Wie Burnout-gefährdet sind Projektmanagerinnen und -manager?

Vor fünf Jahren veröffentlichte die GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement eine Genderstudie zur Karriere von Frauen und Männern im Projektmanagement. Als größten Nachteil der Projektarbeit gaben die Teilnehmer dabei die Furcht vor einem Burnout an. Diese Ergebnisse veranlassten die Special Interest Group "PM-Expertinnen" der GPM dazu, in Kooperation mit dem Centrum für Disease Management der TU München, eine Studie zur Burnout-Gefährdung im Projektmanagement durchzuführen, die mit etwa 1.300 Teilnehmern bis dato einzigartig ist. Dr. Tatjana Reichhart, Roswitha Müller-Ettrich und Dr. Werner Kissling stellen die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse vor.

2009 führte die Special Interest Group "PM-Expertinnen" der GPM eine Genderstudie zur Karriere von Frauen und Männern im Projektmanagement durch [1]. Eines der wichtigsten Ergebnisse dieser Studie war, dass sowohl Frauen als auch Männer den größten Vorteil der Projektarbeit in den immer wieder neuen Herausforderungen sahen. Gleichzeitig zeigte sich, dass Männer wie Frauen als größten Nachteil der Projektarbeit die Furcht vor einem Burnout angaben.

Diese Ergebnisse veranlassten die PM-Expertinnen dazu, in Kooperation mit dem Centrum für Disease Management der TU München, eine Studie zur Burnout-Gefährdung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Projektmanagement durchzuführen. Zentrale Fragen dabei waren:

  • Wie hoch ist die Rate an Burnout-Gefährdeten?
  • Welche Risikofaktoren lassen sich identifizieren?
  • Wie steht es um die körperliche und psychische Gesundheit?
  • Gibt es dabei geschlechtsspezifische Unterschiede?

Um diese und weitere Fragen beantworten zu können, wurde im Sommer 2013 eine Online-Umfrage durchgeführt, die mit etwa 1.300 TeilnehmerInnen und mit den beschriebenen Fragestellungen bis dato einzigartig ist. Die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse stellt dieser Beitrag vor.

Was ist Burnout und warum ist dieses Thema relevant?

Obwohl der Begriff "Burnout" weit verbreitet ist, bestehen diesbezüglich viele Unklarheiten und Missverständnisse. Burnout ist keine anerkannte Diagnose [3] und es gibt auch keine einheitliche, international gültige Definition von Burnout [2]. Dennoch sind sich die Experten einig, dass es den Zustand des "Ausgebranntseins" gibt.

Kurz zusammengefasst handelt es sich dabei um einen Zustand, der durch dauerhafte Überforderung im beruflichen und/oder privaten Bereich bei gleichzeitigem Nichtbeachten individueller Bedürfnisse (z.B. Regeneration, "Auftanken") sowie Nichtbeachten der Stresswarnzeichen des Körpers (z.B. Schlafstörungen, Schmerzen, Tinnitus etc.) entstehen kann. Bei der Entwicklung eines Burnouts spielen sowohl äußere, als auch innere Faktoren eine Rolle (siehe Bild 1):

Bild 1: Äußere und innere Risikofaktoren für die Entstehung eines Burnouts (angelehnt an [2] und [3]).

Symptome und Gefahren

Typischerweise zeigen sich im Verlauf des Burnouts Symptome wie Erschöpfung, Zynismus, Frustration sowie eine verringerte Arbeitsleistung. Ein Burnout ist ein relevanter Risikofaktor für die Entwicklung einer psychischen Erkrankung, z.B. Alkoholabhängigkeit, Depression,

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