Traditionelles und agiles Vorgehen kombinieren

Hybrides Projektmanagement mit PRINCE2 und Scrum

Teil 2: So funktioniert die Kopplung in der Praxis
Die Kombination von PRINCE2 und Scrum ermöglicht es, die Vorteile agiler und traditioneller Vorgehensweisen im selben Projekt auszunutzen. Thorsten Albers und Dr.-Ing. Stefan Hilmer zeigen im zweiten Teil ihres Beitrags, wie Prozessmodell und Projektorganisation in einem solchen Hybridmodell aussehen können. Anhand eines Praxisbeispiels beschreiben sie den konkreten Ablauf eines mit PRINCE2 und Scrum hybrid gemanagten Projekts. Die vorgestellte Lösung erlaubt gleichzeitig ein selbstorganisiertes Arbeiten des Entwicklungsteams und eine traditionelle Projektsteuerung durch das Unternehmen.

Im ersten Teil dieses Beitrags haben wir aufgezeigt, dass PRINCE2® und Scrum sich gegenseitig ergänzen und in ihren Prinzipien, Prozessen, Organisationen und Themen gut aneinander angepasst werden können. Damit sind optimale Voraussetzungen dafür gegeben, PRINCE2 und Scrum in einem hybriden Vorgehensmodell zu kombinieren. Doch wie lassen sich beide Ansätze in der Praxis sinnvoll miteinander verbinden? Und zwar so, dass die Stärken des jeweiligen Ansatzes weiterhin erhalten bleiben?

Wir stellen im Folgenden hierfür ein von uns in der Praxis erprobtes Vorgehen vor. An einem Beispiel zeigen wir auf, wie die Kopplung von PRINCE2 und Scrum in einem konkreten Projektumfeld ablaufen kann. Wir wollen der PM-Community damit einerseits eine bewährte Herangehensweise zur Verfügung stellen, andererseits aber nicht den Anspruch auf die einzig richtige Lösung erheben. Diese Kopplung kann auch mit anderen Lösungsansätzen erfolgen. So ist mittlerweile das Manual PRINCE2 Agile von AXELOS (AXELOS, 2015) erschienen, das sich detailliert mit unterschiedlichen Kombinationen von PRINCE2 mit agilen Vorgehensweisen beschäftigt.

Kopplung im Hybridmodell

In unserem Fall bedeutet dies, dass wir PRINCE2 mit seinem ganzheitlichen Managementsystem als Steuerungsmodell und Scrum mit seinen Stärken auf der liefernden Ebene als Durchführungsmodell einsetzen. Auch die im ersten Teil betrachteten Rollen integrieren wir in einer überarbeiteten Projektorganisation, um klare Zuständigkeiten zu gewähren und Redundanzen zu vermeiden.

Kopplung in Phasen

In unserem hybriden Vorgehen werden die Phasen generell vom Steuerungsmodell definiert. Der Vorteil von PRINCE2 bei der Kombination mit einem agilen Ansatz ist, dass sich die Managementphasen mit jeweils einem Sprint gleichsetzen lassen, da sie hinsichtlich Zahl und Dauer frei definierbar und inhaltlich nicht festgelegt sind.

In der Initiierungsphase einigen sich Projekt- und Teammanager auf ein Durchführungsmodell (Bild 1, roter Meilenstein). Fällt die Entscheidung auf Scrum, wird zunächst das Product Backlog erstellt, welches alle bis dahin bekannten Anforderungen an das gewünschte Produkt enthält.

Auf der durchführenden Ebene binden wir Scrum über die in Teil 1 beschriebenen "Meilensteine zur Kopplung" (orange Meilensteine in Bild 1) ein. Die erste Kopplung findet mit Abschluss der Initiierungsphase statt. Ab der Managementphase (2) wird das Product Backlog

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