Plus, Minus, Interesting (PMI)

Die Methode Plus, Minus, Interesting (PMI) dient dazu, Ideen, Vorschläge oder Entscheidungsoptionen systematisch und ausgewogen zu analysieren. Anstatt eine Idee sofort als gut oder schlecht zu bewerten, nehmen die Teilnehmenden bewusst drei unterschiedliche Perspektiven ein. PMI fördert eine möglichst objektive und kreative Entscheidungsfindung, indem sie hilft, sowohl Vorteile als auch Nachteile sowie zusätzlich neue, Erkenntnisse schaffende Aspekte einer Idee zu erkennen.

Plus, Minus, Interesting (PMI)

Plus, Minus, Interesting (PMI)

Die Methode Plus, Minus, Interesting (PMI) dient dazu, Ideen, Vorschläge oder Entscheidungsoptionen systematisch und ausgewogen zu analysieren. Anstatt eine Idee sofort als gut oder schlecht zu bewerten, nehmen die Teilnehmenden bewusst drei unterschiedliche Perspektiven ein. PMI fördert eine möglichst objektive und kreative Entscheidungsfindung, indem sie hilft, sowohl Vorteile als auch Nachteile sowie zusätzlich neue, Erkenntnisse schaffende Aspekte einer Idee zu erkennen.

Plus, Minus, Interesting (PMI)

Einsatzmöglichkeiten

  • Bewertung und Überprüfung von Lösungsvorschlägen: Auf unterschiedliche Weise entwickelte Vorschläge für Problemlösungen werden für alle Beteiligten transparent bewertet.
  • Bewertung von Konzepten und Ideen: Zur Diskussion gestellte Konzepte und Ideen werden umfassend bewertet, bevor sie weiter verfolgt werden.
  • Entscheidungsfindung: Entscheidungsbefugte Personen analysieren verschiedene Handlungsoptionen im Team und treffen eine möglichst unvoreingenommene Auswahl.

Plus, Minus, Interesting eignet sich überall dort, wo Entscheidungsoptionen, Lösungsvorschläge oder Ideen bewertet oder überprüft werden sollen. Nach meiner Erfahrung kann die Methode gut mit anderen Kreativtechniken kombiniert werden, z.B. mit Brainstorming oder Mindmapping, um Ideen anschließend zu bewerten. Mit ihr lassen sich auch Diskussionen um Entscheidungen oder Lösungen objektivieren, um hitzige Diskussionen zu verhindern.

Die Methode ist einfach und schnell mit geringem Aufwand anzuwenden. Sie eignet sich sowohl für Einzelpersonen als auch für kleine bis große Teams. Für mich entfaltet die Methode bei kleinen Gruppen (drei bis acht Personen) ihre größte Stärke: Im produktiven Austausch entwickeln die Teilnehmenden ein gutes Verständnis des Themas und gewinnen eine breites Spektrum an Perspektiven.

Ergebnisse

  • Listen von positiven, negativen und interessanten Einschätzungen oder Erkenntnissen über den betrachteten Gegenstand
  • Zusammengefasste Bewertung des betrachteten Gegenstands
  • Optional: getroffene Entscheidung / Auswahl
  • Optional: Liste von Maßnahmen zur Umsetzung der abgeleiteten Maßnahmen

Vorteile

PMI fördert strukturiertes und kritisches Denken und verhindert den Effekt des Gruppendenkens.
Die differenzierte Analyse verhindert vorschnelle Bewertungen und übereilte Handlungen.
Das Betrachten insbesondere der interessanten Punkte unterstützt kreative Entscheidungsprozesse.

Durchführung: Schritt für Schritt

Die Stärke von Plus, Minus, Interesting (PMI) liegt für mich, dass die Bewertung unter drei unterschiedlichen Aspekten durchgeführt wird. Dies verhindert, dass vorschnell gehandelt wird. Eine spontan nicht so attraktiv angesehene Lösung kann durch die differenziert Betrachtung aus den drei Perspektiven doch noch für die Lösung des Problems interessant werden. Ich selbst habe durch die Anwendung der Methode etliche Fehler und Irrwege vermieden.

Das Schöne an PMI ist, dass es sich ohne große Vorbereitung in einem Workshop – auch spontan - einsetzen lässt. Die Methode hilft immer dann, wenn es darum geht Entscheidungen, Lösungen oder Ideen zu bewerten oder zu überprüfen.

Am besten lässt sie sich anhand eines einfachen Beispiels erklären:

Beispiel: Pilotprojekt 4-Tage-Woche

Die Personalabteilung eines kleinen Software-Entwicklungshauses beschäftigt sich mit innovativen Arbeitszeitmodellen, um die Personalfluktuation zu reduzieren und attraktiv für Mitarbeitende der Generation Z zu sein. Der Leiter der Personalabteilung las im projektmagazin den Erfahrungsbericht "Die Vier-Tage-Woche: Mehr Leistung trotz reduzierter Arbeitszeit" und möchte deshalb mit einem Pilotprojekt die Effekte einer Vier-Tage-Woche ausprobieren. Er schlägt Kim, die ein Entwicklungsteam mit sieben engagierten Mitgliedern leitet, vor, mit ihrem Team für die Dauer des Projekts die Vier-Tage-Woche einzuführen.

Kim hält dies spontan für eine schlechte Idee, da sie befürchtet, dass die Termine nicht eingehalten werden können. Aber ihr ist es wichtig, dass die Teammitglieder bei Entscheidungen mit einbezogen werden. Fünf der sieben Teammitglieder gefällt die Idee der Vier-Tage-Woche.

Um eine qualifizierte Entscheidung zu treffen, führt Kim mit ihrem Team einen kleinen PMI-Workshop durch zum Vorschlag: "Wir testen in unserem Projekt die Vier-Tage-Woche."

Schritt 1: Formulieren Sie die Idee, den Vorschlag oder die Option!

Die Quellen für den betrachteten Gegenstand können vielfältig sein und sind oft das Ergebnis einer anderen Methode. Im Abschnitt ″Ergänzende Methoden″ sind einige Methoden aufgeführt, deren Output bei Bedarf mit analysiert und bewertet werden kann.

Die Qualität der Bewertung hängt davon ab, wie gut die Teilnehmenden am Workshop die Entscheidung, Lösung oder Idee verstanden haben. Es ist deshalb sehr wichtig, dass Sie nicht einfach davon ausgehen, dass allen Teilnehmenden sowieso klar ist, worum es geht.

Prüfen Sie anhand folgender Checkliste, ob der betrachtete Gegenstand klar formuliert wurde:

  • Ist klar, was erreicht werden soll? (nicht: "es ist sinnvoll, wünschenswert, anzustreben, möglicherweise, könnte" usw.)
  • Sind die vorgeschlagenen Schritte präzise beschrieben (kein "man könnte", "eventuell")?
  • Ist eindeutig, wer was tut? (nicht: "wir alle, die Verantwortlichen, jede/jeder" usw.)
  • Gibt es klare Fristen oder Zeitangaben? (nicht: "in der nächsten Zeit, bei Gelegenheit, sobald möglich" usw.)
  • Ist die Formulierung in sich frei von Widersprüchen? (nicht: "schnell und sorgfältig", "hochwertig und kostengünstig" usw.)
  • Sind alle Begriffe für die Beteiligten verständlich? (insbesondere keine Abkürzungen!)
  • Lässt der Text nur eine sinnvolle Auslegung zu? (keine Mehrdeutigkeiten)

Sorgen Sie vorbereitend auch dafür, dass allen Teilnehmenden dieselben Informationen vorliegen, z.B. die aktuelle Version des Änderungsantrags, Business Cases, Konzepts usw.

Beispiel: Bezug auf bestehendes Konzept, klare Rahmensetzung

In unserem Beispiel gibt es ein Konzept für die Vier-Tage-Woche, dass die Personalabteilung Kim zur Verfügung gestellt hat. Sie leitet es an alle Teammitglieder weiter und bittet sie, sich damit zu beschäftigen. Sie formuliert als zu beurteilenden Vorschlag:

″Wir arbeiten für die Dauer des laufenden Projekts nach dem Arbeitszeitmodell der Vier-Tage-Woche, wie es im Konzept der Personalabteilung beschrieben ist. Wir haben das Konzept gelesen und verstanden.″

Aufgabengebiete