Die Messgrößenmatrix verknüpft Anforderungen und Ziele systematisch mit geeigneten Messgrößen und schafft damit eine transparente Bewertungsgrundlage für die Ergebnisse von Versuchsserien. Gerade bei komplexen oder nicht eindeutigen Fragestellungen macht sie Annahmen, Zielkonflikte und Unterschiede zwischen Alternativen sichtbar. Die Messgrößenmatrix unterstützt bei Optimierungsmaßnahmen und Fehlersuchen, faktenbasierte Entscheidungen vorzubereiten, sauber zu dokumentieren und im Nachgang überprüfbar zu machen.
Die Messgrößenmatrix verknüpft Anforderungen und Ziele systematisch mit geeigneten Messgrößen und schafft damit eine transparente Bewertungsgrundlage für die Ergebnisse von Versuchsserien. Gerade bei komplexen oder nicht eindeutigen Fragestellungen macht sie Annahmen, Zielkonflikte und Unterschiede zwischen Alternativen sichtbar. Die Messgrößenmatrix unterstützt bei Optimierungsmaßnahmen und Fehlersuchen, faktenbasierte Entscheidungen vorzubereiten, sauber zu dokumentieren und im Nachgang überprüfbar zu machen.
Urheberrecht
Stefan Moser
Einsatzmöglichkeiten
Entscheidungsvorbereitung: Klärung der Messbarkeit von Wirkung und Erfolg der zu vergleichenden Handlungsalternativen
Prozess- und Produktoptimierung: Sicherstellen, dass Verbesserungen messbar und bewertbar sind
Anforderungsmanagement und Quality Function Deployment (QFD): Prüfen der Messbarkeit von Kunden- und Business-Anforderungen und Identifizieren von Lücken oder Widersprüchen bei der Messung des Erfüllungsgrads
Methodische Einbettung in PDCA, DMAIC oder DoE: Definition von Bewertungskriterien, Messkonzepten und Baselines
Evidenzbasierte Führung und Steuerung: Nachvollziehbares Vorbereiten von Entscheidungen und sicherstellen, dass deren Ergebnisse überprüfbar sind.
Die Messgrößenmatrix wird kombiniert mit Methoden eingesetzt, mit denen Anforderungen bewertet, verglichen oder weiterentwickelt werden sollen. Sie dient der Klärung, ob und wie Anforderungen messbar und bewertbar sind. Sie kann sowohl von Einzelpersonen als auch Teams eingesetzt werden. Der Aufwand zur Erstellung der Messgrößenmatrix selbst ist gering. Die Bestimmung und Auswahl geeigneter Messgrößen kann bei komplexen Aufgaben sehr aufwendig sein.
Ergebnisse
Matrix, in der Zielvorgaben und Anforderungen den im Rahmen der Entscheidungs- oder Optimierungsvorbereitung abgeleiteten Messgrößen systematisch gegenübergestellt sind
Strukturierte und bewertete Zuordnung geeigneter Messgrößen zu definierten Zielen, Ist-Zuständen, Zieldefinitionen sowie zu betrachteten Handlungsalternativen
Bewertung der Messgrößen hinsichtlich ihrer Aussagekraft
Identifizierter Optimierungsbedarf bei der Zusammenstellung der Messgrößen sowohl hinsichtlich Redundanz als auch hinsichtlich Lücken bei der Erfolgsmessung
Neben diesen greifbaren Ergebnissen werden Zielbilder klarer und Annahmen sowie Bewertungskriterien transparenter. Je nach Anwendung werden daten- und messgrößenbasierte Entscheidungs- und Arbeitsprozesse neu etabliert oder angepasst.
Vorteile
Systematische Verknüpfung: die Anforderungen werden klar mit passenden Messgrößen verknüpft, unabhängig von ihrer Quelle (Kundschaft, interne Prozesse, strategische Ziele).
Objektive Fakten: Annahmen, Zielgrößen und Bewertungskriterien werden explizit benannt und nicht stillschweigend, voreingenommen oder einseitig vorausgesetzt. An die Stelle intuitiver und subjektiver Aspekte tritt eine faktenbasierte Betrachtung.
Transparenz und Dokumentation: Ausgangszustände und Messgrößen bleiben im Nachgang verständlich. Das erleichtert Reviews, Lessons Learned und die Bewertung der tatsächlichen Wirksamkeit von Maßnahmen.
Flexible Einbettung: Die Methode lässt sich in unterschiedliche methodische Kontexte integrieren.
Durchführung: Schritt für Schritt
Die Messgrößenmatrix kommt immer dann zum Einsatz, wenn Anforderungen, Zielgrößen oder Erwartungen formuliert sind, jedoch noch unklar ist, ob und wie diese tatsächlich messbar beschrieben werden können. Fehlen belastbare Messgrößen, bleibt offen, woran der Erfolg oder Misserfolg von Maßnahmen objektiv bewertet werden soll. Entscheidungen werden dann häufig weiterhin aus Erfahrung oder Bauchgefühl getroffen. Damit fehlt eine systematische Grundlage, um Verbesserungen gezielt abzuleiten oder Wirkzusammenhänge nachvollziehbar zu reflektieren.
Die Messgrößenmatrix dient primär dazu, die Messbarkeit von Anforderungen zu prüfen. Sie macht transparent, ob Anforderungen eindeutig beschrieben sind, mit welchen Messgrößen ihr Erfüllungsgrad sinnvoll bewertet werden kann und wie aussagekräftig diese Bewertung ist. Dabei wird sichtbar, welche Messgrößen einen starken Beitrag leisten, wo Messbarkeit nur eingeschränkt gegeben ist und wo Anforderungen durch vorhandene Messgrößen nicht ausreichend abgebildet werden.
Aus dieser Transparenz ergeben sich methodische Entscheidungen, etwa ob Anforderungen präzisiert werden müssen, ob zusätzliche oder alternative Messgrößen erforderlich sind oder ob bestehende Messgrößen zwar verfügbar, für die Bewertung jedoch nur begrenzt geeignet sind. Die Messgrößenmatrix verlagert Entscheidungen damit weg von impliziten Annahmen hin zu einer expliziten, überprüfbaren Bewertung der Messbarkeit. Sie schafft die Grundlage für nachvollziehbare Reviews, gezielte Nacharbeit und eine konsistente Weiterentwicklung von Anforderungen und Messkonzepten.
Schritt 1: Sammeln und Reflektieren Sie die Anforderungen!
Unabhängig davon, in welchem Rahmen Sie die Messgrößenmatrix einsetzen (z.B. Quality Function Deployment (QFD) , Design of Experiments (DoE), Plan Do Check Act (PDCA), DMADV,DMAIC), folgt dieser Schritt immer derselben Logik: Anforderungen bilden die Grundlage für alle weiteren Bewertungen. Stellen Sie deshalb mit geeigneten Methoden aus den verfügbaren Quellen die Anforderungen für den betrachteten Gegenstand zusammen.
Dabei geht es nicht um Vollständigkeit im Sinne eines möglichst langen Katalogs, sondern um eine klare Sicht darauf, welche Anforderungen für die betrachtete Fragestellung tatsächlich relevant sind. Reflektieren und prüfen Sie diese Anforderungen unter folgenden Gesichtspunkten:
Sind die Anforderung eindeutig und klar verständlich formuliert?
Sind die Anforderungen sauber voneinander abgegrenzt oder gibt es Überschneidungen?
Sind die Anforderungen (zumindest grob) hinsichtlich ihrer Relevanz priorisiert?
Sind die Anforderungen strukturiert und hinsichtlich CTQ (Critical to Quality) sowie CTB (Critical to Business) kategorisiert?
Nur wenn Anforderungen eindeutig formuliert und strukturiert vorliegen, kann ihre Messbarkeit im weiteren Verlauf sinnvoll geprüft werden.
Beispiel: Frei konfigurierbarer Firmenstempel
Zur besseren Nachvollziehbarkeit dient im Folgenden ein bewusst einfach gehaltenes Beispiel: Ein Stempelhersteller will den klassischen Firmenstempel weiterentwickeln. Dieser enthielt bislang lediglich Adressdaten und verliert zunehmend an Nachfrage. Ziel ist ein frei konfigurierbarer Firmenstempel, bei dem zusätzlich Logo, Slogan und Kontaktdaten individuell gestaltet werden können.
Die folgenden Anforderungen (Bild 1) dienen als Ausgangspunkt für die weitere Anwendung der Messgrößenmatrix:
Kundenanforderungen (CTQ)
Text, Slogan und Kontaktdaten sind vollständig und gut lesbar
Deutschland ist bekannt als die Industrienation mit der der 99,9%-Lösung. Eine perfekte Ingenieursleistung wird uns zugetraut, aber echte Innovation? Die sucht man lieber im Silicon Valley.
Finden Sie mit der Entscheidungsanalyse heraus, ob ein agiles, klassisches oder hybrides Vorgehen am besten zu Ihrem Projekt passt! Das Excel-Tool Agil-O-Mat bietet einen ausführlichen Kriterienkatalog und liefert Hinweise auf mögliche Konfliktpunkte.
Ziehen Sie keine voreiligen Schlüsse! Betrachten Sie eine Idee, einen Vorschlag oder eine Handlungsoption systematisch! Welche positiven, negativen und interessanten Aspekte entdecken Sie daran? Entscheiden Sie erst, nachdem Sie alle Seiten kennen!
Die Messgrößenmatrix verknüpft Anforderungen und Ziele systematisch mit geeigneten Messgrößen und schafft damit eine transparente Bewertungsgrundlage für die Ergebnisse von Versuchsserien.Sie unterstützt bei Optimierungsmaßnahmen und Fehlersuchen, faktenbasierte Entscheidungen vor-zubereiten, sauber zu dokumentieren und im Nachgang überprüfbar zu machen. [Weiterlesen]
Wozu wird eine Messgrößenmatrix eingestzt?
Prozess- und Produktoptimierung: Sicherstellen, dass Verbesserungen messbar und bewertbar sind
Anforderungsmanagement und Quality Function Deployment (QFD): Prüfen der Messbarkeit von Kunden- und Business-Anforderungen und Identifizieren von Lücken oder Widersprüchen bei der Messung des Erfüllungsgrads
Methodische Einbettung in PDCA, DMAIC oder DoE: Definition von Bewertungskriterien, Messkonzepten und Baselines