IBM: Lernen wie im "wirklichen" Leben

"Die Unternehmen bilden zu wenig aus", heißt es häufig, seit der IT-Branche so viele Arbeitskräfte fehlen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Gerade große Firmen bilden sich zumindest einen Teil ihres Nachwuchses selbst heran, zeigt das Beispiel IBM. Der Konzern startete schon vor 25 Jahren einen betrieblichen Ausbildungsgang, einem Fachhochschul-Studium gleichgestellt. In ihrer "Berufsakademie" bildet die IBM zur Zeit unter anderem die 20-jährige Kathrin Linke zu einer Betriebswirtschaftlerin heran, die fit ist in Projektpraxis und -management.

IBM: Lernen wie im "wirklichen" Leben

"Die Unternehmen bilden zu wenig aus", heißt es häufig, seit der IT-Branche so viele Arbeitskräfte fehlen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Gerade große Firmen bilden sich zumindest einen Teil ihres Nachwuchses selbst heran, zeigt das Beispiel IBM. Der Konzern startete schon vor 25 Jahren einen betrieblichen Ausbildungsgang, einem Fachhochschul-Studium gleichgestellt. In ihrer "Berufsakademie" bildet die IBM zur Zeit unter anderem die 20-jährige Kathrin Linke zu einer Betriebswirtschaftlerin heran, die fit ist in Projektpraxis und -management.

"Die Unternehmen bilden zu wenig aus", heißt es häufig, seit der IT-Branche so viele Arbeitskräfte fehlen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Gerade die großen Firmen, Konzerne wie IBM, DaimlerChrysler oder Bosch, ziehen sich zumindest einen Teil ihres Nachwuchses selbst heran. Am Beispiel IBM wird sichtbar, dass die Wirtschaft mit Erfolg junge und dennoch schon sehr praxiserfahrene Mitarbeiter hervorbringt.

Der Konzern startete schon vor 25 Jahren einen betrieblichen Ausbildungsgang, der einem Fachhochschul-Studium gleichgestellt ist. Mit Hilfe eines solchen 'BA-Studiengangs' in ihrer hauseigenen 'Berufsakademie' bildet die IBM zur Zeit unter anderem die 20-jährige Kathrin Linke zu einer Betriebswirtschaftlerin heran, die fit ist in Projektpraxis und -management. Die 'Berufsakademistin' hat bisher sehr positive Erfahrungen mit dieser Ausbildung gemacht, erklärte sie gegenüber dem Projekt Magazin.

Projektmanagement als wichtiger Faktor

Kathrin Linke
(Foto privat)

In einem Wechsel aus Theorie und Praxis lernt die junge Frau innerhalb von drei Jahren alle relevanten Fachgebiete von der Leitung von Projekten über Betriebswirtschaft bis hin zur Programmierung kennen. "Projektmanagement ist für die IBM-Ausbildung grundsätzlich ein ganz wichtiger Faktor", betont Ausbilder Karl-Jörg Kerl. Nach zwei Jahren erwerben die Teilnehmer durch eine mündliche Zwischenprüfung über die vorausgegangenen Semester den Abschluss "Wirtschaftsassistent".

Nach Ablauf von drei Jahren endet das Studium mit einem Diplom-Abschluss. Kathrin Linke darf sich dann 'Diplom-Betriebswirtin (BA), Fachrichtung Industrie' nennen. Das BA-Studium gibt es in verschiedenen Fachrichtungen, auch mit technischem bzw. IT-Schwerpunkt (Informationstechnik oder Information Technology Management). Möglich sind auch die Varianten Diplom-Wirtschaftsinformatikerin (BA) und Wirtschaftsinformatiker/in (BA), Fachrichtung International Business Technology. Standorte der Berufsakademie sind Stuttgart, Mainz und Berlin, wobei die Praxiszeiten an den unterschiedlichsten IBM-Niederlassungen, zum Beispiel in München, absolviert werden können. Dass IBM die Zertifizierung zu Projektmanagern unterstützt, gibt den Absolventen praktisch eine Arbeitsplatzgarantie - egal, wo sie später ihren Lebensunterhalt verdienen wollen.

Vorteile im Vergleich zum Hochschulstudium

Natürlich sind Hochschulabgänger für die Unternehmen essentiell wichtig und sehr begehrt. Doch der BA-Studiengang bietet seinen Teilnehmern im Vergleich zum Hochschulstudium einige entscheidende Pluspunkte. Die hat Kathrin Linke rechtzeitig erkannt, bevor sie die Weichen für ihren beruflichen Werdegang stellte. Sie erinnert sich: "Ich habe mich aus mehreren Gründen für diesen Weg entschieden. Zum Beispiel, weil man bereits nach drei Jahren ein abgeschlossenes Studium vorweisen und durch die Ausbildungsvergütungen schon während dieser Zeit auf eigenen Beinen stehen kann. Man fängt früh an, ist voll im Berufsleben drin und verdient schon Geld."

Kathrin begann die Ausbildung schon mit 18 Jahren, mit 21 steht sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Sie bringt Erfahrung aus Projektpraxis und Auslandsaufenthalten mit, die zur Ausbildung gehören. Und sie ist auf dem neuesten Stand des Wissens, weil sie direkt im Unternehmen und nicht auf Basis von schnell veralteten Lehrplänen ausgebildet wurde. Kleinere Unternehmen, die sich keine eigenen Ausbildungseinrichtungen leisten können, können von derart qualifizierten Mitarbeitern so jungen Alters nur träumen.

Mitarbeiter bleiben freiwillig

Doch Kathrin kann sich momentan ohnehin nicht vorstellen, ihrem Arbeitgeber den Rücken zu kehren. Sie bleibt freiwillig, denn Knebelverträge, die eine Ausbildung an die Bedingung knüpfen, anschließend einen Zwei- oder Dreijahresvertrags zu unterschreiben, gibt es laut Ausbilder Kerl nicht. Er meint: "Ein Knebelvertrag bringt nichts. Wenn eine Firma gut ist, braucht sie das nicht. Die Mitarbeiter müssen nicht bei uns bleiben, aber die allermeisten bleiben gerne."

IBM macht sich den jungen Leuten auch finanziell als Arbeitgeber schmackhaft. Neben dem regulären Monatsgehalt bekommen die Berufsakademisten Sonderzahlungen als Erfolgsbeteiligung, und sie werden an Aktienprogrammen beteiligt. Einmal pro Jahr findet ein 'Teamevent' statt, in dessen Rahmen die Absolventen etwas unternehmen, das nichts mit dem Beruf zu tun hat.

Praxiserfahrung, die nicht aus Büchern kommt

Kathrin Linke schätzt sehr, dass sie in diesen drei Jahren für das "wirkliche Leben" lernt - anders als die jungen Leute in den Hörsälen der Universitäten. "Man weiß danach schon, was auf einen zukommt, wenn man einen Job annimmt", sagt sie über die Berufsakademie. "Da die verschiedensten Bereiche durchlaufen werden, hat man die Chance, vielfältiges praktisches Wissen zu erwerben. Durch die Arbeit in verschiedenen Umfeldern entwickelt man sich auch persönlich immer weiter und gewinnt an Selbstsicherheit. Ich denke, dass man so gut auf die Aufgaben, die einen Berufseinsteiger erwarten, vorbereitet wird." Die 20-jährige hat selbst schon bei einem externen Kundenprojekt mitgearbeitet.

Während die Unternehmen bei Hochschulabgängern im Alter von 25 oder 26 Jahren noch auf Berufserfahrung verzichten müssen, haben die 'BA-ler' in dieser Hinsicht schon reichlich Fähigkeiten erworben. "Der Praxisbezug war und ist für mich der wichtigste Pluspunkt", meint auch Kathrin Linke. "Die Studenten sind voll in die Arbeit in Abteilungen und Projekten eingebunden, so dass man schon während des Studiums erste Berufserfahrungen sammelt." Das lohnt sich für die zukünftige Laufbahn auf jeden Fall. Ausbilder Kerl bestätigt: Berufsakademisten erklimmen die Karriereleiter schneller als…

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