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Minsky Suitcase

Mit Minsky Suitcase erstellt ein Team in kurzer Zeit eine oder mehrere fiktive Personen mit unterschiedlichen Charakteren. Diese dienen dazu, anschließend verschiedene Sichtweisen auf ein Produkt oder eine Problemstellung einzunehmen. Zur Erstellung der Charaktere dienen Koffer (Suitcases), in denen sich diverse (Reise-)Utensilien befinden. Die Teilnehmer interpretieren frei und kreativ die Inhalte der Koffer, um die Eigenschaften der fiktiven Personen zu beschreiben.

Minsky Suitcase

Minsky Suitcase

Mit Minsky Suitcase erstellt ein Team in kurzer Zeit eine oder mehrere fiktive Personen mit unterschiedlichen Charakteren. Diese dienen dazu, anschließend verschiedene Sichtweisen auf ein Produkt oder eine Problemstellung einzunehmen. Zur Erstellung der Charaktere dienen Koffer (Suitcases), in denen sich diverse (Reise-)Utensilien befinden. Die Teilnehmer interpretieren frei und kreativ die Inhalte der Koffer, um die Eigenschaften der fiktiven Personen zu beschreiben.

Minsky Suitcase

Einsatzmöglichkeiten

Erstellen fiktiver Charaktere zur Verwendung in weiteren Methoden wie Personas, Rollenspiele (z.B. in der Walt-Disney-Methode) oder zur Gegenüberstellung in der Customer Experience Journey.

Die fiktiven Charaktere können z.B. verwendet werden für:

  • erste und schnelle Charakterisierung einer möglichen Kundengruppe
  • Identifikation von neuen Inhalten aus den eingenommenen Blickwinkeln
  • Verifizierung einer erarbeiteten Lösung anhand fiktiver Charaktere

Vorteile

  • Die Methode ist intuitiv und leicht verständlich.
  • Der spielerische Ansatz fördert Spaß und Zusammenarbeit.
  • Die Vorgabe ausgewählter Gegenstände führt zu schnelleren Ergebnissen als eine vollständig freie Definition von fiktiven Personen.
  • Die Arbeit mit teilweise kuriosen Gegenständen unterstützt die Kreativität.

Grenzen, Risiken, Nachteile

  • Die Methode ersetzt keine intensive Auseinandersetzung mit möglichen Zielgruppen. Sie erleichtert lediglich die erste Bearbeitung mit fiktiven Charakteren.
  • Je nach Auswahl der Gegenstände legen die Bearbeiter sich auf einen einseitigen Blickwinkel fest. Gegenstände allein erlauben eine erste Interpretation aber keine vollständige Erfassung.

Ergebnis

Beschreibungen fiktiver Personen zur direkten Verwendung oder weiteren Bearbeitung

Voraussetzungen

Bereitschaft der Teilnehmenden, sich auf eine kreative und ergebnisoffene Methode einzulassen.

Qualifizierung

Die Anwendung erfordert keine spezielle Qualifikation. Beim Einsatz in Gruppen ist für den Gesprächsleiter Moderationserfahrung hilfreich.

Benötigte Informationen

  • Beschreibung der gemeinsamen Aufgabenstellung: Vision, Projekt oder Auftragsgegenstand
  • Beschreibung der möglichen Zielgruppe

Benötigte Hilfsmittel

  • Koffer / Taschen in der Zahl vorgesehener Materialsammlungen. Alternativ können Sie durch "Haufenbildung"die Materialsammlungen ebenfalls voneinander trennen. Leiten Sie dann aber zu Beginn des ersten Schritts ein: "In einer Reisetasche wurde folgender Inhalt gefunden …"(oder ähnlich). Das veranschaulicht die Methode und erhöht die Bereitsschaft, genau diesen Inhalt zu analysieren.
  • Gegenstände des täglichen Gebrauchs, die sich in Reisegepäck befinden können
  • Arbeitsfläche(n) für die Dokumentation des Ergebnisses (Flipchart, Pinnwand, Whiteboard, große Tischfläche) sowie für das jeweilige Material geeignete Stifte. Pro drei bis fünf Teilnehmern sollte eine Arbeitsfläche zur Verfügung stehen.
  • Optional: zusätzliche Hilfsmittel wie Pinnnadeln, Haftnotizen oder Schnüre zur Befestigung der Materialien oder Gegenstände aus den Sammlungen.

Mit gängigen Online-Lösungen zur synchronen Dokumentenbearbeitung können auch verteilte Gruppen mit dem Minsky Suitcase arbeiten. Hierzu benötigen alle Gruppenmitglieder den Zugang zum virtuellen Arbeitsbereich und einen den Anforderungen entsprechenden Arbeitsplatz (z.B. Headset, Ausrüstung für Videokonferenz).

Durchführung ...

Praxistipps ...

Herkunft

Die Namensgebung geht zurück auf Marvin Minsky, der in seinem Buch "The Emotion Machine" sog. "Suitcase-Words" diskutiert (Minsky, Marvin: The Emotion Machine: Commonsense Thinking, Artificial Intelligence, and the Future of the Human Mind, 2007). Mit "Suitcase-Words" bezeichnet Minsky Worte wie z.B. "Bewusstsein", die keine einfache Bedeutung haben, sondern letztlich für umfangreiche Konzepte stehen und damit eine Vielzahl von Bedeutungen enthalten. Die Autoren von "The Design Thinking Playbook" übertrugen das Konzept der Suitcase-Words auf die Beschreibung von Personen und verwendeten die Metapher im wörtlichen Sinne, indem sie den Inhalt eines Koffers als Anregung zur Erstellung eines Charakters einsetzen (Lewrick, Michael; Link, Patrick und Leifer, Larry: The Design Thinking Playbook: Mindful Digital Transformation of Teams, Products, Services, Businesses and Ecosystems, 2018, Wiley).

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