Turnaround-Management

Das Steuer in Projektkrisen herumreißen

Trotz gut ausgebildeter Projektleiter und ausgefeilter Projektmanagement-Methoden geraten Projekte immer wieder in Schieflage. Das ist im Grunde noch kein Beinbruch, sofern Auftraggeber bzw. Portfolio-Management adäquat darauf reagieren. Ein wirksames Instrument für die Projektsanierung ist der Project Turnaround mit Hilfe eines externen Spezialisten. Dr. Peter Duwe stellt eine typische Vorgehensweise anhand eines fiktiven Beispiels vor, das seine Erfahrungen aus mehreren realen Projekten widerspiegelt.

Trotz ausgebildeter Projektleiter und der Anwendung ausgefeilter Projektmanagement-Methoden geraten Projekte immer wieder in Schieflage, viele scheitern sogar. Ein Projekt in Schieflage ist im Grunde noch kein Beinbruch, sofern Auftraggeber und/oder Portfolio-Management adäquat darauf reagieren. Ein mögliches und wirksames Instrument ist der Project Turnaround mit Hilfe eines externen Spezialisten. Die Vorgehensweise stelle ich hier an Hand eines fiktiven Beispiels vor. Es basiert auf Erfahrungen von mir und meinen Kollegen aus mehreren realen Projekten.

Ein Projekt in Schieflage

Der Testmanager ist verzweifelt: Der überwiegende Teil der Integrationstests am neuen Software-System zeigt Fehler, dabei waren die Modultests fast ausnahmslos fehlerfrei. Die einbezogenen Benutzer schäumen vor Wut, weil auch die einfachsten Applikationen nicht funktionieren und melden sich reihenweise von den Testsitzungen ab. Die drei Software-Lieferanten zucken nur mit den Schultern – schließlich waren die Modultests in Ordnung. Und der Einführungstermin rückt näher.

Der Projektleiter ist überzeugt: Das kriegen wir schon noch in den Griff! In ungefähr drei Wochen haben wir die nächste Projekt-Sitzung. Oder sollten wir diese vielleicht vorziehen? Ach nein, die Leute sollen besser testen. Müde wendet er sich zum Gehen. Er hat wieder fast 14 Stunden gearbeitet, ebenso wie der Testmanager und noch zwei weitere Kollegen. Alle anderen Teammitglieder sind dagegen Punkt 17 Uhr nach Hause gegangen.

Am nächsten Tag ruft der Auftraggeber des neuen Software-Systems den Projektleiter an: Er habe gehört, dass die Systementwicklung nicht so recht vorangehe? Wie der Projektleiter die Sache sehe? Schließlich warteten drei Abteilungen des Unternehmens und die Unternehmensleitung auf das neue System – und zwar pünktlich zum Wechsel des Geschäftsjahres. Der stehe bekanntlich in sechs Wochen an und ließe sich nun mal nicht verschieben. 

Nachdem der Projektleiter auch in der folgenden Krisensitzung keinen Weg aus der Situation aufzeigen kann, beschließt der Auftraggeber, einen externen Spezialisten mit einer Analyse und – falls möglich – der Rettung des Projekts zu beauftragen.

Wie finde ich einen "guten" Turnaround-Manager

Ein "guter" Turnaround-Manager zeichnet sich vor allem durch folgende Kompetenzen aus:

  • Er vermittelt den Projekt-Beteiligten, Auftraggeber eingeschlossen, das berechtigte Gefühl dass er "die Sache im Griff hat".
  • Er ist dabei authentisch, tritt überzeugend auf und kommuniziert offen und eindeutig.
  • Er bringt das "Feeling"
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