus der Befragung ermittelte Gehaltstruktur gegliedert nach Gehaltsklassen.

Bild 1: Gehaltstruktur 2011 unterteilt nach Gehaltsklassen.
Bild vergrößern

In Tabelle 3 sind diese Daten nochmals nach der Häufigkeit der Nennung aufgegliedert. Dabei ist eine große Spannweite festzustellen: 10% der Befragten verdienen 48.000 Euro oder weniger im Jahr, während die 10% am besten Verdienenden zwischen 139.200 Euro und 357.500 Euro jährlich erhalten. Für den mittleren Bereich (zwischen 40 und 60% der Befragten) ergibt sich eine Gehaltsspanne zwischen 66.794 Euro und 82.600 Euro.

Tabelle 3: Gehaltsstruktur 2011

Projektmanagement-Ebenen

Bewertungen und Kommentare

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Alle Kommentare

Urs
Bumbach
UB, Schweiz
Guest
Sehr aufschlußreich.
Tom
Dahmen
Ein sehr schöner Artikel, der ziemlich aufschlussreich ist; der Statistik fehlen aber noch ein paar Faktoren, vielleicht kann man die Signifikanz durch andere Fragen für nächstes Jahr verbessern. Eine signifikante Einflussgrösse auf das Projektmanagement sind die Projektgrösse, die eventuelle Zertifizierung des PM, und der Firmenstandort, alles Faktoren, die leider anscheinend weder gefragt noch in die Berechnung eingingen. Ein zertifizierter PM mit einer Projektverantwortung von 2000 Personentagen im Jahr oder einem Budgetvon 1 Mio wird in Frankfurt wohl mehr verdienen als ein zertifizierter PM mit der gleichen Verantwortung in einer Kleinstadt, wo aufgrund der Lebenshaltungskosten die Gehälter niedriger sind. Vielleicht wäre so auch das Dilemma der Projektbezeichnungen "Senior PM", auf das die Studie selbst hinweist, lösbar gewesen. Anstatt auf firmeninterne nicht vergleichbare Bezeichnungen wie "Teilprojektleiter" zu setzen, hätte man eine Zertifizierung zugrunde legen können. PM ohne Zertifizierung, mit Level xy des PMP oder Level xy Ipmea, Prince, GWCPM... AufgabenBereiche wie Pogram Manager etc sind z.B im Pmp definiert und für jeden nachlesbar, mit ein bisschen Text in der Umfrage wäre eine Einschätzung durch die Befragten wohl möglich gewesen. Ausserdem ist die Risikoklasse der Projekte sicher entscheidend. Ein wiederkehrendes 0/8 15 Projekt im Strassenbau selbst, wenn es sehr teuer ist, wird wohl anders bezahlt werden als ein noch nie dagewesenes Strassenbauprojekt quer durch die Pripjetsümpfe in Russland. Ich kann jedenfalls aus der Statistik nicht erschliessen, ob mein Gehalt aufgrund des Standorts, der Firmengrösse, des Risikos, meiner Zertifizierung jetzt für meine Firma/Stadt zu schlecht ist oder gerade richtig, da diese Informationen nicht in der Studie abgefragt wurden. Trotzdem ist die Studie sehr wertvoll.
Michael
Manthey
Dipl.-Wirt. Ing. (FH)
Interessant!
Roland
Borch
Dipl.-Ing.
Danke für die Studie, sie liefert gute Argumente, wenn man selbst verhandeln will.
Guest
Sehr nützlich, vor allem für die Diskussion über die Projektorientierung in Unternehmen und die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen.
Sabine
Sitta
"In allen Fällen liegt das Gehalt der weiblichen Projektmanager unterhalb der Vergleichswerte der Männer" schreiben die Autoren und veröffentlichen die dazu passenden Durchschnittseinkommen incl. Mediane und Quartile. Liest man in den auf der GPM-Website veröffentlichten, etwas umfangreicheren Ergebnissen nach, geben die Zahlen ein differenzierteres Bild. Dort (Tab.16, s.Link unten) verdienten 16 "Senior-Projektleiterinnen" im Schnitt €103.512 während 118 Senior-Projektleiter nur €93.019 erhielten. Auch die 20 befragte "Projektleiterinnen" waren mit €77.882 besser bezahlt als 116 Projektleiter mit durchschnittlich €75.341. Eine Erklärung dafür, dass diese befragten Frauen mehr verdienten als die entsprechenden Männer, geben die erhobenen Zahlen nicht her. Vielleicht waren die Branchen ausschlaggebend, oder die Projekte, oder die Ausbildung, oder das Dienstalter, oder der Auslandseinsatz oder, oder.. Bei den "PM-Direktor/inn/en" und den "Teilprojektleiter/inne/n" war es umgekehrt. Hier waren insgesamt 8 Frauen im Schnitt deutlich geringer vergütet als 66 Männer. Über die Bedingungen unter denen diese Unterschiede entstanden sind, sagt die Studie naturgemäß auch nichts. Dass Frauen für die gleiche Arbeit im Projektmanagement schlechter bezahlt werden als Männer, belegt sie jedenfalls nicht. http://www.gpm-ipma.de/fileadmin/user_upload/Know-How/studien/Ergebnis_Karriere-und-Gehaltsstudie_2011_final.pdf
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