Unternehmensübergreifende Zusammenarbeit verbessern

Die Collaborative Project Scorecard (CPS)

Um kostengünstiger und schneller produzieren zu können, übertragen Automobilhersteller ihren Zulieferern immer mehr Entwicklungsaufgaben. Diese Projektkooperationen verlaufen allerdings nicht immer reibungslos: Die Partner haben oft Probleme, die Projektziele abzustimmen, es gibt Unklarheiten in der Kommunikation oder die Verantwortlichkeiten sind nicht ausreichend geregelt. Eine Verbesserung kann die Collaborative Project Scorecard (CPS) bringen. Die CPS ist von der Balanced Scorecard (BCS) abgeleitet. Sie unterstützt die Projektpartner dabei, gemeinsam Ziele und Messgrößen zu definieren und verbessert damit die Kommunikation und das gegenseitige Verständnis. Klaus Niebecker, Dag Plischke und Reinhard Wagner stellen die CPS vor und zeigen, welches Potential sie für die Praxis birgt.

Durch die Globalisierung und den steigenden Wettbewerbsdruck wird eine intensive Zusammenarbeit mit Projektpartnern immer wichtiger für Unternehmen. Die Partner sind nicht mehr lokal gebunden, sondern zunehmend auf verschiedene Standorte und Zeitzonen verteilt. Besonders in der Produktentwicklung versucht man durch die Verlagerung von Entwicklungsanteilen ins Ausland Kosten zu sparen, Ressourcen optimal zu nutzen und das weltweit verfügbare Know-how bestmöglich zu nutzen.

Nach einer Studie der Deutsche Bank Research (Bergheim, S; 2005) wird sich im Jahr 2020 die Wertschöpfung in Deutschland zu 15% durch temporäre, kooperative sowie oft internationale Wertschöpfungsprozesse auszeichnen - im Jahr 2007 lag der Anteil noch bei 2%. Die Studie kommt außerdem zu dem Schluss, dass sich die übergreifende Wertschöpfung im Jahr 2020 als "Projektwirtschaft" manifestieren wird, d.h. in organisatorisch und rechtlich eigenständigen, temporären Projekten.

Die Aussagen werden damit begründet, dass Projektkooperationen Flexibilität und Innovation fördern und gleichzeitig Risiken verringern, weil diese zwischen den Partnern aufgeteilt werden. Im Zuge der voranschreitenden Globalisierung müssen Unternehmen deshalb gemeinsam, d.h. kooperativ agieren. Auch lässt sich die notwendige Wissensbreite zur Entwicklung neuer Produkte nur durch wirksame Kooperationen sicherstellen. Die eigene Existenz sollte dabei durch eine starke Spezialisierung gesichert werden.

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass Unternehmen sich schon heute mit kooperationsrelevanten Themen beschäftigen müssen, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu gehört es z.B. die Kooperationspartner gezielt auszuwählen und die Rollen in der Kooperation klar zu definieren.

Das Öffnen von Innovationsprozessen für Partner und Kunden ist ein entscheidendes Erfolgskriterium; gleichzeitig entstehen aber auch zahlreiche Risiken. So sollten z.B. eindeutige und faire Regeln für die Verteilung der Rechte an den gemeinsamen Entwicklungsergebnissen gefunden werden. Ebenfalls wichtig ist ein Engagement für Standards. Durch die öfters wechselnden Partner in der Projektwirtschaft werden Standards für Personal- und Informationsmanagement benötigt, aber auch technologische Schnittstellenstandards zur gemeinsamen Entwicklung von Produkten, Dienstleistungen und Systemen. Projektrelevante Datenbanken müssen effizient verbunden werden, damit sich Kundendaten, Konstruktionsdaten, Prozessparameter oder die für das Projektmanagement relevanten Daten reibungsfrei und sicher austauschen lassen (Hofmann, J.; Rollwagen, I.; Schneider, S.; 2007).

Unternehmensübergreifendes Projektmanagement in der Automobilindustrie

In der Automobilindustrie beschäftigen sich schon seit mehreren Jahren Experten mit der Entwicklung von unternehmensübergreifenden Standards, da die Vergabe von Komponenten und Modulen, teilweise sogar kompletten Fahrzeugvarianten, an Projektpartner dort bereits intensiv praktiziert wird. Die Automobilhersteller konzentrieren

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