Ratschläge für zukünftige Expatriates

Projekteinsatz in China: Nicht ohne meine Familie?!

Immer mehr deutsche Unternehmen entsenden hoch qualifizierte Mitarbeiter für mehrere Jahre ins Ausland, um Projekte vor Ort zu betreuen. Für viele dieser Mitarbeiter stellt sich die Frage, ob sie ihre Familie dorthin mitnehmen sollen. Nicole Gellner-Aschhoff erklärt am Beispiel China, welche Vorteile es hat, wenn die Familie den Mitarbeiter begleitet und wie sich der Mitarbeiter und seine Angehörigen auf das Leben dort vorbereiten können. Die Empfehlungen in diesem Artikel können ebenso auf Einsätze in anderen Ländern, vor allem in den neuen, boomenden Wirtschaftsregionen Asiens übertragen werden.

Im Zuge der Globalisierung entdecken immer mehr deutsche Unternehmen China als Produktions- und Investitionsstandort und entsenden hoch qualifizierte Mitarbeiter, um Projekte vor Ort zu betreuen. Diese Mitarbeiter, so genannte Expatriates, werden bei einem solchen Auslandseinsatz nicht nur auf fachlicher, sondern auch auf sozialer Ebene stark gefordert. Es ist deshalb wichtig, dass der Arbeitgeber sie sorgfältig auswählt, interkulturell schult und unterstützt. Für viele zukünftige Expatriates (kurz: Expats) stellt sich die Frage, ob sie ihre Familie nach China mitnehmen sollen. Im Folgenden erfahren Sie, welche Vorteile es hat, wenn die Familie den Expat begleitet und wie sich der Expat und seine Angehörigen auf das Leben in China vorbereiten können.

Der Artikel beleuchtet das Thema Auslandseinsatz am Beispiel China, die Empfehlungen können jedoch auch auf andere Länder mit einer für uns fremden Kultur übertragen werden, insbesondere auf die neuen, boomenden Wirtschaftsregionen Asiens.

Anmerkung

Da es immer noch meist Männer sind, die von ihren Ehefrauen ins Ausland begleitet werden, ist in diesem Artikel zwecks besserer Lesbarkeit von "dem Mitarbeiter" die Rede. Alle aufgeführten Argumente gelten aber selbstverständlich auch für "die Mitarbeiterin".

Mit der Familie nach China?

Grundsätzlich ist bei einer Entsendung zu entscheiden, ob die Familie des Arbeitnehmers ihn ins Ausland begleiten soll oder nicht. Bei einem Aufenthalt von weniger als zwei Jahren ist der Aufwand, mit der Familie umzuziehen, verhältnismäßig hoch. Bei einer längeren Entsendung kann das familiäre Umfeld dazu beitragen, dass die Isolation in der Fremde nicht zur Frustration führt. Wird das familiäre bzw. persönliche Umfeld in die berufliche Entwicklung des Mitarbeiters integriert, rechtfertigen die so entstehenden Synergieeffekte die zusätzlichen Kosten.

Die Rolle der Familie

China ist nicht nur geographisch und wirtschaftspolitisch, sondern auch kulturell weit von unseren üblichen Standards entfernt. Deshalb wird auch der sozial kompetenteste und fachlich bestens vorbereitete Expat im chinesischen Arbeitsalltag unvermeidlich auf Probleme stoßen. Verhaltensweisen, die in Deutschland ganz normal sind, werden in China plötzlich missverstanden und führen wiederholt zu Frustration, Ratlosigkeit und Orientierungslosigkeit. In diesen kritischen Phasen kann der Austausch mit dem ebenfalls ausgereisten Partner sehr wichtig sein.

Die Anwesenheit der Familie bringt aber nicht nur Vorteile für das Privat-, sondern auch für das Berufsleben. Als Vorgesetzter übernimmt der deutsche Arbeitnehmer für die chinesischen Mitarbeiter eine Vorbild- bzw. Lehrerfunktion. Ist er verheiratet, steigt sein Ansehen bei den Chinesen zusätzlich. Klassische Familienwerte - obwohl auch in China einem Wandel unterworfen - sind immer noch sehr

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