Morphologischer Kasten

English
Morphological Box, Zwicky-Box

Synonyme

Morphologische Matrix

Der Morphologische Kasten ist eine Kreativitätsmethode zur systematischen Analyse komplexer Aufgabenstellungen. Der betrachtete Gegenstand (z.B. Produkt, Problemstellung) wird strukturiert in seine Elemente / Parameter zerlegt, für die mögliche Varianten aufgelistet werden. Durch das vielfältige Kombinieren dieser Varianten können innovative, zielführende Ansätze identifiziert werden.

Morphologischer Kasten

Morphologischer Kasten

English
Morphological Box, Zwicky-Box

Synonyme

Morphologische Matrix

Der Morphologische Kasten ist eine Kreativitätsmethode zur systematischen Analyse komplexer Aufgabenstellungen. Der betrachtete Gegenstand (z.B. Produkt, Problemstellung) wird strukturiert in seine Elemente / Parameter zerlegt, für die mögliche Varianten aufgelistet werden. Durch das vielfältige Kombinieren dieser Varianten können innovative, zielführende Ansätze identifiziert werden.

Morphologischer Kasten

Einsatzmöglichkeiten

Die Methode eignet sich besonders für multidimensionale, nicht einfach quantifizierbare Probleme und wird unter anderem bei der Entwicklung neuer Produkte, der Identifizierung von Maßnahmen zur Risikoverminderung oder für den Entwurf verschiedener Szenarien bei der Strategieentwicklung eingesetzt. Grundsätzlich ist sie für vielfältige Problemstellungen geeignet.

Die Methode kann während der gesamten Projektlaufzeit immer dann eingesetzt werden, wenn kreative Lösungen für konkrete Probleme gefunden werden sollen. Sie kann von einer Einzelperson durchgeführt werden, entfaltet ihre eigentliche Stärke jedoch erst in Teams von drei bis max. sieben Personen. Idealerweise ist die Gruppe interdisziplinär besetzt, um die Aufgabenstellung von möglichst vielen Seiten zu beleuchten.

Ergebnisse
  • Matrix mit Parametern und deren Ausprägungen, die zu Lösungen kombiniert werden können
  • Priorisierte Liste möglicher Lösungskombinationen
Vorteile
Eignet sich, um komplexe Systeme mit vielen Einflussfaktoren zu analysieren.
Das zu analysierendes Problem wird durch die Erarbeitung der Parameter und ihrer Ausprägungen umfassend beschrieben.
Durch die Auflistung von Parametern und die systematische Sammlung möglicher Ausprägungen liegen alle theoretisch denkbaren Möglichkeiten grundsätzlich vor.
Durch das leichte Erstellen neuer Kombinationen können schnell viele Ideen generiert werden.
Die Mitglieder einer interdisziplinären Arbeitsgruppe inspirieren sich gegenseitig.
Grenzen, Risiken, Nachteile
Die Erarbeitung geeigneter Parameter ist kritisch für den Erfolg der Methode und stellt anfangs oft eine Schwierigkeit dar.
Die Auswertung wird bei vielen Parametern und Ausprägungen schnell unübersichtlich und zeitintensiv.
Inhaltliches Expertenwissen über den betrachteten Gegenstand ist unbedingt notwendig, da ansonsten kaum umsetzbare Kombinationen gefunden werden.
Die Vielzahl möglicher Lösungen kann zu Problemen bei der Auswahl und Priorisierung führen.
Die Lösungen werden durch die Wahl der Parameter auf gewisse Grenzen beschränkt, sodass selten komplett neuartige Lösungen gefunden werden.
Zielstellung der Methode ist es nicht, komplett neue Ideen zu generieren, sondern vorhandene Informationen zu neuen Lösungen zu kombinieren.
Voraussetzungen

Der betrachtete Gegenstand muss einer Analyse zugänglich sein, auf eine "Black Box" kann die Methode nicht angewendet werden.

Qualifizierung

Die Methode ist von jedem ohne Vorkenntnisse anwendbar. Der Moderator sollte Erfahrung mit ihrer Anwendung haben.

Benötigte Informationen
  • Expertenwissen der Teilnehmer
  • Möglichst vollständige Informationen über die Problemstellung bzw. den betrachteten Gegenstand
Benötigte Hilfsmittel
  • Flipchart bzw. Whiteboard und Stifte mit verschiedenen Farben
  • Ggf. Tabellenkalkulationsprogramm oder Datenbank
Herkunft

Der Morphologische Kasten wurde vom Schweizer Astrophysiker Fritz Zwicky in den 1960er Jahren entwickelt und wird auch als Zwicky-Box bezeichnet.

Der Morphologische Kasten bildet das Kernstück der Morphologischen Analyse, die bei komplexen Problemstellungen eingesetzt wird, um möglichst viele Lösungsmöglichkeiten und Kombinationen zu einem gegebenen Problem zu finden.

Durchführung: Schritt für Schritt

Schritt 1: Legen Sie den zu betrachtenden Gegenstand fest!

Betrachten Sie Ihre Aufgabenstellung näher und beschreiben Sie diese möglichst detailliert. Je allgemeiner Sie den betrachteten Gegenstand in diesem ersten Schritt beschreiben, desto universeller können die späteren Lösungsmöglichkeiten werden – desto schwieriger wird allerdings auch eine passende Parameterdefinition und die Auswahl von Lösungen. Allgemeine Oberbegriffe (z.B. "Neue Produkte") sollten Sie meiden und die Fragestellung möglichst konkret benennen. Ein einfaches Beispiel aus dem Alltag: "Welche Eigenschaften sollte unser neuer Abfalleimer aufweisen?".

Praxistipps ...

Ergänzende Methoden

Brainstorming

Sammeln Sie schnell eine große Anzahl an Ideen zu einem Thema! Ob im Team oder allein: Die freie Assoziation fördert ungewöhnliche und neuartige Ideen zu Tage.

Mind Mapping

Lassen Sie Ihren Assoziationen freien Lauf und bringen Sie zugleich Ihre Ideen strukturiert aufs Papier! Ob allein oder im Team - Mind Mapping ist die Methode erster Wahl für alle Aufgaben im Projekt.

Fachartikel zur Methode

Der Morphologische Kasten, nach seinem Erfinder auch Zwicky-Box genannt, ist ein kreative Methode, um einen Sachverhalt oder Gegenstand mit vielen Parametern zu analysieren, ohne sich in den unzähligen Variationsmöglichkeiten zu verlieren.

Aufgabengebiete

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