Arbeitsrecht für interne Projektmitarbeiter

Diese Haftungsregelungen sollten Sie kennen

Während externe Projektleiter für selbst verursachte Schäden voll haften, können interne Projektleiter und -mitarbeiter für ihre Fehler nur unter bestimmten Umständen zur Rechenschaft gezogen werden. Trotzdem ist Vorsicht geboten, denn grundsätzlich können auch sie haftbar gemacht werden - und in Projekten geht es im Schadensfall oft um hohe Summen. Tanja Kaul und Thomas Diegelmann erläutern die Haftungsregelungen für interne Projektleiter und -mitarbeiter.

Während externe Projektleiter für selbst verursachte Schäden voll haften, können interne Projektleiter und -mitarbeiter für ihre Fehler nur unter bestimmten Umständen zur Rechenschaft gezogen werden. Trotzdem ist Vorsicht geboten, denn grundsätzlich können auch sie haftbar gemacht werden - und in Projekten geht es im Schadensfall oft um hohe Summen. Dieser Artikel erklärt, wann interne Projektleiter und -mitarbeiter haften und wie sie durch sorgfältige Verrichtung ihrer Arbeit Haftungsrisiken minimieren können.

Arbeitsrecht und Bürgerliches Recht

Projektleiter und -mitarbeiter im Angestelltenverhältnis unterliegen in Haftungsfragen dem Arbeitsrecht, während für externe Projektleiter das Bürgerliche Gesetzbuch (Zivilrecht) gilt. Nach dem Bürgerlichen Recht muss derjenige einen Schaden voll ersetzen, der ihn verursacht hat (volle Haftung). Die Haftungsregelungen im Arbeitsrecht sind milder ausgestaltet (abgestufte Haftungsregelungen).

Dafür gibt es folgende Gründe: Angestellten werden im Rahmen von Projekten oft beträchtliche Vermögenswerte anvertraut. Im Schadensfall würde die Schadenssumme ein Angestelltengehalt oft weit übersteigen. Da selbst sorgfältige Menschen hin und wieder Fehler machen, wäre eine volle Haftung für den Angestellten existenzgefährdend.

Weiterhin berücksichtigt das Arbeitsrecht, dass Angestellte eine fremdbestimmte Arbeit leisten, deren wirtschaftlicher Erfolg Ihnen nicht selber zugute kommt. Sie haben in der Regel keinen Einfluss auf Betriebsorganisation, verwendete Arbeitsmittel und Materialien. Der Arbeitgeber hingegen sollte das Schadensrisiko aufgrund des Betriebsrisikos besser einschätzen können als die Angestellten. Zudem kann er es durch entsprechende Versicherungen und Kalkulationen, z.B. der betriebswirtschaftlichen Bewertung von möglichen Haftungsrisiken, reduzieren.

Rechtsgutsverletzung im Arbeitsrecht

Haftbar gemacht werden kann ein Angestellter nur dann, wenn sein Verhalten entweder fremdes Rechtsgut oder übertragene Pflichten verletzt. Pflichten können sich einerseits aus dem Arbeitsvertrag ergeben, andererseits aus Gesetzen sowie innerbetrieblichen Regelungen, z.B. Betriebsanweisungen oder Betriebsordnungen. Dabei ist der Angestellte grundsätzlich verpflichtet, die für seine Qualifikation üblicherweise zugrunde liegenden Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnisse anzuwenden. Eine Rechtsgutsverletzung liegt bei rechtswidrigem Verhalten vor, also einem Verhalten, das zu einem Schaden führt und nicht von der Rechtsordnung gebilligt wird.

Schaden

Durch die Rechtsgutsverletzung muss ein Schaden entstanden sein. Unter Schaden versteht man jede unfreiwillige Einbuße, die jemand an seinen Lebens- und Vermögensgütern erleidet. Dabei unterscheidet man zwischen Schäden, die in Geld messbar sind ("Vermögensschaden") und solchen, bei denen Güter ohne eigenen Vermögenswert betroffen sind ("Nichtvermögensschaden"). Zu diesen zählen z

Anzeige
Jetzt kostenlos weiterlesen!
Abonnenten des Projekt Magazins wissen mehr!
Starten Sie jetzt unser 4-wöchiges Kennenlern-Angebot: Die Anmeldung dauert nur ein paar Minuten – Sie können also gleich weiterlesen.
  • KostenlosDas Kennenlern-Angebot kostet Sie nichts.
  • Kein RisikoSie können jederzeit kündigen, ohne dass Ihnen Kosten entstehen.
  • Einen Monat lang alles lesen4 Wochen Online-Zugriff auf alle Inhalte des Projekt Magazins.
Tech Link